BrezelJedes Mal werde ich gefragt, was ich möchte, wenn ich nach Hause komme. Sei es vom Internat oder vom Ausland oder einfach von einem Besuch, so lautet meine Antwort: Ich hätte gerne eine Brezel. Von diversen Bäckern, hier ist es egal, ob in London, in München oder eben meiner Heimatstadt, probierte ich diese Köstlichkeit und stellte dabei eins fest: wer auch immer auf die Idee der Brezel kam, besser gesagt des allgemeinen Laugengebäcks kam, war ein Genie.

Es drehen sich ein paar Legenden um die Brezel und auch deren Ursprung ist nicht hundertprozentig geklärt, doch es steht fest, dass sie dem Mittelalter und den Klöstern entspringt. Ihre Form verdankt sie übrigens den betenen Händen, weshalb die Namensgebung aus dem lateinischen beziehungsweise dem althochdeutschen kommt und soviel wie Ärmchen bedeutet.

Doch woher auch immer die Brezel stammt, rettet sie nicht unser Leben? Oft als verlockendstes Gebäck in der Bäckerei? Wie oft kann ich mich erinnern, an einem Bäcker vorbei gelaufen zu sein und nach dem ich einen kleinen Hunger verspürte, entschied ich mich für einen kleinen Umweg. Besonders schön wird es aber, wenn man eine warme Tüte überreicht bekommt und erstmal tief einatmet, denn es geht nichts über den Duft von frischem Gebäck. Um ehrlich zu sein, wenn man früh genug oder zu spät aufsteht oder schlafen geht und noch kurz rausgeht (hierbei eignet es sich am besten um drei Uhr nachts) um etwas von der frischen Luft zu schnappen, dann weht einem ein frischgebackener Brotduft entgegen. Da in unserer kleinen Stadt ausgerechnet die Fabrik der größten Bäckerkette steht, passiert das öfters. Interessanterweise schmeckt jede der Brezeln anders, also natürlich tut sie das, doch welche von denen ist die beste?

Ich bin noch immer dafür, dass es sich für eine Brezel gehört ein bisschen Salz zu haben, welches sich in so einem kleinen Fleck sammelt. Ebenfalls bin ich dafür, dass die kleinen Ärmchen nicht zu dünn sind. Wer auch immer auf die Idee kam, süße Brezeln zu machen, dachte zu exotisch. Eine normale Brezel ist etwa doppelt so groß wie ein Brötchen und sollte mit Butter gegessen werden. Jetzt stellt sich die Frage, ob es möglich ist, eine Brezel mit Nussnougatcreme zu essen.

Am Ende lacht uns doch die Brezel einfach entgegen und während ich auf den Zug warte und sie langsam zerreiße, lächele ich auch – bis ich mich am heißen Innenteig verbrenne.

2 Kommentare

  1. Linus Schwarz sagt:

    Einer Legende zufolge wurde einem Bäcker die Aufgabe gegeben, ein Gebäck zu kreieren, durch das die Sonne dreimal durchscheinen kann. Aus Verzweiflung über das Misslingen warf er den Teig in die Luft und die erste Brezel enstand.

  2. Eszter Horvath Eszter Horvath sagt:

    Ich weiß, dennoch existieren manch andere Legenden. Ich kannte es eher als einen Mönch, dem eine neue Form für die Backwaren einfallen lassen wollte. Da er dies verzweifelt versucht hatte, beteten seine Mitmenschen dafür und während sie das taten, ließ er sich von den Händen inspirieren.

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