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	<title>derfarbfleck &#187; Die Welt da draußen</title>
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	<description>mehr als nur schwarz auf weiß</description>
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		<title>Von der Kunst des Rollens</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2015 09:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Welt da draußen]]></category>
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		<description><![CDATA[von Sarah Dotterer Fußball ist natürlich eine der bekanntesten Sportarten, doch bei weitem natürlich nicht die Einzige. So gehört zu den bekannteren der akrobatischen Sportarten der Eiskunstlauf. Doch es gibt auch Eiskunstlauf auf Rollen, so wie in den 80ern jeder Rollschuhe hatte. Doch diese Sportart existiert auch noch heutzutage, wenn auch etwas professioneller als damals. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Sarah Dotterer<img class=" alignright" src="http://res.freestockphotos.biz/pictures/17/17906-roller-skates-pv.jpg" alt="http://res.freestockphotos.biz/pictures/17/17906-roller-skates-pv.jpg" width="469" height="363" /></em></p>
<p>Fußball ist natürlich eine der bekanntesten Sportarten, doch bei weitem natürlich nicht die Einzige. So gehört zu den bekannteren der akrobatischen Sportarten der Eiskunstlauf. Doch es gibt auch Eiskunstlauf auf Rollen, so wie in den 80ern jeder Rollschuhe hatte. Doch diese Sportart existiert auch noch heutzutage, wenn auch etwas professioneller als damals.</p>
<p>Ich selbst betreibe nun seit fast zehn Jahren diese Sportart. Für mich persönlich ist eine schöne Mischung aus Tanz, Musik und Rollen.</p>
<p>In Deutschland gibt es die RKB Solidarität sowie den Württembergischen/ Deutschen Roll- und Inlinerverband (WRIV/DRIV). Bei beiden Verbänden gibt es sowohl das Pflicht- als auch das Kürlaufen.</p>
<p>Beim Pflichtfahren wird auch zwischen vorwärts und rückwärts sowie auswärts und einwärts unterschieden. Auswärts ist wenn der äußere Fuß weggestreckt ist, da man immer nur auf einem Bein fährt, einwärts ist wenn der innere Fuß weggestreckt ist. Es werden Dreier, also eine Drehung von rückwärts auf vorwärts oder von vorwärts auf rückwärts, Doppeldreier, also zwei Dreier, Wenden bzw. Gegenwenden, Dreier mit bzw. gegen den Uhrzeigersinn mit Kreiswechsel, vorgeführt.</p>
<p>Die Läufer laufen auf Bögen, zwei gleichgroße, miteinander verbundene Kreise, Schlangenbögen, drei gleichgroße, miteinander verbundene Kreise, sowie Schlingen. Schlingen sind kleinere Kreise, in denen auf der gegenüberliegenden Seite des Starts eine Schlinge aufgezeichnet ist und genau auf dieser muss man fahren. Bei den Schlingen gibt es keine Dreier, Gegendreier, Wende sowie Gegenwenden.</p>
<p>In der Kür wird beim WRIV/DRIV in den Leistungsklassen nochmals zwischen Kurzkür und Langkür unterschieden. Bei der Kurzkür sind festlegte Elemente, also Sprünge, Pirouetten und Schritte, in einer bestimmten Reihenfolge zu zeigen. Bei der Langkür sind bestimmte Elemente Pflicht, jedoch gibt es Höchstschwierigkeiten und die Reihenfolge dieser Elemente ist egal. Des Weiteren werden in den Leistungsklassen die Gruppen nur nach Alter eingeteilt.</p>
<p>In der RKB Solidarität gibt es nur Langküren und die Gruppen werden nach Leistungsständen eingeteilt.</p>
<p>Beim WRIV/DRIV gibt es zusätzlich den Solotanz. Dort wird wiederum zwischen Pflichttänzen und Kürtänzen unterschieden. Die Pflichttänze haben festgelegte Musiken und auch die Schritte sowie das Spurenbild sind vorgegeben. Bei den Kürtänzen gibt es auch vorgeschriebene Elemente, jedoch ist hier die Musik frei wählbar und es dürfen höchstens zwei Sprünge sowie zwei Pirouetten gezeigt werden.</p>
<p>Beim Paarlauf fahren, sowohl beim WRIV/DRIV als auch bei der Solidarität, je ein Mädchen und ein Junge zusammen. Bei diesem Wettbewerb bestehen die Küren zum Großteil aus Hebungen sowie Würfen, jedoch müssen bestimmte Sprünge und Pirouetten auch Teil der Kür sein.</p>
<p>Bei den Formationen fahren, sowohl beim WRIV/DRIV als auch bei der Solidarität, zwischen zwölf und 24 Läufern gleichzeitig auf der Fläche, jedoch werden keine Sprünge oder Pirouetten, sondern Kreise, Reihen, Durchkreuzmanöver und Blöcke vorgeführt.</p>
<p>Beim RKB Solidarität gibt es jedoch zusätzlich den Zweierlauf sowie den Gruppenlauf, bestehend aus vier Läufern. Bei diesen Wettbewerben geht es im Vordergrund um die Harmonie und die Synchronität der Läufer.</p>
<p>Ich hoffe ich konnte euch nun einen kleinen Einblick in eine für mich sehr schöne Sportart geben.</p>
<p><em>Bild: freestockphotos.biz</em></p>
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		<title>Die Leiden der jungen Freiwilligen</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2015 15:04:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Welt da draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Abitur]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[FSJ]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8211;  How many roads must a teenager go down before you can call him/her a volunteer? Ein Erfahrungsbericht &#160; von Lea Frauenknecht Meine Maxime für die Zeit nach dem Abitur? Erstmal ein Jahr lang was Freiwilliges machen und auf keinen Fall sofort studieren! Bereits in der sechsten Klasse hatte ich mir vorgenommen, nach der Schule [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8211;  <strong>How many roads must a teenager go down before you can call him/her a volunteer? <img class=" alignright" src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/1977_Hitchhiker-Luxemburg-1977.jpg?uselang=de" alt="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/1977_Hitchhiker-Luxemburg-1977.jpg?uselang=de" width="524" height="398" /></strong></p>
<p>Ein Erfahrungsbericht</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>von Lea Frauenknecht</em></p>
<p>Meine Maxime für die Zeit nach dem Abitur? Erstmal ein Jahr lang was Freiwilliges machen und auf keinen Fall sofort studieren!</p>
