Nichts tun bedeutet etwas, das habe ich gerade eben herausgefunden. Das heißt, es lohnt sich nichts zu tun.  -Nichts was im Leben wichtig ist

 

Das Nichtstun, welches oft am Sonntag herrscht. Eine unglaubliche Ruhe legt sich auf die Gänge des gefüllten Hauses. Diese gähnende Leere übergreift den ganzen Campus. Die Flure stehen leer, die Vorhänge sind zugezogen, da niemand wirklich Lust hat aufzustehen. Schwer rollt man aus dem Bett, am liebsten würde man gleich wieder in dieses hinein fallen, aber man sucht sich etwas Bequemes aus, um zumindest halbwegs angezogen zu sein.

Widerwillig macht man einen Abstecher ins Bad, doch die Wärme hält einen gefangen. Vielleicht weckt einen das kalte, spritzende Wasser, welches man aus Versehen angemacht hat. Doch dann sinkt man auf die Fliesen des warmen Bodens und bleibt noch eine Weile, bis jemand mit derselben Motivation hinein kommt und irgendwie gezwungen ist aufzustehen, da man den Weg versperrt. Wer noch hier genug Kraft hat, schleppt sich widerwillig den halben Kilometer über den Campus um etwas zu essen. Zu viel Auswahl am Morgen überfordert einen, sodass man zum Nächstbesten greift und hofft, dass es gut schmeckt. Langsam und verschlafen trinkt man sein warmes Getränk und schaut verstohlen aus dem Fenster und versucht den Gedanken an morgen zu verdrängen.

Am liebsten würde man sich zurück kuscheln in etwas Warmes und Bequemes. Am Tisch herrscht Stille, denn keiner hat wirklich Lust den Mund unnötig aufzumachen und gleichzeitig zu wissen, dass man einen vollständigen Satz als Antwort nicht erwarten kann. Höchstens ein leises Brummen, welches bestätigt, dass man einen gehört hat. Auch das Tendieren zu einer leidenschaftlichen Diskussion fällt aus. Wieso können die Tage nicht so unendlich zäh vorübergehen? An diesem einen Tag verschwindet jegliche Hektik aus dem Leben und lieber lässt man etwas gehen, anstatt aufzuspringen und dem nachzurennen. Anschließend wandert man zurück, genießt mehr oder weniger die frische Luft, zieht man sich in sein Zimmer zurück und wartet, dass der Tag vergeht.

Das absolute Nichtstun übergreift dennoch nicht die Tätigkeit des durchschnittlichen Schülers. Die Arbeit für morgen stapelt sich auf den Schreibtisch, doch nach sechs Tagen Arbeit findet kaum jemand die Motivation für diese, vielleicht schon morgen vergessenen, Aufgaben. Also lässt man sie liegen und beobachtet sie von seinem Bett aus. Nachdem man den Blick nicht mehr erträgt, dreht man sich auf die andere Seite und möchte eigentlich nur noch schlafen. Die Uhr, welche neben dem Stapel steht, tickt und der Zeiger wandert nach vorne, ohne dass in dieser Zeit Produktives passiert. Was hat das noch an Bedeutung?

Irgendwann bemerkt man, dass es schon Zeit ist erneut zum Essen zu gehen. Man fragt sich am liebsten gar nicht mehr, was man eigentlich den ganzen Tag gemacht hat und wundert sich darüber, wie schnell er vergangen ist, obwohl man den Sekundenzeiger sicherlich schon für eine Weile beobachtet und das Gegenteil festgestellt hat.

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