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	<title>derfarbfleck &#187; Träume</title>
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	<description>mehr als nur schwarz auf weiß</description>
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		<title>Warten</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jun 2013 09:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Leonie Töpert „Heute werde ich gewinnen, 13 ist meine Glückszahl. Heute werde ich gewinnen. Ja, da bin ich mir ganz sicher. Heute wird alles anders…&#8221;. Mit diesen Gedanken lief Herr Q. nach Hause. Dort angekommen warf er einen Blick auf die Uhr, schaltete den Fernseher ein und wartete. Erst lief eine Soap, danach eine [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Warten" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d5/Bundesarchiv_Bild_183-1984-1419-014%2C_Berlin%2C_Weltzeituhr_am_Alexanderplatz.jpg" alt="" width="349" height="480" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>von Leonie Töpert</em></p>
<p style="text-align: justify;">„Heute werde ich gewinnen, 13 ist meine Glückszahl. Heute werde ich gewinnen. Ja, da bin ich mir ganz sicher. Heute wird alles anders…&#8221;. Mit diesen Gedanken lief Herr Q. nach Hause. Dort angekommen warf er einen Blick auf die Uhr, schaltete den Fernseher ein und wartete. Erst lief eine Soap, danach eine Dokumentation und anschließend die Nachrichten. Von Minute zu Minute wurde er nervöser. Er konnte es kaum mehr erwarten und wünschte sich, die Nachrichten mögen schneller vorbei sein. Das Weltgeschehen interessierte ihn nicht sonderlich &#8211; eigentlich interessierte ihn überhaupt sehr wenig, die meiste Zeit verbrachte er mit Warten. Warten und Hoffen. Und dann, endlich! Endlich waren die Nachrichten vorbei, jetzt nur noch das Wetter. Das Wetter interessierte ihn auch nicht. Wozu auch? Die meiste Zeit war er im Auto oder wartete. Er rieb sich die Hände, stand auf und ging im Kreis herum. Beim Ausfüllen des Scheins hatte er diesmal ein besonders gutes Gefühl gehabt. Die Zahlen waren ihm förmlich zugeflogen. Er schaute sich in der kleinen Wohnung um. Bald schon würde er hier weggehen können. Dieser Schein würde sein Leben verändern. Er konnte es fühlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Endlich! Die Losung. Er setzte sich auf die Couch, die Augen auf den Bildschirm gerichtet und wartete. Die erste Kugel rollte aus dem Behälter. Es war die 13. Herr Q. hatte auch eine 13 angekreuzt. Nun war er noch angespannter. Die zweite Zahl rollte aus dem Gefäß. 45. Auch eine 45 hatte angekreuzt. Jetzt war er sich fast sicher, dass er gewinnen würde. Es war Schicksal, anders konnte es gar nicht sein. Seine Handflächen schwitzten, er war ganz nah am seinem Ziel. Die dritte Zahl kam zum Vorschein. Er ließ die Schultern hängen. Es war die Sieben. Er hatte keine Sieben angekreuzt. Vielleicht war heute noch nicht der Tag, an dem sich alles ändern würde. Vielleicht würde es morgen soweit sein. Aber vielleicht… vielleicht hatte er aber auch die anderen Zahlen richtig. Vielleicht würde dieser Schein sein Leben doch verändern. Ja, so musste es sein. Er hatte lange genug gewartet. Gewartet, dass sich etwas verändern würde, dass er ein neues Leben beginnen konnte, weg von der gleichen langweiligen Arbeit, von den gleichen ausdruckslosen Gesichtern. 23. Er heulte frustriert auf. Nicht schon wieder. Nicht noch so eine Enttäuschung. Er wartete schon seit über drei Jahren auf die Veränderung. Und jedes Mal… aber morgen, morgen würde er es bestimmt schaffen. Morgen würde der Lottoschein sein Leben verändern und er würde endlich das tun können, was er schon immer tun wollte. Er wusste zwar noch nicht, was das war, aber, wenn er fertig mit dem Warten war, würde er sich Gedanken darüber machen können. Doch nicht jetzt. Er muss bis zum nächsten Morgen warten, damit er zum Kiosk fahren und einen neuen Schein, diesmal den, der sein Leben verändern wird, holen konnte. Und dann würde er warten bis es Abend war und der Wetterbericht zu Ende . Und dann, dann würde sein Leben anders sein. Aber jetzt musste er erst mal eine Sache erledigen: Warten.