<p>Bereits in der sechsten Klasse hatte ich mir vorgenommen, nach der Schule etwas Anderes zu machen, ein Jahr lang, und nicht gleich mit dem Studium anzufangen. Damals entwickelte ich ein sehr ausgeprägtes Interesse an Israel und der jüdischen Kultur und plante, mein sogenanntes <em>gap year</em> in einem Kibbuz zu verbringen. Als die politische und sicherheitstechnische Lage in Israel sich in den darauffolgenden Jahren wieder zunehmend anspannte, beschloss ich, vielleicht doch lieber nach Südamerika zu gehen oder alternativ dazu in einem us-amerikanischen Nationalpark in einer einsamen Hütte zu sitzen, Bärenbestände zu erfassen und unachtsame Touristen anzumeckern. Als meine Familie mich schließlich bat, aus Sicherheitsgründen doch lieber in Europa zu bleiben und ich mich mit meinem Freund auf das ungefähre Ziel „Skandinavien“ geeinigt hatte, konnte es losgehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachdem ich diverse Möglichkeiten, ins Ausland zu gelangen, durchforstet hatte und schließlich beschloss, mich im Rahmen eines European Voluntary Service für ein Jahr in einer sozialen Einrichtung in Skandinavien zu bewerben, schrieb ich vor einem knappen Jahr an meine zukünftige Entsendeorganisation in Deutschland, die sich daraufhin dazu bereiterklärte, mich bei meiner Suche zu unterstützen und mich auf das Auslandsjahr vorzubereiten. Die letzten Wochen der Sommerferien verbrachte ich damit, die Database der Projekte zu durchstöbern, meinen Lebenslauf in Englisch umzuschreiben und einseitige Motivationsschreiben, die auf jede Stelle angepasst waren, zu verfassen. Den Arbeitsaufwand hierfür kann ich nicht genau beziffern, ich schätze ihn aber auf ungefähr 50 Stunden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kurz danach erfasste mich zum ersten Mal die ungute Ahnung, dass es nicht so einfach sein würde, wie ich mir das nach 50 Stunden Vorbereitung vorgestellt hatte: Manche Stellen sagten, sie würden zur Zeit keine Freiwilligen mehr aufnehmen; manche nahmen &#8211; entgegen dem, was in der Database vermerkt war – nur Bewerber von bestimmten Organisationen; manche meinten, ich sei zu früh dran und solle die Dokumente später schicken. Viele verzichteten ganze auf irgendeine Art von kommunikativer Regung. Wirkliche Absagen habe ich für an die 25 Bewerbungen nur zwei Stück bekommen. Nachdem ich nach dem schriftlichen Abitur immer noch keine Ahnung hatte, was ich wo nächstes Jahr machen würde, beschloss ich, mir einen Plan B zu suchen: Einigermaßen lustlos beschloss ich, mich für ein FSJ Kultur in Deutschland zu bewerben, kurz vor Bewerbungsschluss. Der Arbeitsaufwand hierfür war erfreulich gering und etwa zwei Stunden, die ich damit verbrachte, Fragen auf der Plattform des FSJ Kultur im Netz zu beantworten, standen nun den 50 Arbeitsstunden für den Europäischen Freiwilligendienst gegenüber. Etwa eine Woche später durfte ich den Stellen in den Bundesländern, in denen ich mich beworben hatte, Prioritäten zuordnen. Wieder zwei Wochen später wurde veröffentlicht, bei welchen Stellen ich Bewerbungsgespräche haben würde, darunter namhafte Institutionen wie das Grips-Theater in Berlin oder die Semperoper in Dresden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ab diesem Moment beschloss ich, dass es vielleicht doch lohnenswerter sein könnte, in Deutschland in Theatern, Opern und anderen Kultureinrichtungen zu arbeiten, als in Schweden alten Leuten den ganzen Tag Babybrei zu füttern oder kleinen Kindergartenkindern in Island auf der Toilette den Po abzuwischen. Das klingt jetzt vielleicht herablassend und arrogant, weil diese Sachen ja auch gemacht werden müssen. Fakt ist trotzdem, dass es durchaus attraktiver – weil anspruchsvoller- ist, im kulturellen Sektor zu arbeiten. Im Mai bin ich nun quer durch Deutschland zu verschiedenen Bewerbungsgesprächen gefahren und geflogen, zwei Mal nach Berlin, ein Mal nach Lübeck, ein Mal nach Kiel. Mindestens drei weitere Gespräche wären noch auf mich zugekommen, aber es kam anders.</p>
<p>Gerade sitze ich im ICE von Dresden nach Kassel, auf der Rückfahrt nach Schwäbisch Gmünd. Gestern Abend bekam ich eine E-Mail aus Kiel: Meine favorisierte Stelle schickte mir eine Zusage. Und das erste Mal seit knapp einem Jahr verspüre ich nun eine unheimliche Erleichterung, ausgelöst durch die eintreffende Gewissheit über das kommende Jahr. Jetzt muss ich nur noch eine WG finden und ab in den Norden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich will mit diesem Erfahrungsbericht niemandem davon abraten, ein freiwilliges Jahr zu machen, bevor das Studium losgeht. Das hat, meiner Meinung nach, fast nur Vorteile: Man sammelt erste praktische Berufserfahrungen; kann sich fachlich orientieren; sich Zeit geben, das richtige Studium zu finden und etwas tun, für das man später im Leben nie mehr die Zeit und nie mehr die Kapazitäten haben wird. Aber ich will mit dem, was ich hier schreibe, zeigen, dass es unter Umständen nicht einfach ist, als potentieller Freiwilliger einen Platz zu finden, auch, wenn die Bezahlung gering und die Arbeit oft sehr anstrengend ist.</p>
<p>Mit dem FSJ im Ausland, also zum Beispiel einem European Voluntary Service, kann es auch besser laufen, als das bei mir der Fall war. Mein Freund geht nächstes Jahr nach Finnland und arbeitet in einer kleinen Behindertenwerkstatt in der Nähe von Helsinki. Aber es gehört auch Glück dazu und das Gefühl, in vielen Fällen seine Bewerbungen quasi ins Nichts zu schicken.</p>
<p>Das Prozedere des FSJ Kultur, des FSJ Schule und des FSJ Politik ist auf jeden Fall transparenter und geordneter. Neben den vielen namhaften Institutionen, die Stellen anbieten, ist hier allerdings ein Problem, dass man lediglich 300 Euro Taschengeld im Monat bekommt, während beim European Voluntary Service Kost, Logis sowie ein etwa halb so hohes Taschengeld gestellt werden. Man kann allerdings Wohngeld beantragen, dass je nach Wohnort zwischen etwa 200 und 350 Euro im Monat liegt. Dadurch, dass man zu jedem Bewerbungsgespräch hinfahren muss, sieht man im Bewerbungsverfahren zum FSJ Kultur, FSJ Schule oder FSJ Politik unter Umständen sehr viel von Deutschland und kann sich ein besseres Bild von seiner potentiellen Einsatzstelle machen– das kann aber auch sehr anstrengend sein und macht sich zeitlich sowie finanziell durchaus bemerkbar. Und auch hier ist ein Platz nicht garantiert, vor allem nicht an solch recht begehrten Orten wie Berlin, wo dieses Jahr auf 140 Plätze im FSJ Kultur mehr als 1.400 Bewerbungen kamen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Also, liebe zukünftige Abiturienten und nach-dem-Abitur-eine-Stelle-als-Freiwillige(r)-Suchende: Wer wirklich ein soziales/politisches/kulturelles freiwilliges Jahr machen will, der kriegt auch eins, aber im Zweifelsfall eben nicht ohne erheblichen Aufwand und Umwege über zunächst weniger attraktiv scheinende Alternativpläne. Auf die Frage: „How many roads must a teenager go down before you can call him/her a volunteer?“ gilt trotzdem immer noch, frei nach dem guten alten Bob Dylan: „The answer, my friend, is blowing in the wind&#8230;“</p>
<p><em>Bild: Wikimedia Commons, Roger McLassus</em></p>
