Fächer: Biologie und Geographie

Addita: keine

WG: mit Frau Kohler, Junior-WG, Haus 25 ganz rechts oben

Wohnt auf dem Campus: nein, in Lorch

Spirit Animal: keins 🙁

Motto: Ich lebe nicht, um zu arbeiten, sondern ich arbeite, um zu leben.

Was war Ihr erster Eindruck vom „Landesgymnasium für Hochbegabte“?

Ein sehr angenehmes Vorstellungsgespräch und sehr hilfsbereite, nette Lehrer. Das Kollegium wirkte gleich sehr jung und freundlich und ich habe mich schon gefreut, dass ich eventuell hier her kommen darf. Ich war ganz überrascht, dass das Gespräch so schön war.

Was ist Ihre Meinung zu Hochbegabten? Was macht den Unterricht mit Hochbegabten Ihrer Meinung nach anders?

Ich hatte ein interessantes Erlebnis, ich wollte im Unterricht einen Film zeigen und die Klasse hat gesagt: „Lassen Sie uns doch noch das Arbeitsblatt fertig machen!“. Das war wirklich ganz anders als an einer „normalen“ Schule. Ich finde das Niveau extrem angenehm, es macht Spaß, so viel Stoff einzubringen. Mir gefällt es auch sehr gut, dass Disziplin bei den Schülern kein Problem ist, jeder gut mitmacht, man wenig darauf achten muss, dass es ruhig ist und allgemein eine sehr konstruktive Arbeitsatmosphäre herrscht. Das finde ich sehr schön.

Wie sehr haben Sie Ihr Leben mit dem Wechsel ans LGH umgestellt?

Ich hatte zum Glück davor nicht wirklich einen regelmäßigen Rhythmus, deswegen stören mich die Änderungen nicht so sehr. Ehrlich gesagt passt das ganz gut in meine Struktur vom Tag und es macht die Tage interessanter. Ich glaube nur, man darf nicht zu viele sonstige Freizeitaktivitäten haben, die regelmäßig stattfinden, denn die kann man kaum erfüllen. Und je nach dem, wie man zuhause wohnt und mit wem man wohnt, ist es schwierig zu koordinieren, wer wann da ist und wo man dann noch Zeiten findet, die man auch zusammen verbringt. Das ist tatsächlich die größte Herausforderung.

Warum sind Sie ans LGH gekommen?

Bei mir gab es nur vier mögliche Arbeitsstellen, und das LGH war eine davon. Ich hatte auch nur dieses Vorstellungsgespräch und habe nicht erwartet, dass es klappt. Ich war dann aber sehr positiv überrascht, dass es geklappt hat.

Was gefällt Ihnen an Schule und Internat am Meisten?

Die Beziehung, die man mit den Schülern aufbauen kann, dass die Schüler nicht einfach nur Schüler sind, sondern ganzheitliche Menschen, und dass es irgendwie einen ganz anderen Zusammenhalt zwischen Lehrern und Schülern gibt, als man ihn an normalen Schulen hätte. Man würde auch deutlich besser verstehen, wenn Schüler sich mal merkwürdig verhalten, warum sie das tun und würde dann vermutlich gerechter urteilen, als man das sonst könnte.

Was stört Sie am Meisten? Was glauben Sie, könnte man am LGH noch verbessern? Was für Ideen bringen Sie vielleicht von Ihrer alten Schule oder aus anderweitigen Erfahrungen mit?

Ich glaube, ich bin noch nicht lang genug hier, um so viele Nachteile kennengelernt zu haben, aber teilweise fehlende moderne Technik sehe ich glaube ich als einzigen negativen Punkt. Die Biologie und die Geographie sind gut ausgestattet, da kann ich nicht klagen, aber es wäre natürlich angenehm, wenn die Technik in jedem Raum einheitlich auf einem guten Stand wäre, das würde den Unterricht deutlich erleichtern, und man müsste sich nicht immer im Voraus schon überlegen, in welchen Raum man geht und wie dort der technische Stand ist.

Was ist das Absurdeste, was Sie bis jetzt hier erlebt haben?

Ähm, ein Einhorn als Wappentier?! (lacht) Aber sonst, dass man eigentlich mit allen Schülern auf einem sehr hohen, erwachsenen Niveau reden kann, zumindest von dem, was ich bisher erlebt habe. Da bin ich jedes Mal wirklich etwas überrascht.

Was ist das schrecklichste Mensaessen, was Sie sich vorstellen können oder bereits erlebt haben?

Oh, ich weiß es! Vollkornnudeln mit Schinken-Sahne-Soße…

Welches Erlebnis macht Ihnen klar: Sie sind jetzt am LGH?

Eigentlich das, was ich vorhin gesagt habe. Als ich einen Film zeigen wollte, worauf alle Schüler an einer normalen Schule abgefahren wären und die Schüler hier lieber weiter arbeiten wollten. Das fand ich echt etwas irritierend.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie von der HOCHBEGABTENSCHULE erzählt haben?

Viele waren sehr interessiert und haben ganz viel nachgefragt. Man hat ja zum Glück die Möglichkeit, einiges zu erklären, um Vorurteile abzubauen.

Was würden Sie als Schüler hier tun? Würden Sie als Schüler herkommen?

Ich glaube, als Schüler wäre es für mich schwierig, dem Druck, den viele Leute aufbauen, die besser sind als man selbst, standzuhalten. Ich war selbst statt in einem G9 in einem G8 Zug und habe dort erlebt, wie angenehm es ist, wenn viele Leute richtig gut sind. Man lernt sehr viel dabei, aber der Druck ist wirklich höher. Ich glaube, solange mein altes Umfeld in der Klasse nicht sehr schwierig für mich wäre, würde ich nicht unbedingt wechseln. Als Lehrer schon, aber als Schüler nicht.

LGH-Schüler reden oft von dem LGH-Effekt, einer Art Charakterwandlung, die viele neue Schüler und auch neue Lehrer zumindest scheinbar nach ihrer Ankunft hier vollführen. Sehen Sie diesen LGH-Effekt bei Ihnen selbst ebenfalls?

Ich glaube, es braucht noch etwas Zeit, bis ich das beurteilen kann.

Vielen Dank für das Interview!

(Das Interview wurde geführt von Lena Bauer und Mira Uhde.)

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