Als frühere Kaserne hat das LGH vielleicht weniger Entscheidungsraum in Sachen Aussehen und Architektur als andere Schulen, die erst später erbaut wurden. Natürlich sieht man noch überall die Überreste der vorherigen Bewohner und auch manch architektonische Ungewohnheit. Mein Favorit ist definitiv die untere Treppe zur Bibliothek. Mich amüsiert die Tatsache, dass man rein theoretisch die Treppe hoch und gleichzeitig gegen die andere laufen kann. Auch die Höhe vom Fenster ergänzt das ganze Erscheinen.

Doch abgesehen davon befinden sich ein paar Neuheiten in den vergangenen Jahren auf unserem Campus, wie zum Beispiel Haus 25, welches jetzt einer ordentlichen Untersuchung stand halten muss. Kann es das trotz seiner dünnen Beine? Kleiner schlechter Witz, aber wirklich, was dachte man sich damals dabei, das Haus 25 auf Stelzen, die Krankenstation und  der WG 1 zu bauen? Teilweise beängstigt mich die Tatsache, dass sich unter mir mehr oder weniger nur Luft befindet. Hätte man dies vielleicht nicht getan, würde der Wind mir vielleicht weniger um die Ohren ziehen. Was mich auch verwundert, sind die Treppenhäuser außerhalb des geschlossenes Gebäudes. Ist das nicht auch umständlich für die diensthabenden Lehrer?

In einem Gedankenaustausch spekulierten wir über eine veränderte Version von Haus 25. Als erstes hätten wir ein unteres Stockwerk, so dass man nicht mehr einfach durch laufen könnte. So wäre das Windproblem mehr oder weniger vermindert werden. Allerdings wollte man die Aussicht auf den Universitätspark nicht zubauen und ließ es frei, damit der ganze Raum luftiger erscheint…

Als nächstes hätten wir das Dienstzimmer ins Untergeschoss gelegt, um eine Zentrale von allen Seiten zu haben. Im Augenblick muss jeder einen Umweg zum Austragen machen, welcher dadurch verkleinert werden würde. Auch die Externen-Liste würde weniger Mühe bereiten. Derzeit haben eigentlich die Leute Glück, die direkt am Dienstzimmer leben. Abgesehen davon, dass die Aktivität von Hinein- und Hinausgehen erhöht ist. Ursprünglich war gar kein Dienstzimmer vorgesehen und als mehr oder weniger „Notlösung“ wandelte man eines dieser kleinen Zimmer dazu um.

Man würde von unten durch eine oder zwei Türen mit den Transpondern herein kommen. Dies könnte dazu führen, dass auch das ständige Summen der Transponder vermindert wird, das manchen Zimmern schon auf die Nerven gehen könnte.

Neben diesem Zimmer in der Mitte würden jeweils zwei Treppenhäuser nach oben führen, so wie es jetzt auch ist, mit dem Unterschied, dass diese durch den geschlossenen Raum etwas mehr Wärme verteilen. Außerdem wäre das Anziehen einer Jacke erspart gewesen. Aber stattdessen hat das Haus eine große Plattform aus Holz. Die Treppe wurde aus Kostengründen  offen gelassen, aber die Plattform sollte als eine Art Terrasse dienen, wo man ursprünglich ein paar Gartenmöbel hinstellen wollte. Doch dies blieb aus.

Allerdings ist anzumerken, dass das LGH äußerst viel Freude an Treppenhäusern außerhalb der Gebäude hat, hierzu reicht auch ein kurzer Blick auf die naturwissenschaftlichen Räume.

Zuletzt verwundern mich die Türen. Während man in den alten Gebäuden sehr gerne Tag der offenen Tür spielt, kann man in den neueren WGs nicht einmal quer durch lüften, da sich die schwere Tür in nur wenigen Sekunden zu knallt und ein kleines Erdbeben bei jeder weiteren Zimmertür verursacht. Nicht zu letzt ist es eine Problem, ohne Schlüssel in die kleinen Wohnungen zu kommen ohne ein Hämmern gegen die Tür oder die Spekulation, welches der Klingeln nun die richtige für den Gastgeber sei. Vielleicht kommt es dadurch aber auch zu etwas mehr Ruhe, was einem auch nicht schaden kann.

Ob nun Haus 25 als (günstigere) Notlösung für weitere Internatsräume oder als ein innovatives und einmaliges Bauwerk angesehen werden soll, bleibt jedem selbst über lassen – aber nicht zu vergessen, es hat einen Preis gewonnen.

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