Es klingelte an der Tür. Tutanchamun lief zur Tür und öffnete sie. „We wish you a mery Christma-„, ertönte noch, bevor er sie voller Wucht zuknallte. Kleine Kinder, die Weihnachtslieder singen, waren sein größter Feindbild. Im Radio lief auch, seitdem die ersten Spekulatiuskekse bei dem Supermarkt um die Ecke im Sonderangebot waren, nichts mehr Gescheites. Ständig dieselben Lieder über Liebe. Obwohl, das ganze Jahr war auch nicht besser von Kontext her.

Tutanchamun setzte sich an den Schreibtisch, nachdem er vom Sofa aus gesehen hatte, wie viel Blätter sich auf der rechten Seite befanden und fing an, zu arbeiten. Insofern sie fertig waren, kamen sie auf die linke Seite. Er hasste die Schreibarbeit. Es war immer nur dasselbe. Ein Komma hier hin, ein Punkt da hin und irgendwelche Wörter zusammengefügt ergaben dann einen Satz.  Die Menge an Unterschriften, die er in den vergangenen zwei Stunden gesetzt hatte, sollte schon inzwischen zum GBS geführt haben.

Sport, auch eines der Dinge, die er nicht mochte. Der Arzt hat gemeint, dass eine gesunde Ernährung wichtige Grundlage für sein Leben bieten soll. Schon seit sage und schreibe vier Tagen macht er jeden Morgen zwei Kniebeugen, wenn das also nicht eine Genugtuung für den Herz-Lungen-Kreislauf war… Hierzu bekam er sogar ein kleines Heftchen. Es war grün mit zwei Punkten drauf. Wird sich perfekt als Brennmaterial eignen, dachte er sich. Die Wiederverwertung von Müll war sowieso wieder gerade „In“. Er wusste nicht, wie oft er schon aus alten CDs irgendwelche seltsamen unnötigen Weihnachtsbasteltipps bekommen hat.

Erst gestern kam eine Frau, die ihm tatsächlich einen „DIY Adventkalender“ verkaufen wollte. „Sie können etwas Wunderschönes mit Ihrer Freundin unternehmen“, hatte sie noch gemeint. Sie hatte noch ziemlich viele andere Adventkalender im Angebot. „Stricken sie bunt – jeden Tage eine neue Masche“ (mit der wir Sie in den Weihnachtsblödsinn locken können) oder auch „Probleme mit dem Abfluss – 24 Arten, Ihr Bad zu reinigen (am besten sollte man den Kopf von diesen Leuten waschen). Aber das seltsamste war vermutlich der Matheadventskalender. (Jeden Tag ein weiteres Problem, welches ich zuvor nicht hatte. Ob Aminosäuren genauso gut einen Kalender machen konnten? Am 06. Dezember erklärt man dann noch, dass die Mitochondrien die Kraftwerke der Zellen sind.) Auch Mathe und Biologie ließen ihn kalt. Bei dem einen wurden nur irgendwelche Zahlen aufgeschrieben, die dann durch lustige Zeichen größer oder kleiner wurden und das andere beschäftigte sich mit unaussprechlichen Fachbegriffen, bei denen nicht festgelegt war, ob man sie nun mit k oder c schrieb. Schließlich hatte er sich einen Mondkalender für das nächste Jahr gekauft. Es hatte ihn schon immer gewundert, woran man erkannte, dass der Mond sich in einer günstigen Lage zum Putzen befand.

Stichwort putzen, da war ja noch was. Er drehte sich um zur Küche und legte das seltsame grüne Buch auf den Stapel auf der Mikrowelle. Er holte sich einen Schwamm und machte den Backofen auf. Tief durchatmen, alle Pizzareste der vergangenen sieben Woche kamen ihm entgegen. So fühlte sich der liebliche Duft des Trimesterputzes an. Damals, als er noch nicht Mal ein Jahr die Vorzüge des…

Fortsetzung folgt – übermorgen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.