Asien. Zuerst China, dann vielleicht Bhutan, Indien oder Vietnam. Hauptsache raus aus dem von Weihnachten besessenen Deutschland! In Ländern, in denen die fdGO wohl weniger gilt und nicht jeder Mensch verrückt spielen konnte, erhoffte sich Tutanchamun keinerlei Weihnachtsstimmung oder übertriebenen Kitsch. Voller Vorfreude setzte er sich also in das Flugzeug Richtung Peking, ohne genau zu wissen, was ihn dort erwarten würde. Außerhalb Europas war er noch nie gewesen, hatte die asiatische Kultur noch nie wirklich kennengelernt. Auch eine Unterkunft hatte er noch nicht gebucht. „Solange es keine Herberge mit Standards, die denen der SMV-Hütte entsprechen, ist, ist alles gut!“, dachte sich der von Deutschland genervte Auswanderer. „Während der Weihnachtszeit spielen doch alle verrückt!“ Tutanchamun ließ seine Blicke über die in das Flugzeug einsteigenden Menschen schweifen: Viele schienen nach Hause zu fliegen und kamen mit von Geschenken überladenen Koffern gestresst an ihren Sitzen an. Die Airline versuchte die Stimmung mit weihnachtlicher Dekoration im Flugzeug aufzumuntern. Es gab sogar ein Adventsmenü und alle Flugbegleiter trugen einen Button, der verständlich machte, dass sie den Passagieren Frohe Weihnachten wünschen. Mit Schrecken musste Tutanchamun feststellen, dass auch hier die von ihm verhasste Weihnachtsmusik läuft. „Ist das wirklich der Sinn von Weihnachten?“ grübelte Tutanchamun, während er die anderen Passagiere still beobachtete. „Mittlerweile geht es nur noch um Geschenke, Kitsch und anderes unnötiges Zeugs“, dachte er. Auch seine Mutter hatte ihn gefragt, was er sich wünsche. „Nichts“, hatte er geantwortet. Sein Bruder wünschte sich einen neuen 36kg Beamer mit 7500 Lumen, seine Schwester brauchte unbedingt ein neues Handy. Tutanchamun schüttelte nur den Kopf bei dem Gedanken an seine Geschwister. Er war erleichtert, dass er sich nun aus dem Staub machen konnte und Weihnachten nicht mit ihnen verbringen musste. Er konnte es kaum erwarten endlich abzuheben, als …

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