Es war Weihnachten und ihr so, als ob eine neue Zeit angebrochen war. Ein Duft nach Zimt und Girlanden hingen in der Luft.

Gleich am ersten Dezember hatte sie den Adventskalender geöffnet und ihm ihr Herz. Und jetzt war endlich der Tag gekommen und er gleich in ihr Haus, was sie so sehnsüchtig erwartet hatte und sich davon so viel… Der Zimtduft stand ihr bis zum Kopf und sie vor dem Kamin, wartend, ausharrend. Die letzten vierundzwanzig Tage hindurch hatte er ihr Geschenke und sie ihm eindeutige Zeichen gesandt. Sie mochte ihn und auch noch so lange warten, das spielte ihr zwar übel mit, aber nun auch nicht wirklich eine Rolle.

Dann, plötzlich, wurden die Glocken geläutet und seine Ankunft ein. Ein Poltern, zunächst leise, dann lauter Staub rieselte durch die Decke herab, wie der Schnee vor der Haustür. Endlich fiel er durch den Kamin –

und sie aus allen Wolken, als sie sah, wie dick er war. Das war eine Unverschämtheit und ihr nun gar nicht mehr feierlich zumute. Sie ließ sich auf einen Stuhl sinken und ihren Tränen freien Lauf.

Doch dann fasste sie einen Entschluss und eine Kordel. Eine einzige goldene Weihnachtskugel befand sich noch neben dem Baum und sie, dass es nun Zeit sei, ein Ende zu setzen. Also hängte sie den kleinen goldenen Ball und ihn kurzerhand auf. Ihr Traum hatte sie schließlich auch hängen gelassen, und sie nun eben ihn.

Der Baumstamm brach und sie unter der emotionalen Last zusammen. Der ganze Baum kippte um, sie einige Gläser Wodka hinunter, bevor der Mut sie verließ und sie den Raum.

Egal, es gab ja auch noch den Osterhasen und somit immer noch Hoffnung für sie. Bald würde sie Eier und die große Liebe suchen.

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