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Bildquelle</em>: By German Federal Archives/Deutsches Bundesarchiv  (own work), (CC-BY-SA-3.0(http://www.wikimediacommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)), via Wikimedia Commons.</p>
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		<title>Fireflies</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 13:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[Kreatives Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzprosa]]></category>
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		<description><![CDATA[eine Kurzgeschichte von Lea Müller Es war dunkel, als er die Augen öffnete, nur ein paar Lichtstrahlen drangen von der Straßenlaterne vor seinem Fenster in den Raum. Er war sich sicher, irgendetwas gehört zu haben. Ein Summen oder vielmehr ein fröhliches Surren. Wie er es hasste, zu schlafen. Nichts bekam er mit, während er träumte, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>eine Kurzgeschichte von Lea Müller</p>
<p style="text-align: justify;">Es war dunkel, als er die Augen öffnete, nur ein paar Lichtstrahlen drangen von der Straßenlaterne vor seinem Fenster in den Raum. Er war sich sicher, irgendetwas gehört zu haben. Ein Summen oder vielmehr ein fröhliches Surren. Wie er es hasste, zu schlafen. Nichts bekam er mit, während er träumte, woanders auf der Welt saßen gerade Menschen bei der Arbeit, in der Schule, frühstückten, kochten Abendessen oder gingen Schlittschuhlaufen, doch er lag nur in seinem Bett und schlief.</p>
<p style="text-align: justify;">Was alles passiert war in den letzten Stunden? Es war immerhin 3 Uhr nachts. Zu gerne wäre er aufgestanden, hinausgegangen, irgendwohin, egal wo, dahin, wo Licht ist, wo Menschen sind, dahin, wo er etwas erleben konnte, in den Tag. Er wusste, dass die Erde nicht aufhört sich zu drehen, sie wird nicht langsamer und sie wartet nicht. Niemand wartet. Auf nichts. Und er lag da und hatte einfach nur Angst – Angst, etwas zu verpassen, Angst, am Ende seines Lebens keine Zeit mehr zu haben für so viele Dinge. Er war noch so jung, hatte keine Freundin, hatte noch nie ein Mädchen geküsst, verliebt war er schon einmal, sogar zweimal gewesen, aber besonders erwähnenswert war das nicht, es hatte sein Leben zumindest nicht grundlegend verändert.</p>
<p style="text-align: justify;">Alles hätte er dafür getan, am nächsten Tag nicht wieder seine Zeit verschenken zu müssen, er hasste die Schule. Nicht wegen der Lehrer oder einfach, weil niemand gerne zur Schule geht, sondern einfach, weil ihm alles zu lange dauerte. Er wollte endlich anfangen, zu leben. Zu verreisen, die Welt zu sehen, beeindruckenden Menschen zu begegnen, aus einem Flugzeug zu springen, mit Musik sein Geld zu verdienen, einfach Spaß zu haben um irgendwann sagen zu können, er habe alles getan, um sein Leben perfekt zu machen und keine Sekunde verschwendet.</p>