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		<title>Guilty Pleasures</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2015 11:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gossip Girl]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[Vergessen]]></category>

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		<description><![CDATA[von Sophia Hohlbaum Haben wir das nicht alle? Diese eine Sache, die wir lieben, aber es nie freiwillig zugeben würden. Vor ein paar Jahren war das für mich „Gossip Girl“. Die Serie, basierend auf der erfolgreichen Bücherserie mit dem gleichen Namen von Cecily von Ziegesar, verfolgt das skandalöse Leben von privilegierten jungen Menschen aus Manhattans [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Sophia Hohlbaum<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/Gossip_girlz.jpg"><img class="alignright wp-image-6647 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/Gossip_girlz.jpg" alt="Gossip_girlz" width="384" height="207" /></a></em></p>
<p>Haben wir das nicht alle? Diese eine Sache, die wir lieben, aber es nie freiwillig zugeben würden. Vor ein paar Jahren war das für mich „Gossip Girl“.</p>
<p>Die Serie, basierend auf der erfolgreichen Bücherserie mit dem gleichen Namen von Cecily von Ziegesar, verfolgt das skandalöse Leben von privilegierten jungen Menschen aus Manhattans reicher Upper East Side. Das Ganze wird von einem selbsternannten Gossip Girl moderiert, einer anonymen Bloggerin, die detailreich über die Aktionen der beliebten Jugendlichen berichtet. Geheimnisse lüften sich schnell, wenn sie über Massen von SMS verbreitet werden.</p>
<p>Auch wir am LGH hatten kurzzeitig unser Vergnügen mit einem Gossip Girl. Für eine kurze Zeitspanne wurde ein Tumblr-Blog unter dem Namen <em>„gossipgirllgh“</em> erstellt und veröffentlichte erste „Skandale“. Das Privatleben der erwähnten Personen wurde durch die veröffentlichten Einträge angegriffen und im ersten Post wurde sogar dazu aufgerufen, Geheimnisse anderer an das Gossip Girl weiterzuleiten, damit noch weitere Gerüchte zur Bloßstellung anderer dienen können.  Zum Glück aller Beteiligten entschied sich unser Gossip Girl dazu, diesen Blog samt Account nach kurzer Zeit wieder zu löschen.</p>
<p>Aber was wäre, wenn es sich nicht dazu entschieden hätte? Was wäre, wenn weitere Geheimnisse ans Licht gekommen wären? Wie weit wäre unser Gossip Girl gegangen? Wie viele Menschen wären durch diesen Blog verletzt und gedemütigt worden? Wie lange hätte es gedauert, bis mindestens jeder einmal erwähnt worden wäre? Hätte überhaupt jemand etwas dagegen unternommen?</p>
<p>All diese Fragen sollte man sich stellen, wenn man sich damit auseinander setzt. Das ist kein Thema, das man totschweigen sollte. Über soziale Netzwerke verbreitete Gerüchte können sich von einem harmlosen Streich innerhalb weniger Stunden zu einem schwerwiegenden Fehler entwickeln. Wie sehr es das Leben von jungen Menschen beinträchtigen kann, beweist die fiktive Show Gossip Girl. Dass das alles nur erfunden ist und nicht auf wahren Ereignissen beruht, sollte uns allen klar sein. Doch man sollte zwischen Fiktion und Realität eine klare Grenze ziehen. So etwas wie einen anonymen Blogger, der sich über das Leben anderer lustig macht, sollten wir als Gemeinschaft ernsthaft hinterfragen.</p>
<p>Da wir in einer Generation von Menschen leben, wo Gerüchte über einander unvermeidlich geworden sind, sollten wir uns der Konsequenzen unserer Handlungen bewusst sein.</p>
<p>Mit diesem Artikel möchte ich niemanden angreifen, sondern möchte zum Nachdenken anregen, wieso jemand so ein Bedürfnis verspürt so etwas ins Netz zu stellen ohne dabei die möglichen Konsequenzen zu bedenken. Denn was einmal ins Internet gestellt wurde, kann nie wieder zurückgenommen werden.</p>
<p><em>Bildquelle: Snaevar über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Die Vorhersagen von “Hui Buh”</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2015 19:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Plädoyer für mehr wirtschaftliche Zuversicht von Lukas Hornung  Vor wenigen Tagen erregte ein Beitrag des Vortragsabends am LGH Aufsehen, der nicht nur von rassistischen und verschwörungstheoretischen Aussagen geprägt war, wie Lea es treffend in ihrem Artikel beschreibt, sondern der auch Deutschlands wirtschaftliche Zukunft in einem düsteren Bild malte. Die Rede war dabei, von “großen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein Plädoyer für mehr wirtschaftliche Zuversicht<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/money-money-money.jpg"><img class="alignright wp-image-6626 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/money-money-money-300x225.jpg" alt="money money money" width="311" height="233" /></a></em></strong></p>
<p><em>von Lukas Hornung </em></p>
<p>Vor wenigen Tagen erregte ein Beitrag des Vortragsabends am LGH Aufsehen, der nicht nur von rassistischen und verschwörungstheoretischen Aussagen geprägt war, wie Lea es treffend in ihrem <a href="http://www.derfarbfleck.de/old/2015/01/18/hui-buh-und-die-sozialistische-diktatur/">Artikel beschreibt</a>, sondern der auch Deutschlands wirtschaftliche Zukunft in einem düsteren Bild malte.</p>
<p>Die Rede war dabei, von “großen Aufständen” die wir bei uns erleben würden, sowie von einem drastischen Rückgang der wirtschaftlichen Entwicklung. Untermauern konnte der Vortragende, a.k.a. “Hui-Buh”, seine steilen Thesen dabei nicht. Eine solche Sicht auf die Zukunft ist dabei meiner Meinung nach nicht nur unbegründet, nein, sie ist reine Schwarzmalerei.</p>
<p>Denn Deutschland befindet sich, wie kaum ein anderes Land, in einer momentan sehr guten wirtschaftlichen Lage, die auch für die Zukunft hoffen lässt. So lassen etwa die bei uns sehr starken Unternehmen der Chemie-, Pharma-  und Stahlindustrie gerade die Korken knallen &#8211; durch den gesunkenen Ölpreis profitieren sie nämlich direkt. Doch ebenfalls in den anderen auf Export fokussierten Wirtschaftszweigen ist die Stimmung wieder sehr gut &#8211; die massive Abwertung des Euros stärkt sie ungemein.</p>
<p>In gleicher Weise unterstützt die Politik der Europäischen Zentralbank das aufkeimende Wachstum. Mario Draghi verkündete, wie von vielen erwartet, vor wenigen Tagen ein Programm der massiven Ankäufe von Staatsanleihen, im Rahmen von rund 60 Milliarden Euro pro Monat. Damit schließt man sich der erfolgreichen Politik der Fed. an, die unter anderem maßgeblich war für Amerikas nun erstarkte Konjunktur. Die EZB kommt damit aber auch ihrem wichtigsten Auftrag nach: sie hält die Preisentwicklung stabil und treibt die Inflation damit von momentanen 0,6 % wieder auf ein optimales Niveau bei knapp unter 2%. Die deutsche Wirtschaft frohlockt dabei, der ZEW-Konjunkturindex stieg im Januar 2015, allein aufgrund der Erwartung dieser Maßnahmen, von 13,5 auf 48,4 (!) Punkte in die Höhe.</p>
