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Die Gaslampe flackert und wirft einen Lichtstrahl auf das regennasse Kopfsteinpflaster.

Ein dunkel verhüllter Reiter stürmt in die enge Gasse. Ich erhebe mich und zwinge das schwarze Pferd, sich aufzubäumen. Ich versuche das Gesicht des Reiters zu erkennen, doch seine Kapuze nimmt mir die Sicht.

Wortlos reicht er mir ein kleines Paket, dann reitet er weiter. Ich lasse das Päckchen in meinen Mantel gleiten und gehe in die entgegengesetzte Richtung davon, jetzt ist Eile geboten. Bis grade war die Nacht noch schön, sternenklar, doch das Paket wiegt schwer und jeder Schatten wird zum Scharlatan.

Ein klackern. Was ist das? Ein Polizeipferd? Panisch drehe ich mich um, kann jedoch nichts erkennen, dennoch beschleunige ich meine Schritte und ziehe meinen Mantel etwas enger. Ich spüre mein Herz schneller schlagen, als ich die Palastwache grüße. Sie reagiert nicht und ich verlagere mein Gewicht auf die Zehenspitzen, bereit zu rennen, dann doch ein Schritt zur Seite, sie gibt das Tor frei und ich setze meinen Weg fort.

Auf einmal fühle ich mich schmutzig. Draußen hat der Dreck mich getarnt, hier in den Palastmauern kennzeichnet er mich als Außenseiter. Umso mehr versuche ich so zu wirken als ob ich diesen Weg schon oft gegangen wäre, obwohl dies das erste Mal ist.

Ein Kammerdiener hält mich an, weiter darf ich nicht. Sobald das Paket meine Hände verlässt fühle ich mich frei und fast schon unverschämt schnell tragen mich meine Füße wieder aus dem Palast heraus. Draußen fallen die kalten Regentropfen auf meine Stirn…

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