Ende August, irgendwo in Ostfriesland – ich sitze im Liegestuhl und lasse mich von der Sonne bescheinen. In der linken Hand habe ich einen Briefumschlag, gefüllt mit 23 bunten Zetteln, in der rechten Hand halte ich mein Handy, geöffnet ist ein Galerieordner, der aus unzähligen Back-Selfies und Chorvideos besteht, er heißt „Deutsche Schülerakademie – Urspring 2018“.  Die Sommerferien sind verflogen wie ein Wimpernschlag, es fühlt sich so an, als hätte ich die letzten drei Wochen in einer Parallelwelt oder zumindest in einem Raumschiff verbracht, dort eine Reihe von unglaublich schönen Erinnerungen gesammelt und wäre nun abrupt zurück in meine alltägliche Welt gebeamt worden.

DSA – bitte was?

Dieses Jahr probierte ich etwas Neues aus und verbrachte die Sommerferien nicht wie sonst im Urlaub oder auf Pfadfinderlagern, sondern besuchte die „Deutsche Schülerakademie“. „Bei der Deutschen Schülerakademie handelt es sich um ein außerschulisches Programm zur Förderung besonders leistungsfähiger und motivierter Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe.“ Dies ist der erste Satz der Website der Schülerakademie. Das Programm wird getragen von der Stiftung „Bildung und Begabung“ und gibt jedes Jahr ca. 1000 Schülern, die kurz vor dem Abitur stehen, die Möglichkeit, 16 Tage ihrer Sommerferien auf einer Akademie zu verbringen. Dabei bilden ca. 15 Schüler einen Kurs, der sich mit einem Spezialgebiet der Wissenschaften beschäftigt und für den sie sich im Vorfeld Wissen aneignen. Ziel ist es, die Jugendlichen für das Wissensgebiet zu begeistern und sie an wissenschaftliches Arbeiten auf Universitätsniveau heranzuführen. Auf meiner Akademie gab es neben dem Lateinkurs „Intellekt, Macht, Verschätzung“, den ich belegt habe, die Kurse „Diskrete Mathematik“, „Der Weg zum virtuellen Windkanal“, „Kooperation testen“, „Hat der Sozialstaat ausgedient?“ und „Die Kunst des Reisens“.

Das Bewerbungsverfahren für die Akademie verläuft in zwei Schritten: In der ersten Runde werden zunächst potentielle Teilnehmer gesammelt. Dazu dürfen Schulen geeignete Schüler vorschlagen, Wettbewerbe ihre Sieger weiterleiten und auch Schüler, die sich für geeignet halten, können Bewerbungsunterlagen einschicken. Allerdings ist nur für rund ein Drittel aller Bewerber ein Platz vorhanden. Der zweite Schritt verläuft halbautomatisch, die Schüler geben online ein, welche Kurse sie belegen möchten, welche Musikinstrumente sie spielen und welche Sprachen sie sprechen, ein Computer teilt daraus dann zu, wer die spärlichen Kursplätze belegen darf.

Ich war im Vorfeld der Akademie etwas wankelmütig, was die Vorfreude betraf. Natürlich freute ich mich darauf, neue Leute aus ganz Deutschland kennenzulernen und war sehr glücklich darüber, dass mein Kurs zugleich der erste Platz meiner Kurswahl war und das Thema mich wirklich interessierte, jedoch war ich mir nicht ganz sicher, ob ich nun wirklich den Großteil meiner ersehnten Ferien früh aufstehend und in einer Schule sitzend verbringen wollte. Was mich jedoch extrem neugierig gemacht hatte, waren die Erfahrungsberichte der Ehemaligen. Nahezu jeder, der bei einer Akademie gewesen war, berichtete von einer einzigartigen Erfahrung, manche sogar von tiefgreifenden Erleuchtungen ihrer Persönlichkeit. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass 16 Tage „Sommercamp“ so ein Abenteuer bieten konnten – doch ich wurde überrascht.