<p>Unser bereits genannter Redner erwähnte ebenso mehrmals China und die “abzockenden Chinesen” in seinen Ausschweifungen. Doch auch die chinesische Politik kann der deutschen Wirtschaft Mut machen. Hier schlägt sich immer mehr die eingeschlagene Strategie der Stärkung des Binnenmarktes in den Zahlen nieder. Die dortige Wirtschaft ist im vergangenen Jahr so “nur noch” um 7,4% gewachsen, der Trend geht weiterhin nach unten. Ebenso büßten ihre Exporte an Menge ein, 6,4 Prozent  sind diese im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Am Wichtigsten für Deutschland ist aber die enorme Steigerung der Nachfrage, entstanden durch das ehrgeizige Ziel, das Chinesische Pro-Kopf-Einkommen bis 2015 zu verdoppeln.  Davon profitieren die deutschen Unternehmen, denn schon heute sind hochwertige Waren “Made in Germany” dort sehr gefragt. Audi und der Küchengerätehersteller WMF  beispielsweise können ein Liedchen davon singen.</p>
<p>Und nun erschrecken Sie bitte nicht, liebe Leser, für die deutsche Wirtschaft hat auch ein anderes Projekt viel Gutes zu bieten: Der Teufel hat einen Namen, er lautet: “<em>Transatlantic Trade and Investment Partnership</em>”, kurz TTIP. Denn bei aller Kritikwürdigkeit des Abkommens, es hat auch sehr gute Aspekte. Die Frage, ob man lieber salmonellenverseuchtes und mit Antibiotika vollgestopftes “gutes deutsches Huhn”, oder eines dieser gefährlichen, amerikanischen “Chlorhühnchen” (wer weiß ob die einen auch abhören!!) essen will, sei dabei einmal dahingestellt. Die neuen Richtlinien, mit denen Standards in der Industrie angepasst werden sollen, begünstigen nämlich vor allem den deutschen Mittelstand, der damit seine Produkte für den amerikanischen Markt weitaus günstiger anbieten kann. In der Maschinenbauindustrie geht man davon aus, dass man rund 18% der Kosten einsparen kann &#8211; ermöglicht durch die Vereinheitlichung der Standards in TTIP. Da geht jedem baden-württembergischen Bürgermeister doch das Herz auf, wenn er an die Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer denkt.</p>
<p>Man empörte sich beim Vortragsabend auch vor allem über die Aussagen, dass “Hui-Buh” keine Chinesen auf sein Firmengelände lassen würde. Genau diese Statements mit deutlich erkennbar fremdenfeindlichen Inhalt, stellen eine Gefahr für Deutschlands Zukunft dar. Denn wie kein anderes Land sind wir auf Zuwanderung angewiesen, nur so kann der demografische Wandel ausgeglichen werden. In Städten wie Berlin ist hingegen Willkommenskultur schon Realität, wie erst kürzlich die Washington Post <a href="http://www.washingtonpost.com/world/europe/the-new-land-of-opportunity-for-immigrants-is-germany/2014/07/27/93464262-7eff-4931-817c-786db6d21ec8_story.html">berichtete</a>. Ja, auch die Förderung von jungen Menschen in Deutschland muss sich dringend verbessern, was einer der wenigen Punkte ist, in denen ich dem Vortragenden zustimmen kann &#8211; aber ohne Zuwanderung wird es in Zukunft nicht gehen.</p>
<p>Viele wirtschaftspolitische Entwicklungen stimmen zuversichtlich für die Zukunft, auf diesen darf sich die deutsche Politik nun nicht ausruhen. Schwarzmalerei oder das Schwadronieren über Deutschlands Entwicklung <a href="http://www.derfarbfleck.de/old/2015/01/18/hui-buh-und-die-sozialistische-diktatur/">zur sozialistischen Diktatur</a> sind aber nicht angebracht.</p>
<p><em>Bildquelle: pixabay.com</em></p>
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		<title>Elefanten, Curry und Co.</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2015 17:05:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thailand]]></category>

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		<description><![CDATA[von Lisa S. Greiner Thailand. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, durch die Straßen von Bangkok zu schlendern und den Händlern beim Anpreisen der Ware zuzusehen oder an weißen Sandstränden mit einem Glas frischen Orangensaft den Sonnenuntergang zu genießen? Genau diese Vorstellung von Thailand hält die meisten Menschen dort am Leben, denn das Land [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Lisa S. Greiner<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/Wat-Chai-Wattanaram-Thailand.jpg"><img class="alignright wp-image-6622 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/Wat-Chai-Wattanaram-Thailand.jpg" alt="Wat Chai Wattanaram Thailand" width="407" height="227" /></a></em></p>
<p>Thailand. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, durch die Straßen von Bangkok zu schlendern und den Händlern beim Anpreisen der Ware zuzusehen oder an weißen Sandstränden mit einem Glas frischen Orangensaft den Sonnenuntergang zu genießen? Genau diese Vorstellung von Thailand hält die meisten Menschen dort am Leben, denn das Land ist vom Tourismus abhängig und knapp die Hälfte der Einheimischen baut auf die Scharen begieriger Besucher, denen sie frische Fruchtsäfte und asiatische Speisen sowie selbst genähte Kleider und Souvenirs verkaufen können.</p>
<p>Doch wenn man sich von den großen Marktstraßen weg einmal in kleine Seitengassen und Wohnviertel wagt, bekommt man eine ganz andere Seite von Thailand zu sehen: Die Bettler tummeln sich in dunklen Ecken, Kranke liegen auf notdürftig zusammengeflickten Betten und der erbärmlich stinkende Abflusskanal windet sich durch „Häuserreihen“ aus Wellblech und Holzbrettern. Die Spanne zwischen reich und arm ist riesig, und während die im Slum lebenden Familien jeden Tag ums Überleben kämpfen, geht die reiche Oberschicht in Luxuseinkaufshäusern shoppen und isst in den nobelsten Restaurants der Stadt. Doch trotz den ärmlichen Verhältnissen sind alle Thais nicht genervt von den Unmengen an Touristen, die jährlich nach Thailand reisen, sondern kommen ratlosen Urlaubern sogar ungefragt zu Hilfe und reagieren freundlich auf Fragen.</p>
<p>Alle, die gerne scharf, Reis oder Nudeln essen werden die thailändische Küche lieben. Die würzigen Gerichte mit viel Fleisch, Gemüse und Reis gibt es an jeder Ecke in kleinen privaten Garküchen sogar zu einem äußerst billigen Preis. Und auch die wunderbaren Bilder, die einem im Bezug auf Thailand durch den Kopf gehen, sind nicht unbegründet. Die kleinen Inseln an der Südküste Thailands sind bekannt für ihre malerische Landschaft und die kleinen Urlaubsparadiese. Besonders auf begehrteren Inseln wie Koh Pa Ngan oder Koh Samui finden viele Touristenattraktionen statt. Riesige Partys wechseln sich im Tagesabstand ab und sogar die Möglichkeit zum Schwimmen mit Delfinen besteht. Die Einheimischen, die das Delfinschwimmen veranstalten, behandeln die trainierten Tiere sehr gut und die Delfine haben große Becken, in denen sie den Fisch sogar selbst jagen können. Besonders für Familien sind auch das Elefantenreiten durch den asiatischen Dschungel oder einer der Freizeitparks eine wunderbare Abwechslung. Diese einmaligen Erlebnisse sind nur wenige der vielen Möglichkeiten, die dort geboten sind.</p>
