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Alljährlich findet der Mathe-Sprach-Austausch zwischen dem LGH und dem ukrainischen Lyzeum „Naukova Zmina“ statt. Aber der Austausch geht weit über Mathe oder Sprache hinaus: Es ist das gewisse Etwas des kulturellen Aufeinandertreffens und das in Kontakt Treten mit faszinierenden Menschen, so berichteten dem Autor einige Deutsche, die aktuell mit dabei in Kiev sind.

Viele vom Autor dieses Artikels befragten Austauschteilnehmer, deutsch sowie ukrainisch, geben außerdem zu, dass die Mathematik für sie an zweiter Stelle steht. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, und für diese wird mit diversen Herausforderungen und Gelegenheiten für eigenständiges Denken bestens vorgesorgt. Von einem Sprachaustausch kann man auch nur im Sinne von bilateralem Austausch von Englisch sprechen. Deutsche Schüler, die sich intensiv mit der russischen Sprache auseinandergesetzt haben, sofern es sie gibt, können sich natürlich entsprechend mit ihren Gastgeberfamilien unterhalten (denn beinah alle Ukrainer sprechen auch Russisch).

Aber eine Sache, die den Autor dieses Artikels für den Rest seines Lebens gen Osten ziehen wird, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Зефир („Sefir“).

Das Ambrosia der Götter ist nichts im Vergleich zu diesem traumhaften Konfekt! Nun ist diese süße Speise weder traditionell noch etwas völlig Neuartiges. Das Aussehen ähnelt dem eines wohlgeformten, vollschlanken marshamallows (siehe Bild). Dieses unscheinbare Äußere verbirgt jedoch die Herrlichkeit dieser oftmals mit Tee servierten Delikatesse! Würden mehr Deutsche nach Osteuropa reisen und Зефир probieren, so würde mit Gewissheit eine massive Einwanderungswelle die Ukraine und andere Länder, in denen diese Panazee ohne ärtzliches Rezept in jedem Supermarkt erhältlich ist, überfluten. Tischte man der Europäischen Kommission das Gericht auf, so würde die Ukraine binnen Minuten ein EU-Staat! Zumindest würden Importeure osteuropäischer Spezialitäten in den DAX aufsteigen.

Beißt man in ein Зефир, sei es die Originalversion, eines mit Fruchtsirup, oder ein mit Schokolade überzogenes, so schmilzt dieses Gottesexkrement mit zielsicherer Saccharinität und Schaumigkeit im Mund. Das Erlebnis dieses gustatorischen Feuerwerks ist der Meinung des Autors nach mehr als Grund genug, sich für den Austausch im kommenden Jahr anzumelden (Ansprechpartner wäre momentan vornehmlich Frau Lomonosova).

Ohne Frage ist es auch hilfreich zu vermögen, die Anzahl der Permutationen, in denen ein Teller voller unterschiedlicher Sorten Зефир gegessen werden kann, zu berechnen.

–Kiev-Korrespondent von Der Farbfleck vor Ort

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