<p style="text-align: justify;">Demütig schloss er seine Augen und versuchte weiterzuschlafen, als es im Raum auf einmal hell und heller wurde. Vorsichtig öffnete er seine Augen wieder, als überall um ihn herum im ganzen Zimmer verteilt tausende und abertausende leuchtende Punkte umherschwirrten. Glühwürmchen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sie leuchteten so hell wie der Tag und ihr Summen klang wie Musik in seinen Ohren, als wären sie ein riesiges Orchester. Wo kamen diese vielen kleinen Tiere so plötzlich her? Aus seinem Schrank sicher nicht. Das Fenster war geschlossen, genau wie die Tür, und selbst wenn, der ganze Raum war voll mit Lichtpunkten, so voll, dass er die einzelnen Punkte nicht mehr unterscheiden konnte, sondern nur noch leuchtende Flächen und Mengen sah. Und sie tanzten, sie tanzten beinahe so, als wollten sie ihn dazu bringen, mitzumachen und er müsste nur sagen, sie sollten die Tür öffnen und sie würden ihn mitnehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ob diese Glühwürmchen wohl jede Nacht in seinem Zimmer waren? Eine Million Fragen kamen ihm auf einmal in den Sinn. Was passiert nachts, wenn er schläft, was passiert da, wo er nicht ist? Wie in diesem Roman, in dem sich der kleine Junge fragt, was die Wesen in dem Buch eigentlich tun, wenn es geschlossen ist und keiner sieht, was passiert. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, wie ein Leben ohne ihn ist. Ein Leben ohne seinen besten Freund, klar, er war schließlich schon oft ohne ihn unterwegs, viel häufiger, als mit ihm, aber nie hatte er sich überlegt, wie das Leben ohne ihn wäre. Er, ganz alleine, ohne seine drei besten Freunde, das war denkbar, aber seine Freunde ohne ihn? Was die wohl machten, wenn er nicht dabei war? Über was sie redeten? Vielleicht wäre die Welt ohne ihn ja genauso, wie mit ihm, vielleicht wäre sie vollkommen anders, weil seine Mutter ein ganz anderes Leben gehabt hätte und dass das Leben von 100 anderen Menschen geändert hätte, weil sie ihren Job nicht gekündigt hätte und daher niemand anderes eingestellt worden wäre und diese Person deshalb nach Afrika geflogen wäre und&#8230; hatte wirklich jeder Mensch auf der Welt so eine große Bedeutung? Hat jede Sekunde so einen Wert? Wäre sein Leben vollkommen anders verlaufen, wenn er vor fünf Jahren einmal nicht zehn Minuten lang mit seinem Freund geredet hätte, sondern nur neun, oder vielleicht elf? Das konnte er sich nicht vorstellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein paar Glühwürmchen setzen sich auf sein Gesicht, als wollten sie ihn ansehen. Dann flogen sie durch das Schlüsselloch der Tür nach draußen und so viele folgten ihnen. Sie sagten „Lebwohl“, so kam es ihm vor, und ihm schossen Tränen in die Augen. Er hasste Abschiede, besonders wenn er wusste, dass es kein „Bis Morgen“, sondern ein „Wer weiß, ob wir uns jemals wiedersehen“, war. Er griff nach einem Glas und fing ein paar Leuchtkäfer ein. Ganz genau sah er sich die kleinen Wesen an und er sah, dass sie nicht unglücklich wirkten. Sie tanzten weiter, summten und blinkten, als wäre nichts gewesen. Da begriff er, dass er alle Zeit hatte, dass es nicht darauf ankam, jede Sekunde im Leben genau zu planen und zu verplanen, er war noch so jung und hatte vielleicht nicht ewig Zeit, aber doch sehr viel.</p>
<p style="text-align: justify;">Er starrte die kleinen Glühwürmchen an, bis ihm die Augen zufielen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am nächsten Morgen wachte er von seinem Radiowecker auf. Es war sechs Uhr und das schwache Licht von draußen drang noch nicht durch seine Rollläden. Sein Blick fiel auf das Glas auf seinem Nachttisch. Es war leer. Die Luftlöcher, die er in der Nacht in den Deckel gestochen hatte waren noch da, aber die Glühwürmchen waren verschwunden. Einen kurzen Augenblick lang trauerte er der vergangenen Nacht hinterher, dann packte er seine Schulsachen, frühstückte, duschte, zog seine Jacke an, ging aus dem Haus und sagte sich: „Irgendwann wirst du alles getan haben, was du konntest, um dein Leben zu genießen“.</p>
<p style="text-align: justify;"><em><br />
</em></p>
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