<p>Doch jetzt weg von den Touristenattraktionen und noch eine kleine Einführung in die thailändische Mentalität: Ihr größtes Idol und hochverehrter König ist Rama IX., von dem in jeder Stadt unzählige mit Gold geschmückte Bildnisse stehen. Es gilt als höchste Majestätsbeleidigung, auf einen Geldschein zutreten, auf dem natürlich ein Bild des Königs aufgedruckt ist, da die Füße als unrein gelten. In Tempeln sitzt man nur mit den Fußsohlen vom Bild des Buddhas weg und auch auf die Mitmenschen zeigt nie die Sohle. Die meisten Thais gehören den Buddhismus an und verehren Buddha. Es gibt wahrscheinlich weit mehr buddhistische Tempel in Thailand als Kirchen in Deutschland.</p>
<p>Die Thais kennen 3 Kalender: den westlichen, den buddhistisch-thailändischen und den chinesischen. Normalerweise verwenden sie den westlichen, der mit der Geburt Buddhas beginnt, wodurch sie auch schon das 2558 feiern. Der thailändische Kalender wird nach dem Mondzyklus ausgelegt und folglich alle 4 oder 5 Jahre ein Monat eingefügt. Immer genau zwölf Jahre werden einem bestimmten Tier gewidmet und nach ihm benannt.</p>
<p>Wer jetzt Lust bekommen, hat sich Thailand etwas genauer anzusehen, sollte sich vor dem Buchen der Tickets noch einmal genau das Wetter ansehen, da es sogenannte Monsunzeiten und die Hauptsaison gibt, die bei uns eher in die Wintermonate fällt.</p>
<p>Ich wünsche euch viel Spaß im sonnigen Thailand!</p>
<p><em>Bildquelle: Heinrich Damm über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Hui Buh und die sozialistische Diktatur</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jan 2015 12:50:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Lea Frauenknecht Ein Gespenst geht um in Deutschland. Es ist das Gespenst, dem viele gebannt verfallen sind, wenn es durch die durch Krieg und Terror verängstigten Köpfe spuckt und schauerliche Parolen heult wie etwa: „Unsere abendländische Kultur soll nicht islamisiert werden!“ oder „Deutsche sollen gefälligst in Deutschland bleiben und die vaterländische Wirtschaft stärken!“. Viele [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Lea Frauenknecht<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/Berlin_schaltet_Pegida_das_Licht_aus-z.jpg"><img class="alignright wp-image-6617 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/Berlin_schaltet_Pegida_das_Licht_aus-z.jpg" alt="Berlin_schaltet_Pegida_das_Licht_aus-z" width="349" height="261" /></a></em></p>
<p>Ein Gespenst geht um in Deutschland. Es ist das Gespenst, dem viele gebannt verfallen sind, wenn es durch die durch Krieg und Terror verängstigten Köpfe spuckt und schauerliche Parolen heult wie etwa: „Unsere abendländische Kultur soll nicht islamisiert werden!“ oder „Deutsche sollen gefälligst in Deutschland bleiben und die vaterländische Wirtschaft stärken!“. Viele sind dem gespenstischen Geheule verfallen, doch die wenigsten geben es zu. Wenn man es bei seinem Namen nennt &#8211; Rassismus heißt der kleine Quälgeist – behaupten die meisten, die seiner geistarmen Rhetorik nicht widerstehen konnten, es trüge einen ganz anderen Namen: „Neokonservatismus“, „gesunder Nationalismus“ oder gar „Kampf gegen jegliche Radikalisierung“.</p>
<p>Einen glühenden Verfechter dieses Spukes bekamen wir auch beim letzten Vortragsabend zu sehen. Hui Buh* beteuerte zwar, seine Ansichten hätten „nichts mit Rassismus zu tun“. Trotzdem verbreitete er munter das Bild der diebischen Chinesen, die scheinbar nur auf eine zufällig offen gelassene Hintertür warten, um die Geheimnisse seines Unternehmens zu stehlen und in China zu verbreiten. Dass ebendiese Volksgruppe mit einer nicht unbeträchtlichen Anzahl im Publikum vertreten war, schien Hui Buh allerdings nicht zu interessieren. Außerdem ist er der festen Ansicht, Deutsche sollten am Besten in Deutschland bleiben, um die nationale Wirtschaft zu unterstützen, anstatt sich als Europäer oder gar als Weltbürger zu fühlen. Und: Deutschland ist, so Hui Buh, mittlerweile eine „sozialistische Diktatur“. Wie meinen? Das soll jetzt etwa „nichts mit Rassismus“ und nichts mit einer sehr rechten Ideologie zu tun haben?</p>
<p>Auch AfD und Pegida ordnen sich ja nicht im rechtskonservativen Kästchen des aktuellen politischen Rasters ein. Etwaige rassistische Hintergründe weist man in diesen Lagern komplett von sich. Trotzdem ist klar, dass allein hinter solchen Namen wie „Alternative für Deutschland“ und „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ der Spuk eines längst totgeglaubten Ideologie-Gespenstes steckt, das zur Zeit mit seinen schauderhaften Sprüchen wieder vermehrt Zuspruch findet. Es ist der braune Rassismus, der sich unter einem scheinbar blütenweißen Bettlaken des Neokonservatismus und des „gesunden Menschenverstandes“ versteckt hat. Und leider lassen sich nur allzu viele Menschen von diesem <em>Wolf im Schafspelz 2.0</em> täuschen.</p>
<p>Wie ernst die Lage wirklich ist, zeigte sich in der Neujahrsrede der Bundeskanzlerin: Wenn selbst Angela Merkel, die ja jetzt nicht gerade als linke Socke verschrien ist, ausdrücklich vor dem rechtsradikalen Hintergrund der Pegida-Demonstrationen warnt und zu deren Boykott aufruft, ist es wirklich kurz vor Geisterstunde. Trotzdem boten die letzten Wochen auch mehrfach Beispiele dafür, dass viele Menschen diesem Spuk ein Ende bereiten wollen: In zahlreichen deutschen Städten konnten Pegida-Aufmärsche durch zahlenmäßig überlegene Gegendemos blockiert werden.</p>
<p>Und auch die kritischen Fragen, die von Seiten der Schülerschaft am Donnerstagabend die weiße Verkleidung von Hui Buh in Frage stellten und die braune Gestalt darunter erfolgreich enttarnten, beweisen, dass eine erfreuliche Mehrheit nicht dazu bereit ist, die rechten Parolen einfach zu akzeptieren und den Geistern ihren Glauben zu schenken. Ein Gespenst geht um in Deutschland. Nur wer das Geheule kritisch hinterfragt, setzt dem Spuk ein Ende!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Name von der Autorin geändert, damit es ihr später nicht wie Faust ergehen wird („Die Geister, die ich rief&#8230;“)</p>