Zielort: Urspring

Meine Reise begann am Morgen des 2. August im Zug nach Urspring auf der Schwäbischen Alb. Schwerbepackt und voller Tatendrang hielt ich Ausschau nach anderen Teilnehmern, die ich schließlich dadurch erkannte, dass sie ebenfalls etwas desorientiert andere Leute musterten. Die letzte Etappe der Fahrt bestritt ich somit mit Sara aus Portugal, die von der deutschen Schule in Porto für das Programm vorgeschlagen worden war, und Linus, der sich wie ich die zwei Wochen ausgiebig mit Latein und der römischen Historie beschäftigen würde und mit dem ich im Zug begann, über die De clementia von Seneca zu fachsimpeln – der Akademieflair begann. In Schelklingen angekommen tauschten wir unser Gepäck gegen eine Landkarte des Dorfes und wurden dazu angehalten, den Pfeilen auf dem Boden zu folgen und so den Weg zur Urspringschule zu finden. Das Internat liegt weit abgeschottet ca. 2 Kilometer vor Schelklingen inmitten der Schwäbischen Alb, so wie man sich ein typisches Hanni-Nanni-Internat vorstellt. Wir erreichten den Campus nach einigen Umwegen (ja, wir hatten unsere Kompetenz unter Beweis gestellt und die Schnitzeljagdpfeile verloren), wo wir unsere Namensschilder samt Schlüsseln überreicht bekamen und unsere Zimmer beziehen durften. Untergebracht waren wir in den Internatszimmern von Urspring. Ich wohnte in der Alten Mühle in einer Art WG mit drei anderen Teilnehmerinnen, zusammen hatten wir Bad, Küche und das Dach der Mühle, was wir als Terrasse v.a. abends zum Sternebeobachten nutzten.

Durch das Einrichten von meinen neuen Gefährten getrennt, beschloss ich andere Teilnehmer kennenzulernen. Viele waren gerade damit beschäftigt, das Gelände durch eine Rallye zu erkunden, so schloss ich mich in der Mensa einer solchen Gruppe an und wir unterbrachen die Schnitzeljagd zugunsten eines Kuchenstücks. Während dieses ersten Nachmittags herrschte eine ganz besondere Atmosphäre: Niemand kannte die anderen, alle waren froh, nach teilweise 12 Stunden Anreise angekommen zu sein, und v.a. wollte jeder möglichst schnell Leute kennenlernen.

Abends wurden wir im Plenum offiziell willkommen geheißen und hielten ein erstes Kurstreffen ab, wo wir das Eis schnell durch originelle Kennenlernspiele brachen. Unsere Kursleiter Christine und Waldemar waren beide Lehramtsstudenten in Regensburg, die im Rahmen der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefragt wurden, einen Kurs zu übernehmen und selbst schon häufig an verschiedenen Akademien teilgenommen haben. Jedoch war schon am ersten Abend klar: Hier stellte sich kein Lehrer-Schüler-Verhältnis ein! Allein die Tatsache, dass die beiden hauptsächlich barfuß vor dem Kurs standen, kündigte eine entspannte Stimmung an. Und wir täuschten uns nicht: Egal ob beim nächtlichen Verfassen von lateinischen Geburtstagskarten oder bei der Korrektur von Dokumentationsentwürfen, die nachts um 23:59 unter ihrer WG-Tür durchgeschoben wurden, die beiden unterstützten uns, wo sie konnten, und lenkten den Kurs auf Augenhöhe.

TN, AKL, KüA – es lebe das Akronym

Die Tage in der Akademie waren straff durchgeplant: Nach dem Frühstück in der Mensa fand um 8:30 das Plenum statt. Dort kamen alle Teilnehmer (TN) und Akademie- und Kursleiter (AKL) zusammen und kündigten die Aktivitäten des Tages an. Neben dem Kurs lag der Fokus nämlich auf den sog. „kursübergreifenden Angeboten“ (KüAs), die von allen Anwesenden angeboten werden konnten und von Diskussionen über Gott und die Welt, dem Programmieren von simulierten Flugzeugabstürzen bis hin zum Massagekreis oder einer Kuschel-KüA reichten. Um ca. 9:15 fand sich die Akademie in ihren Kursen ein und arbeitete dort bis zum Mittagessen um 12:15. Das Konzept der DSA ist es, dass die Kursleiter nur am Anfang „Unterricht“ im Kurs abhalten, die Leitung des Kurses soll schrittweise den Teilnehmern selbst überlassen werden.

