Der Studieninformationstag hat sie wieder hervorgekramt: die Zukunft. Wie wird sie werden? Wie wird sie sein? (Ich werde sterben / aus ein wird kein.)

Warum machen wir uns so viele Gedanken um die Zukunft?

Weil sie nicht einfach nur eine andere Zeitform ist, die wir im Deutschunterricht behandeln. Sondern weil sie einmal Realität werden wird.

Das Morgen von heute ist das heute von morgen. Alles, was wir heute machen, hat eine Auswirkung auf morgen, auf unsere Zukunft. Wir müssen heute Entscheidungen treffen, die unser morgen bestimmen.

Manchmal fallen sie leicht. Lieber die Hausaufgaben erledigen und morgen im Unterricht damit punkten oder mit den anderen Volleyball spielen? Lieber gesund essen oder eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben? Bei derartigen Fragen entscheiden wir uns leicht, weil die Auswirkungen auf die Zukunft nicht allzu schwer wiegen. Selbst wenn wir uns für den Weg entscheiden, der in der Zukunft vielleicht nicht der beste ist, ist das nicht schlimm, denn es handelt sich nur um eine nicht gemachte Hausaufgabe oder um eine Tiefkühlpizza.

Manchmal fallen sie jedoch auch sehr schwer. Wenn wir uns entscheiden müssen, wie es später weitergeht. Später, nach dem LGH. Wenn uns gesagt wird, für ein Studium im Ausland müssten wir uns schon in der 11. Klasse bewerben. Wenn der Besuch des Studieninformationstags ab der 9. Klasse Pflicht ist und man dann perplex unter der Uhr herumsteht und sich fragt, was man denn überhaupt später mal machen will. Und selbst wenn man meint, genau zu wissen, was man mal werden möchte – nichts ist hundertprozentig sicher.

Im Kindergarten wusste ich genau, was ich mal werden möchte. Pirat. Aber bitte Kapitän, wenn schon, nicht irgend so ein Idiot, der auf dem Ausguck herumgammelt. Als ich mir jedoch einmal näher die Arbeitsmarktsituation angeschaut habe, bekam ich Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Wunsches… Neulich habe ich im Sozialpraktikum die Kindergartenkinder gefragt, was sie mal werden möchten. „Katze“ war, glaube ich, die originellste Antwort.

Aber die Zukunft, das morgen von heute, wird auch das gestern von übermorgen. Die Zeit nimmt ihren Lauf. Keine Episode im Leben hält ewig an, und keine Entscheidung ist so schwerwiegend, dass sie alles bestimmt, außer vielleicht, wenn es um Leben und Tod geht. Aber, so schlimm es auch klingen mag, selbst ein BWL-Studium ist nicht der Tod (und kann immer abgebrochen werden).

Und Angst muss man vor der Zukunft garantiert nicht haben. Das haben schon Milliarden anderer Menschen vor uns geschafft. Da kann es nicht so schwer sein.

Bis ich mich endgültig entscheide, wie ich mein Leben nach dem Abitur verbringen möchte, sage ich einfach, ich werde mal „Pirat“.

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