<p><em>Bildquelle: Andreas Augstein über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Soll ich oder soll ich nicht?</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Dec 2014 21:52:56 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Michelle Braun<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/Weggeschaut._ignoriert._gekniffen.jpg"><img class="alignright wp-image-6589 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/Weggeschaut._ignoriert._gekniffen-300x98.jpg" alt="Weggeschaut._ignoriert._gekniffen" width="386" height="126" /></a></em></p>
<p>Diese Frage stellen sich in Deutschland bezüglich des Themas Zivilcourage vermutlich Tausende von Menschen. Der Fall „Tugce A.“ hat, wie schon im Oktober 2012 der Fall „Jonny K.“ ,welcher seinem Freund bei einer Schlägerei zu Hilfe kommen wollte und damit selbst mit dem Leben bezahlte, große Aufmerksamkeit erregt. In der Nacht zum 16. November 2014 geschah das Drama, welches fast zwei Wochen später am 28. November sein trauriges Ende nahm. Die Lehramtsstudentin Tugce A. beobachtete wie Sanel M. (18) und seine Freunde zwei Mädchen belästigten. Daraufhin entschied sie sich, Zivilcourage zu zeigen, und den Mädchen zu helfen, indem sie sich in die Auseinandersetzung einmischte. Die Situation eskalierte jedoch, und Tugce wurde ein so heftiger Schlag verpasst, dass sie mit dem Kopf auf einen Stein fiel und mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma ins Klinikum Offenbach eingeliefert werden musste. Dort fiel sie auf Grund ihrer schweren Verletzungen ins Koma. Zehn Tage später dann die traurige Nachricht: Diagnose Hirntod. Ein Schock, nicht nur für Tugces Familie, sondern auch für die ganze Nation, welche mittlerweile von Tugces heldenhafter Tat erfahren hatte. An ihrem 23. Geburtstag entschieden sich Tugces Eltern, die lebenserhaltenden Geräte abschalten zu lassen. Am selben Abend versammelten sich rund 1500 Trauernde unter dem Motto: „Tugce zeigte Zivilcourage, zeigen wir ihr unseren Respekt!“ vor dem Klinikum Offenbach. Blumen, Kerzen und Fotos wurde niedergelegt und mit einer Schweigeminute für Tugce und ihre Familie höchster Respekt gezeigt. Nun fordern viele, unter anderem Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), das Bundesverdienstkreuz für die junge Studentin, die so viel Mut bewies. Der Wunsch ihrer Tochter, ihre Organe zu spenden, wird ihre letzte große Tat sein; ein weiterer Grund, warum uns das bewundernswerte Verhalten der jungen Frau noch lange im Gedächtnis bleiben wird.</p>
<p>Damit sind das Thema und die Frage nach „Zivilcourage in Deutschland“ wieder präsent, und viele Menschen fragen „Soll ich oder soll ich nicht?“ Der Fall Tugce A. macht ganz klar, welche Risiken der Einsatz für andere in gefährlichen Situationen mit sich bringt und doch ist Tugce’s Botschaft eindeutig: „Nur Zusehen bringt auch nichts!“ Denn jeder einzelne von uns ist froh, wenn Hilfe geboten wird, sollte man sich selbst in jener hilflosen Situation befinden. Außerdem muss Zivilcourage nicht immer gleich heißen, gewaltsam zwischen die Fronten zu gehen, nein, geholfen ist schon viel, wenn zum Beispiel nur die Polizei alarmiert wird. Dass junge Menschen wie Jonny K. oder Tugce A. als Helden sterben mussten ist unfair, doch ihr Verhalten ist ein Aufruf an alle, die der Gewalt den Rücken zukehren, nicht einfach nur daran vorbeizugehen und wegzuschauen, sondern einzugreifen und möglicherweise anderen Mitmenschen das Leben zu retten.</p>
<p><em>Bildquelle: <span style="color: #252525;"> </span><a style="color: #0b0080;" title="Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Polizeiliche_Kriminalpr%C3%A4vention_der_L%C3%A4nder_und_des_Bundes">Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes</a><span style="color: #252525;"> (Landeskriminalamt Baden-Württemberg)</span></em></p>
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		<title>Das Fast-Food von damals</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 22:00:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Über das Essen in der DDR von Michelle Braun Ganz egal ob Döner, Currywurst, Pizza oder McDonalds, keiner kennt sich besser damit aus als die Jugend von heute. National als auch international sind wir vor allem im Bereich Fast-Food bestens informiert. &#8220;Gibt&#8217;s nicht&#8221; &#8211; gibt&#8217;s nicht! Nicht nur was Fertiggerichte und Schnellimbisse angeht, mangelt es [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über das Essen in der DDR<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/Strammer-Max.jpg"><img class="alignright wp-image-6577 size-medium" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/Strammer-Max-300x285.jpg" alt="Strammer-Max" width="300" height="285" /></a></strong></p>
<p><em>von Michelle Braun</em></p>
<p>Ganz egal ob Döner, Currywurst, Pizza oder McDonalds, keiner kennt sich besser damit aus als die Jugend von heute. National als auch international sind wir vor allem im Bereich Fast-Food bestens informiert. &#8220;Gibt&#8217;s nicht&#8221; &#8211; gibt&#8217;s nicht! Nicht nur was Fertiggerichte und Schnellimbisse angeht, mangelt es uns an nichts. Unterschiedlichste Produkte aus aller Welt sind mittlerweile in diversen Feinkost- und Spezialitätengeschäften zu erwerben. Da ist es schwer vorstellbar, dass Jugendliche aus dem Osten vor gut 25 Jahren nicht einmal wussten, was Nutella ist. In der damaligen DDR herrschten andere Umstände, was die Lebensmittelvielfalt und Erwerbbarkeit dieser anging. Statt Nutella gab es im besten Fall Nudossi. Schokolade war ein absoluter Luxus, vor allem mit steigendem Kakaoanteil. Zu Weihnachten gab es keine schwäbischen Gutzle oder Lebkuchen, sondern lediglich Dresdner Christstollen. Südfrüchte, insbesondere Bananen, waren für Menschen aus dem Osten mehr oder weniger ein Fremdwort und frisches Obst und Gemüse grundsätzlich Mangelware. Viele Lebensmittel, die uns heute ganz alltäglich erscheinen, gab es nur eingelegt in Dosen und Gläsern zu kaufen.</p>
<p>Das und vieles mehr mag für unsere Verhältnisse absurd klingen, war für junge Leute in unserem Alter damals jedoch Alltag. Daher möchte ich euch ein typisches DDR Gericht vorstellen, was schnell und einfach (und damit auch gerne in den WG-Küchen) zubereitbar ist.</p>
<p><strong>„Strammer Max“</strong></p>
<p>Zutaten für 4 Portionen:</p>
<ul>
<li>6 TL Butter</li>
<li>8 Eier</li>
<li>Salz</li>
<li>Pfeffer</li>
<li>4 Scheiben Graubrot</li>
<li>4 Scheiben roher geräucherter Schinken oder Kochschinken</li>
<li>2 Gewürzgurken</li>
<li>Petersilie zum Dekorieren</li>
</ul>
<p>Zuerst wird in zwei Pfannen etwas Butter erhitzt, anschließend vier Eier aufgeschlagen und je zwei Spiegeleier pro Pfanne gebraten. Vorsicht, das Würzen mit Salz und Pfeffer nicht vergessen.</p>
