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Die Bäume im Universitätspark glitzern wie vom Schnee bemalt im Dämmerlicht. Keine Schülerschar, keine Lehrer weit und breit in Sicht, obwohl das Mittelstufenfrühstück just in diesem Augenblick beginnen sollte. Kein Wunder, es sind Weihnachtsferien.
Kurioserweise hatte sich die Gmünder Seemöwenpopulation mit dem Verschwinden der Biotopenten verdreifacht. Weil die meisten als Singvögel etablierten Wesen aktuell noch im Süden verweilen, nehmen eben diese Seemöwen erhaben ihre Plätze ein.
Wer im Ostalbkreis braucht so noch einen Wecker?
Nicht alle Lehrer genießen das Privileg der Ferien. Allein Herr Häcker stapft die Wege zwischen Schulhaus und Campusgebäude entlang. Nachdem er nicht mehr mit der Aufsicht über die Testungen geknechtet werden kann, soll er Schnee schippen.
Gewissenhaft wie ein Schüler arbeitet er sich ab.
Ist das, was er schippt, überhaupt Schnee? Nein. Einfacher Frost auch nicht. Furios blickt er sich um. Er sprintet die Treppen zu den Fachräumen hoch, dann herunter und betritt das Foyer. Er schreitet Richtung Sekretariat. Das Dach des Campusgebäudes ist nicht mehr dicht.
“Die Saunen müssen frei geräumt werden”, lautet die erste Zeile des neusten Elternbriefes nach der Begrüßung. “Wir wollen den Schülerinnen und Schülern trotz der aktuellen pandemischen Umstände einen Weihnachtsball ermöglichen, wenngleich er auch wegen der kritischen Situation im Dezember nachträglich, also nach den Ferien, stattfinden wird. Da die Lage sich nach und nach zu bessern scheint, haben wir uns für diesen Termin entschieden. Des weiteren bitten wir für den möglichen Möwengeruch an in den Saunen liegen gelassenen Kleidungsstücken um Verzeihung.”

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