Am Anfang dachte jeder noch: „Dies wird mein Jahr!“, eine kleine Gruppe war sogar in Boston diesen Januar! Man freute sich über den Schnee und einem taten die Hände von der Kälte weh. Auf in die Mensa! Zum Mittagessen mit heißer Suppe saß eng gequetscht die Truppe.

Doch schon bald, im Februar, war der Zweifel an den Vorsätzen und Wünschen da. Eine internationale Krise von Seiten der USA, australische Waldbrände und näher rückte das zweite Halbjahr. Man plante noch die nächsten Monate voll, vielleicht wird es noch durch die ein oder andere Nachtaktion toll!

Im März galt plötzlich jede Nachricht als kein Scherz und als bald realisierte man den Schmerz. Die Schüler waren nun in ihrer kleinen eigenen Blase, man fühlte sich wie in einer Weltuntergangsphase. Berge an Klopapier und Nudeln verschwanden aus dem Regal, nur der Norma hatte alle Arten von Pasta zur Auswahl.

Der April ist wie immer wild wenn er macht, was er will, indem fast jeder Zuhause chillt. Die Kreativität erreicht ihren Höhepunkt, während die Motivation für Schule von Tag zu Tag schwund. Plötzlich trieb man Sport und merkte: nach vier Wochen es ist immer noch Mord.

Im Mai schnupperten die Ersten erneut etwas von der LGH-Luft, doch der eigene, dank 1,5 m, war vermutlich der einzige Duft. Notgedrungen schlief manch einer an ungewohnter Stelle und weg waren die (Frühlings)bälle. Erstaunlich ruhig schrieben die 12er ihr Abitur und meisterten dieses mit Bravur.

Den Campus durchdrangen nun auch Mittelstufenschüler an einem heißen Junitage, das war dem einem oder anderen Oberstufenschüler eine Plage. Vorbei waren die ruhigen Zeiten, doch die Energie der Siebis sollte gerade zur Freude verleiten. Sonnenuntergänge zu beobachten war Tagesordnung, hoffentlich ohne Abstandsverwarnung.

Im Juli fragte man sich wann das alles aufhört und wie langes es noch dauert, während man auf den Treppenstufen von Haus 25 kauert. Die Mensaschlange stand schon bis vor die Tür, selbst kochen bot keinen Ersatz dafür.

Endlich brachen die Sommerferien aus, man wollte nur noch aus dem Land raus. Anstelle dessen saß man im August mit seinem tropfenden Eis in seinem Garten und verfluchte seine Nachbarn, die mit Gartenarbeit durchstarten.

Ein neuer Schwall an Schülern im Sebtember machte das Leben am LGH bunter. Jeder war noch am Anfang freudig munter. Fast began alles normal zu erscheinen, nur das Maskentragen im Flur schien zu verweilen.

Bald, im Oktober, liefen wir eine Woche in Masken in unserer WG umher, doch man freute sich jeden Turnus auf eine Wiederkehr. Die Wahlen der USA waren ein Thema im Unterricht, man gewöhnte sich langsam an seine frühere Zeitschicht. Bald würde die SMV tagen, jetzt hieß es nur noch bis zu den Herbsferien warten.

Die Zahlen stiegen während dem November schon wieder an, neben Klausuren und B-Wochenenden wurde es dem einem oder anderen bang. Strengere Hygienemaßnahmen hielten die Menschen trotzdem nicht ab, zu dekorieren, um zumindest das Gefühl von Weihnachten nicht zu verlieren.

Plötzlich heißt es im Dezember wieder vorzeitig nach Hause fahren, um von dort aus sich noch die letzten Tage virtuell auszumalen. Zwischen all den Dekorationen wünscht man sich heiße Maronen. Nur die gibt es dieses Jahr vermutlich nur selbstgemacht, wäre hätte bloß dies alles Anfang 2020 gedacht?

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