<p>Danach werden die Brotscheiben mit Butter eingestrichen und mit Schinken belegt. Die Gurke wird erst der Länge nach und dann fächerartig aufgeschnitten.</p>
<p>Zuletzt werden die Brote noch mit je einem Spiegelei belegt und mit den Gurken und/oder Petersilie dekoriert.</p>
<p>Schon Fertig!!</p>
<p>Zubereitungszeit etwa 15 Minuten</p>
<p><em> Bildquelle: Kobako über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Please, tell me your secrets</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2014 22:15:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>

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		<description><![CDATA[by Viktoria Kamuf „War is Peace. Freedom is Slavery. Ignorance is Strength.” You are looking at the three slogans of Oceania’s one and only party in George Orwell’s famous book “Nineteen Eighty-Four”. The novel tells the story of a dystopian future, where there is no right to privacy and the state machinery observes, oppresses and [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>by Viktoria Kamuf<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/Big-Brother.jpg"><img class="alignright wp-image-6573 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/Big-Brother-300x225.jpg" alt="Big Brother" width="323" height="242" /></a></em></p>
<p>„War is Peace. Freedom is Slavery. Ignorance is Strength.”</p>
<p>You are looking at the three slogans of Oceania’s one and only party in George Orwell’s famous book “Nineteen Eighty-Four”. The novel tells the story of a dystopian future, where there is no right to privacy and the state machinery observes, oppresses and controls its citizens. It is commonly appointed one of the most important books of the last century and received some kind of cult status. Even people who have not read it often refer to the ominous Big Brother. Till today, Orwell’s fictional world appears everywhere, whether in newspaper articles on the NSA affair, as graffiti or in an artist’s works (the list of songs inspired by “Nineteen Eighty-Four” is incredibly long).</p>
<p>Yet, the year 1984 already passed and the dictatorships of Hitler, Stalin and Franco, which mainly inspired Orwell to write “Nineteen Eighty-Four”, ended several decades ago. Although there is still a lot which has to be improved, it seems like the world is becoming a less violent and a more democratic place, as there are always people who stand up for their rights instead of blindly following their leaders. Thanks to media and internet, news can spread much faster than 50 years ago and are able to reach people all over the world. Thus, it became more difficult for governments to hide information, so their citizens and other countries can hardly ignore what is going on out there. Gladly, an Orwellian world seems to be far away from our everyday life.</p>
<p>This optimistic view was recently proven wrong by a man named Dave Eggers. He wrote a book which is called “The Circle”, which outlines a dystopian future, where the internet, but also political and social life are controlled by the company which gave the book its name. Some people might say, that Eggers’ book is an update of Orwell’s “Nineteen Eighty-Four”, but this would underestimate its quality and distinctiveness. However, it is nearly as alarming as Orwell’s dystopia. Eggers tells the story of Mae, a young woman who starts her new job at the Circle. Frequently there are new solutions introduced to make every part of people’s lives easier – to observe. Mae experiences a new and exciting world, where one has access to every piece of information one wants. Through omnipresent cameras, smartphones and screens privacy has become alien and is seen as a drawback for a world which could be free of wars, crime and human rights violations. You might find this thought disturbing and disagree with it. Of course, in our today’s world observance has still a very negative connotation and is mostly associated with totalitarian regimes. But what if everyone is observing everyone? When crime is not persecuted by the police but by the neighbours who saw the burglar on a live cam from your living room? What if you immediately knew when your boyfriend or girlfriend is betraying you or that your grandma did not have a heart attack but is just napping on her couch – through live cams?  “The Circle” builds a world which seems to be perfect, complete. With every innovation comes a wide range of advantages which seem to be undeniable. And what is most important: the people contribute voluntarily to the system. They like to be watched and to watch others, they do not even have the incentive to commit a crime anymore, because all their friends would see the embarrassing act on screen. “Secrets are Lies. Sharing is Caring. Privacy is Theft.” are the slogans of the future.</p>
<p>Does this sound strange to you? Just rethink your own actions. When you meet someone at a party, you search him on Facebook. When you eat something delicious you post it on Instagram. When you want to be recognized by someone, you click the “Like”-button. We do not admit it, but we already are part of a system of observance. Eggers’ utopian world is not that utopian at all. By joining social networks we contribute to it voluntarily and we are still ignoring the dangers of this development. A totalitarian regime would be tangible for us, the internet is not. Whereas wars and torture lead to huge protests, social pressure and the control of our privacy rarely does. Therefore we drift towards a new society of control, where Big Brother does not have one, but many faces. There might be no crime – but there will be also no freedom. Maybe, our world should always stay a little bit incomplete, perfectly imperfect, to ensure, that people keep their minds and eyes open and engage in social and political processes.</p>
<p><em>Bildquelle: Jiaren Lau über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Vom ganz gewöhnlichen Traum eines naiven Landes</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2014 13:29:03 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Die Welt da draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Alice im Wunderland]]></category>
		<category><![CDATA[American Dream]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[von Leonie Töpert Es ist einer der Gründe, weswegen Scharen von Menschen in die USA einwandern wollen. Es ist das Werbebanner Amerikas und einfach jeder möchte etwas von ihm haben; es ist das, was die USA wie das Hasenloch zum Wunderland erscheinen lässt. Es ist der „American Dream“! Dieser &#8211; oder viel eher gesagt das [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Leonie Töpert<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/Statue_of_Liberty_and_WTC_fire.jpg"><img class="alignright wp-image-6565 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/Statue_of_Liberty_and_WTC_fire-300x227.jpg" alt="Statue_of_Liberty_and_WTC_fire" width="340" height="257" /></a></em></p>