Jeder Teilnehmer hatte im Vorfeld ein Referat zu einem bestimmten Spezialthema unseres Kurses vorbereitet. Da die meisten dieser nicht die angesetzte halbe Stunde, sondern auch teilweise eine gesamte Kurseinheit dauerten, ging dieses Konzept vollkommen auf. Dazu trugen auch interaktive Teile der Referate bei und besonders das ausgeprägte Feedback, worauf bei der DSA unglaublich viel Wert gelegt wird. Jeder Teilnehmer bekam in drei Kategorien Feedback, wobei von beiden Seiten sehr strenge Regeln eingehalten werden mussten. So kenne ich mich nun wirklich gut im Formulieren von Ich-Botschaften und im Ausdrücken von Empfindungen während eines Referates aus, aber auch im Darstellen meiner besonderen Kritikfähigkeit durch Nicken, Danke sagen und im Klären von Verständnisfragen bezüglich der Empfindung des Publikums – dafür sorgte das Feedback zum Feedback.

Außerhalb der Referatszeit befassten wir uns mit verschiedenen Facetten der römischen Geschichte und den Konzepten von „Intellekt, Macht Verschätzung“, wir beleuchteten Spezialthemen, die in der Schule niemals Raum hätten, mir aber ein sehr viel umfassenderes Bild von der Antike verschafft haben. Die Kursatmosphäre war wirklich besonders: Jeder befasste sich gerne mit den Themen, jeder wollte möglichst viel mitnehmen, methodisch und inhaltlich, wir arbeiteten nicht etwa, um gute Noten zu bekommen, sondern weil es uns wirklich interessierte und weil wir als Kurs etwas schafften wollten.

Und das Essen?!

Zum Mittagessen trafen sich alle Teilnehmer in der Mensa. Und um den angstvollen Klang des Wortes zu entschärfen: Das Essen war wirklich ausgesprochen gut, es gab  zu jeder Mahlzeit ein kleines Buffet, die Hauptspeise und der Nachtisch standen auf den Tischen, die teilweise im Innenhof untergebracht waren. Die Schnitzel selbst paniert, die Gnocchis würzig angebraten, hatten die Mahlzeiten beinahe Restaurantniveau. Nach dem Essen hatten wir eine Stunde Pause bis 14 Uhr. Anfangs nutzten wir die Stunde um neue Leute beim Indiaca- oder Volleyballspiel kennenzulernen, mit fortschreitender Zeit wurde die Pause genutzt um den Energietank durch einen schnellen Power Nap aufzufüllen oder aber noch an der Dokumentation zu arbeiten.

Jeder Kurs einer Schülerakademie muss eine ca. 20-seitige Dokumentation im Stile einer Facharbeit über das im Kurs Gelernte schreiben, dabei werden Universitätsmaßstäbe angelegt, was spätestens bei der vierten Korrektur mit Kommentaren wie „immer noch etwas vage“ oder „bei der Fußnote ist ein Leerzeichen zu viel“ zu Ernüchterung führen kann. Umso größer war dann die Freude, wenn ein Absatz mal abgehakt oder sogar ein „gut!“ eingefügt wurde, auch Kommentare wie „Ich bin zu müde den Absatz zu lesen!“ führten immer zur Erheiterung. Obwohl das Schreiben der Dokumentation teilweise schlafraubend und anstrengend war, verloren wir nicht die Motivation, was mich wirklich fasziniert hat, vielleicht weil unsere Gruppe sich ein Ziel gesetzt hatte, vielleicht weil es uns anspornte zu sehen, wie viel Potential noch in den Texten lag.

