…überfordert, was die Essensauswahl anging. Sushi, Wok-Gemüse mit Erdnussauce oder doch lieber frittierte Bananenscheiben? Egal was, alles war besser als der tiefgekühlte Gulasch mit Kartoffeln, den es die letzten Jahre an Weihnachten bei ihm gegeben hatte. Ganz kurz schlich sich ein wehmütiger Gedanke an Gertrudes köstliche Weihnachtsgans in seinen Hinterkopf. Schon morgens um 10 hatte die ganze Wohnung geduftet, und man hatte mindestens bis zum 26. von dem Festmahl gegessen. Ein irritierter Blick und fremdartige Laute aus dem Mund des Verkäufers rissen ihn aus seinen Gedanken. Etwas überfordert zeigte Tutanchamun auf eine Reisbox mit Frühlingsrollen. Die kannte er immerhin von zuhause, denn direkt neben der Niederlassung seiner KFZ-Versicherung gab es einen asiatischen Stand, an dem Tutanchmun hin und wieder gespeist hatte. Mit seinem Essen drängte er sich durch die Menschenmengen des Flughafens, auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen, wo er die weitere Planung seines Aufenthaltes in Angriff nehmen konnte. Was war er auch für eine Daumenschraube! Wenigstens nach einer Unterkunft hätte er schauen können, bevor er sich überstürzt ins Flugzeug geworfen hatte. Kurz wagte er es sogar, an einen Abbruch seiner Reise zu denken, doch er verwarf diesen Gedanken schnell, bestieg ein Taxi und ließ sich in die Innenstadt fahren. Tutanchamun setzte sich in ein Café und begann mit der Recherche nach einer Bleibe für die kommende Zeit. Er aß leckeres asiatisches Gebäck und hatte bereits ein Hotel gefunden, das ihm zusagte, da schreckte er durch lautes Gegröle hoch: eine Horde Jugendlicher taumelte vor dem Fenster auf und ab. „Das sieht doch ganz nach einer leichten Ethanolvergiftung aus“ brummelte Tutanchamun vor sich hin und fühlte sich sogleich an die heimische Verantwortungselite im Sommer erinnert, die er, wenn er aus seinem Fenster schaute, hin und wieder in ähnlichen Zuständen den Heimweg antreten sah. Entnervt klappte er seinen Laptop zu und ging in Richtung…

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