<p>Es ist einer der Gründe, weswegen Scharen von Menschen in die USA einwandern wollen. Es ist das Werbebanner Amerikas und einfach jeder möchte etwas von ihm haben; es ist das, was die USA wie das Hasenloch zum Wunderland erscheinen lässt. Es ist der „American Dream“! Dieser &#8211; oder viel eher gesagt das Ideal des American Dreams &#8211; geistert schon seit langer Zeit in den USA herum und streckt nun auch seine Klauen nach Europa aus. &#8220;The American way of life&#8221; oder &#8220;den amerikanischen Traum träumen &#8211; auch außerhalb der USA&#8221; so wird das ganze Phänomen betitelt. Doch blickt man einmal hinter die Fassade des Wunderlandes, so ähnelt es doch eher einer düsteren Version von Alice im Wunderland, in welcher die Herzkönigin gewinnt. Von wegen all umfassende Freiheit und (Chancen-)Gleichheit!</p>
<p>Über die Aussage Rafael Cruz&#8217; &#8211; ein amerikanischer Politiker &#8211; bezüglich des American Dream kann man eigentlich nur zynisch lächeln: &#8220;Only in America can someone start with nothing and achieve the American Dream. That&#8217;s the greatness of this country!&#8221; Es tut mir sehr leid Herr Cruz, aber irgendwie kann ich nicht nachvollziehen, was den American Dream so speziell macht. Denn eigentlich besagt der Amerikanische Traum, dass jeder das Recht hat, nach Glück zu streben, jeder alles durch genug Arbeit erreichen kann, dass es Gleichheit und Freiheit gibt und so weiter und so weiter. Es ist ja nicht so, als würden wir hier in Europa mit Trauermienen herumlaufen und nicht nach Glück streben, es ist auch nicht so, dass uns Freiheit und Gleichheit nichts bedeuten, auch wenn man sich in Deutschland nicht einfach so eine Pistole anschaffen kann, was aber sicherlich anderen Tatsachen geschuldet ist. Und das Phänomen à la „vom Tellerwäscher zum Millionär“… tja, das tritt hier genauso selten auf wie in Amerika. Warum den American Dream nicht einfach „The worldwide Dream“ nennen? Und was soll an Amerika so besonders sein, dass dieses Phänomen oder Wunder nur dort auftritt?</p>
<p>Dennoch: Tatsache bleibt, dass sich tausende von Immigranten pro Jahr auf den Weg nach Amerika machen, um diesen ominösen Traum zu finden; jeder will sein Stück vom amerikanischen Traum abhaben, doch die wenigsten &#8211; wenn überhaupt einer &#8211; erreichen es.</p>
<p>Irgendwer mag jetzt kommen mit „Aber Amerika macht doch so viel Großartiges….“ und das möchte  ich hier auch gar nicht bestreiten, sicherlich wären wir ohne Amerika heute ganz wo anders, aber die Frage ist doch eher, wohin sich Amerika gerade entwickelt.</p>
<p>Irgendwie ist es ja auch ein schöner Gedanke im Superduperland, das in meinen Augen denselben Wirklichkeitsanspruch wie Alice im Wunderland hat. Hier gibt es keine Problem hinsichtlich der Ansichten von Gerechtigkeit, denn jeder kann ja praktisch alles erreichen. Wer nichts hat, ist selber schuld. Der Großteil der Bevölkerung des Regenbogenzuckersuperduperlandes, feiert die Toleranz und generell sind hier alle glücklich. Doch wie bei Alice im Wunderland, kann auch hier alles in sich zusammenbrechen und zurück bleibt die wütende Herzkönigin, die einsam und allein über das Gerippe des American Dreams schaut.</p>
<p>Soziale Ungerechtigkeit, fehlende oder unzureichende Sozialversicherungen, immer noch existierender Rassismus, Fundamentalismus, Guantanamo, … &#8211; all diese Missstände in den USA sind offene Geheimnisse, offene Tatsachen, die dem American Dream schon vor langer Zeit die Maske vom Gesicht hätten reißen sollen. Und doch glauben viele noch daran.</p>
<p>Vielleicht ist es wegen der „One-Hit-Wonders“ der Nation, vielleicht liegt es an den wenigen, die tatsächlich so viel Glück hatten. Vielleicht liegt es an den wenigen Tellerwäschern, die Millionäre wurden, dass man an so etwas wie Gerechtigkeit glaubt ; vielleicht ist es wegen Präsident Obama, dass man denkt, Amerika hätte keine Probleme mehr mit Rassismus. All diese Phänomene, die eine Nation bis in dem Himmel hypt, sodass man leichter über die offenen Missstände hinweg sieht. Oder vielleicht geht die große Anziehungskraft Amerikas auch einfach von den Rockey Mountains aus, was weiß ich.</p>
<p>Eins ist klar, das große Lachgesicht, dass über Amerika scheint, ist weitaus mehr als Illusion. Denn „Illusion“ wäre dafür noch ein Euphemismus. Muss man den American Dream also für tot erklären? Vielleicht sollte man in Amerika der Wahrheit ins Auge blicken und schon mal vorsorglich eine Graberede für den Amerikanischen Traum verfassen und den Sarg unter die Erde bringen. Vielleicht wäre es aber auch einfach besser weiter im Quietscheentenwunderland zu verbleiben, denn einige wenige in diesem riesigen Land schaffen es ja schließlich dem „American way of life“ zu folgen und damit auch den American Dream zu leben, der Rest träumt während dessen weiter vor sich hin.</p>
<p>Oder vielleicht versteckt sich hinter dem Begriff des American Dreams auch etwas ganz anderes, vielleicht ist der American Dream auch einfach nur Geldschaufelei. Hier bediene ich mich ebenfalls wieder eines Zitates von Rafael Cruz, über das man nicht mal mehr lächeln kann. &#8220;Social justice is a cancer. Social justice means you are ruled by whatever the mob does. What social justice does is destroing individual responsibility.&#8221; Vielleicht meint der American Dream in dem Sinne ja einfach nur mit individueller Freiheit auf der einen Seite stinkreich zu werden und zu sein, ohne an soziale Gerechtigkeit denken zu müssen, und auf der anderen Seite die Freiheit zu haben, zu verhungern.</p>
<p>Und während ich so über den Friedhof des Quietscheentenlandes laufe, wird mir klar, dass die Bewohner vielleicht ihren American Dream brauchen, damit es ihnen schlicht besser geht. Traum heißt ja nicht zwangsläufig Wirklichkeit. Ob das nun an Naivität oder einfach bewundernswerter, optimistischer Einstellung liegt, nun ja, das bleibt jedem selbst überlassen. Wie auch beim Genie und Wahnsinn wird dies nur durch einen schmalen Grat getrennt.</p>
<p>Letzendlich lässt sich sagen: Entweder der amerikanische Traum ist tot oder aber hinter dem Begriff versteckt sich eine unangenehme Wahrheit. So oder so: Die Exportfähigkeit von beidem zweifle ich stark an.</p>
<p><em>Bildquelle: National Park Service über Wikimedia Commons</em></p>
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