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„Leute, Gott gibt es nicht.“

Glauben ist nicht Wissen. Und Wissen ist der zählende Faktor. Bezeihungsweise der Divisor, durch den wir die Wahrnehmung teilen können.

Erst, wenn wir die Galaxie bis in das letzten Gluon verstanden, verarbeitet und aufgezeichnet haben, haben wir 100% der im Universum zu verstehenden Ungeklärtheiten erreicht.

Der Nenner ist 1, Zahl dieser Gesamtheit der Wirklichkeit – die wir nie durch unser Wissen vervollständigen werden können. Was wirklich im Quotienten entsteht, sind die Versionen der persönlichen Wirklichkeiten, unvollständig durch unseren intellektuellen Bankrott an Möglichkeiten, über die Grenzen der Erklärbarkeit herauszudenken.

Was wir ebenfalls nicht wissen, ist, wie viele Nullen unser Divisor überhaupt enthält. Beträgt unser von der Wirklichkeit abhängiges Wissen 0,1%? Oder 0,0000001%?

Trotz allem sind wir uns immer noch sicher, dass wir näher kommen, wir uns endlich 1, der einen wahren Wirklichkeit, nähern. (Was nun wirklich Wahrheit ist, wollen wir einmal außen vor lassen.)

Unsere „Macht“ über die Wirklichkeit besteht aus Theorien. Wer die am plausibelsten klingende Theorie aufstellt, hat so lange recht, bis es eine andere gibt. Ist die Frage nach einer übermenschlichen, die Erklärbarkeit übertreffenden „Kraft“ auch eine dieser überarbeiteten Theorien? Ist Gott heute genausoviel wert wie die Pseudowissenschaften von Quantenphilosophie und Astrologie?

Für die meisten hat diese religiöse Form der Wirklichkeit, wie sie in tiefgläubigen Zeiten dogmatisiert wurde, einen weiter von 1 entfernten Quotienten als die Heutige und ist in eine als infantiles Zeitalter abzustempelnde Schublade zu stecken – wie wir es bereits mit zahllosen Wirklichkeiten getan haben.

Für uns, die in der exponentiellen Phase des Wissenswachstums geboren wurden, ergeben diese vorigen Stadien deshalb keinen Sinn mehr.

Aber es gibt die Zahlen der Gottesdienstbesucher in den Gemeindebriefen. Wer sind diese Menschen, die sich gegen die neue Kollektiv-Wirklichkeit sträuben? Was bewegt sie dazu, ihre persönliche Wirklichkeit trotz des Wissensdivisors aufrechtzuerhalten?

Es gibt jedoch keine Theorie, die falsifizieren kann, dass eine gewisse Macht nicht existiert. Wir befinden uns noch auf einem Grad der Wirklichkeit, der vor dieser Entscheidung steht; und wird man einen von uns fragen, werden wir auf eine Macht verweisen, die nicht den Namen Gott tragen muss.

Ist der nächste Schritt in Richtung 1 der der Falsifizierung?

Oder der des Beweises?

Denn, was wenn wir falsch liegen?

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