Zeit für Pflichtaddit- *hust* KüAs

Zwischen 14 und 16 Uhr fand dann die erste KüA-Schiene statt, die aber für die KüMu, die kursübergreifende Musik geblockt war. Zunächst fand jeden Tag der Akademiechor statt, der mit über 40 Teilnehmern die größte KüA war. Obwohl die Chorerfahrung sehr unterschiedlich war, hatten wir uns ein sehr anspruchsvolles Programm vorgenommen, von der „Bohemian Rhapsody“ bis hin zum „Zigeunerleben“ von Schumann, kein Stück hatte weniger als vier Stimmen. Auch hier griff das Prinzip der Selbstkoordination. Am Anfang der Akademie fand sich mit der Musikerin Vanessa eine kleine Gruppe an Teilnehmern ein, die bereit waren, den Chor zu leiten. Sie brachte uns das Dirigieren bei und ging die Stücke mit uns durch. Ich durfte mit dem Chor die „Bohemian Rhapsody“ erarbeiten. Vor einem Chor von über 40 Personen zu stehen, ein Stück von Grund auf gemeinsam zu erarbeiten und die Stimmen zusammenzuführen, war eine einzigartige Möglichkeit, die ich bestimmt nicht mehr so schnell wiederholen kann. Nach dem Chor fand die tägliche instrumentale KüA statt: Völlig losgelöst vom traditionellen europäischen Musikbild beschäftigten wir uns in der Klezmer-Band mit der jüdischen Musik, die die Kultur von Balkan und Orient vereint. Diese Art von Musik größtenteils ohne Noten nur nach Gehör einzustudieren, die gewohnten Tonleitern zu verlassen, war ebenfalls eine völlig neuartige Erfahrung.

Um 16 Uhr fand dann eine kurze Kaffeepause statt bis es um 16:30 schließlich mit einer erneuten Kursschiene weiterging. Bis zum Abendessen zwei Stunden später beschäftigten sich erneut alle mit ihren Kursinhalten bis dann um 19 Uhr die zweite KüA-Schiene anbrach. Hier fanden häufig die kreativsten Angebote statt. Dann machten wir zusammen Zumba, erlernten Grundzüge der Gebärdensprache oder erheiterten uns bei Improtheater oder Powerpoint-Karaoke, wobei ein Referent eine ihm unbekannte Powerpointpräsentation bühnenreif vorstellen muss. Mein Kurs erfand das Gegenstück zur KüA, nämlich die KiA, ein kursinternes Angebot. Das Geburtstagsbacken für unseren Kursleiter Waldemar, dessen Party am nächsten Tag im Kurs mit einer Krönung zum Imperator und einem Bodybuilder-Warmup eingeleitet wurde, fand so viel Gefallen im Kurs, dass wir jede zweite Nacht in der Internatsküche buken. Auch wenn wir grenzenlos talentiert waren und uns wunderten, warum die Omeletts aus 1,5 Liter Milch und 4 Eiern nicht fest wurden oder Arme Ritter aus Vollkornbrot den Teig nicht aufsogen, hatten wir hier Zeit uns außerhalb der Kursarbeit kennenzulernen und eine unglaublich angenehme Kursatmosphäre aufzubauen. Schlafenszeiten gab es keine, nur lautstärkemäßig mussten wir abends aufpassen, was uns durch die Meldung der Nachrichten-KüA im Plenum verdeutlicht wurde: „Lateinkurs terrorisiert Gärtnerhausküche“.

Die Tri-Akademie

Die Akademie bestand aus drei Spannungsbögen: Der erste reichte bis zum vierten Tag, an dem verschiedene Exkursionen stattfanden. Einige gingen Paddeln oder machten eine Radtour, andere besichtigten ein Zementwerk oder Städte wie Stuttgart und Ulm. Der nächste Spannungsbogen bildete die kompakteste inhaltliche Schaffensphase im Kurs und ging bis zum Wochenende vor der Abreise. An diesem Samstag fanden die Rotation und das Sportfest statt. Bei der Rotation stellten Kleingruppen aus jedem Kurs Teilnehmern aus anderen Kursen die Kursarbeit vor, wobei jedem im Feedback erneut ein sehr umfassender Außeneindruck mit auf den Weg gegeben wurde und ich beispielsweise gelernt habe, dass ein Folienübergang in der Powerpointpräsentation, der aus einem wegfliegenden Origamivogel besteht, ein gewichtiger Anlass zur tiefgreifenden Selbstreflexion ist.

Ansonsten war die Rotation aber sehr aufschlussreich, wir hatten die Möglichkeit, auch in andere Bereiche der Akademie hinein zu schnuppern und die Gespräche der anderen Kurse am Mittagessenstisch besser zu verstehen. Das Sportfest am Abend war angepriesen als „postmoderner Fünfkampf“, bei dem die Kurse gegeneinander antraten und bestand v.a. aus Teambuilding-Aufgaben wie Planen falten und Bodenkontakt minimieren. Unsere ohnehin sehr enge Kursgemeinschaft hat dies als Anlass genommen, die Motivation des Kurses durch Plakate wie „Venistis! Curritis! Vincetis!“ oder Applaus mit Zumbatanzschritten und Hymnen auf der Cazoo zu präsentieren. Als Preis gewannen wir schließlich einen Kochabend, bei dem wir unsere Kochfähigkeiten erneut unter Beweis stellen konnten. Der Tag endete mit der Halbzeitparty, bei der wir bis spät in die Nacht tanzten und feierten.

Der letzte Spannungsbogen bzw. die letzte Woche war gefüllt von der Dokumentation, die uns neben den steigenden Nachtaktionen den Schlaf raubte. In dieser Woche hatte ich in keiner Nacht mehr als fünf Stunden Schlaf. Die endgültige Fassung der Doku in den Händen zu halten erfüllte uns dennoch mit Wehmut, da dies hieß, dass die Zeit nun wirklich bald vorbei war. Ein letztes Highlight bot das öffentliche Akademiekonzert zwei Tage vor der Abreise. Der Chor hatte vier anspruchsvolle Lieder auf die Beine gestellt, alle von verschiedenen Chorleitern geprobt. Zwei Tage vor Auftritt hatten wir noch zwei kleinere Gesangsgruppen gegründet, die eine führte die Lieder aus dem Film „Monsieur Mathieu“ auf, die andere sechsköpfige Gruppe führte das vierstimmige Stück „Lascia chio pianga“ von Händel auf. Dass wir es geschafft hatten, innerhalb von so wenig Zeit diese Ensembles zu gründen und die nicht gerade einfachen Stücke einzuüben, hat mich unglaublich beeindruckt und spiegelt den Akademieflair wider: Dass man nicht groß plant, sondern einfach anfängt, schaut, was dabei herauskommt, und dass es tatsächlich möglich ist, in so kurzer Zeit so etwas Großes zu schaffen, das ist das Einzigartige einer Akademie, wie ich es vorher nie erwartet hätte.

Was bleibt?

Den letzten Abend feierten wir eine Abschlussparty und schossen die letzten Selfies, am nächsten Morgen blieben wenige Augen trocken. Im ersten Plenum wurde die Akademie mit einem Raumschiff verglichen, das gestartet ist, eine Parallelwelt bietet und am letzten Tag wieder auf der Erde landet. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber die Zeit war eine einzige abenteuerlich kreative Schaffensphase, in der ich Freunde aus ganz Deutschland gefunden habe, die ich vor drei Wochen noch nicht kannte. Das Raumschiff ist wieder gelandet, ich bin zurück in der Realität, was ist mir geblieben? In meiner einen Hand halte ich mein Handy mit unzähligen wunderschönen Erinnerungen an die Zeit im Raumschiff, die mir für immer bleiben werden, in meiner anderen Hand halte ich den Umschlag mit den 23 Zetteln, gefüllt mit warmen Worten. Am letzten Abend bekamen wir die Möglichkeit, Zettel für andere Teilnehmer zu schreiben, um ihnen die Erinnerungen und Menschen der Akademie im Gedächtnis zu halten. Ich lese mir die Zettel zum unendlichsten Mal durch und denke: Nein, die Akademie war kein elitäres Leistungscamp, wo Streber ihre Konkurrenz durchchecken, sie war ein Raumschiff, eine Parallelwelt, wo wir, um die Akademiehymne aufzugreifen, „völlig losgelöst von der Erde“ zusammen gedacht und Spaß gehabt haben, zusammen etwas geschaffen haben, kreativ waren und ein Netz aus Menschen geknüpft haben, die diese Faszination teilen.

~ Charlotte Göbel

Ein Kommentar

  1. Das war aber mal ein ausführlicher Artikel!! Ne, mal im Ernst, man merkt, dass du richtig für die Akademie brennst. Schöne Eindrücke hast du da mitgebracht! Ich präferiere dennoch den guten alten Netflix-Binge 😛

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