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	<title>derfarbfleck &#187; Tod</title>
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		<title>Perfekt unperfekt</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2014 14:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[eine Kurzgeschichte von Cosima Friedle Der Tag, an dem meine Mutter starb, war nicht gerade der beste Tag meines Lebens. Zuerst der Besuch dieses überaus hässlichen Polizisten, mit diesem typischen Es-tut-mir-ja-so-Leid-Blick und seiner betroffenen Stimme. Nach Verkünden der tollen Nachricht nahm er diesen mitleidigen Gesichtsausdruck an, der sagte: Egal, welche Reaktion du jetzt zeigst, es [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/03/trauer-blatt-ed0b66da-a587-4541-bc08-473e4ea7ac4a.jpg"><img class="wp-image-6166 alignleft" alt="trauer-blatt-ed0b66da-a587-4541-bc08-473e4ea7ac4a" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/03/trauer-blatt-ed0b66da-a587-4541-bc08-473e4ea7ac4a-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a></em><em>eine Kurzgeschichte von Cosima Friedle</em></p>
<p>Der Tag, an dem meine Mutter starb, war nicht gerade der beste Tag meines Lebens. Zuerst der Besuch dieses überaus hässlichen Polizisten, mit diesem typischen Es-tut-mir-ja-so-Leid-Blick und seiner betroffenen Stimme. Nach Verkünden der tollen Nachricht nahm er diesen mitleidigen Gesichtsausdruck an, der sagte: Egal, welche Reaktion du jetzt zeigst, es ist ok. Es ist völlig ok, wenn du jetzt traurig, wütend, verzweifelt bist. Dafür habe ich Verständnis, damit kann ich umgehen. Doch mit meiner Reaktion konnte er anscheinend doch nicht umgehen. Ich nickte nur kurz, bedankte mich für die Information und schloss die Tür. Meine Stimme war weder belegt noch zitternd oder tränenerstickt, sie war einfach nur vollkommen neutral. Auch das Schließen der Tür war keine trotzige oder wütende Handlung, es war nicht mehr als ein alltäglicher Mechanismus. Nachdem ich mich wieder zurück in mein Zimmer begeben hatte &#8211; das weitere, störende Klingeln des Polizisten ignorierend -, versuchte ich, meine Gefühlslage zu analysieren. War ich traurig oder verzweifelt? Am Boden zerstört oder hatte ich das Ganze noch nicht realisiert? Zu meinem Erstaunen traf nichts von alldem zu. Ich spürte gar nichts. Ich musste nicht weinen, ich bekam keine Schreikrämpfe &#8211; nicht einmal das kleinste Anzeichen von Trauer oder Betroffenheit. Das besonders Erstaunliche war, dass ich generell kein gefühlskalter Mensch war. Bei meinen unzähligen Siegesfeiern und Preisverleihungen hatte ich immer die gesamte Palette gezeigt: Zunächst Schockstarre, dann Verziehen des Gesichtes, in Tränen ausbrechen, lachen, weinen, lächeln, völlig überwältigt den Preis entgegennehmen. Zweifelsohne verwandelte sich diese anfangs noch spontane Reaktion irgendwann in einen abgespulten Mechanismus, doch die Freude war immer echt. Vielleicht war gerade diese Freude das Problem. Bei genauerem Nachdenken stellte ich fest, dass ich noch nie negative Emotionen hatte. Warum auch? Ich hatte eine absolut perfekte Kindheit, war eine Super-Schülerin, alle meine Verwandten waren noch am Leben &#8211; für mich gab es noch  nie Grund zur Traurigkeit. Ich hatte ein perfektes Leben, von vorne bis hinten makellos. Und während ich in meinem Zimmer saß, und völlig unbeirrt weiter meinen Tätigkeiten nachging, schlich sich unbemerkt und leise eine Emotion in meinen Körper. Ganz langsam und unaufhaltsam schlich sie sich durch die Füße in meine Beine, hoch in den Bauch, in die Arme und in den Kopf, bis schließlich auch mein Herz damit erfüllt war. Eine riesige, immense Wut staute sich in mir auf, und sie lief jede Sekunde Gefahr, sich ihren Weg nach draußen zu bahnen und auszubrechen. Ich ging zuerst davon aus, dass sich diese Wut gegen den Polizisten, das Schicksal und die Welt im Allgemeinen richtete. Doch mir wurde schnell klar, dass sie sich etwas sehr Konkretem widmete: Meiner Mutter. Obwohl mir klar war, dass sie für ihren Tod nicht verantwortlich war, dass niemand dafür verantwortlich war, sondern dass es Schicksal war, wurde ich mehr und mehr wütend auf sie. Wie konnte sie es nur wagen, einfach zu sterben und damit meine Perfektion zu zerstören? Ich war von mir selbst geschockt, dass ich in so kurzer Zeit solche Emotionen entwickeln konnte. Als ich jemanden die Tür aufschließen und die Wohnung betreten hörte, packte ich meine Sachen und lief in den Flur. Mein Vater, völlig in Tränen aufgelöst, hatte gerade die Tür hinter sich geschlossen und hatte sichtlich Mühe, nicht zusammenzubrechen. Bevor er etwas sagen konnte, ergriff ich das Wort und sagte: „ Gut dass du da bist, können wir los zum Training?“</p>
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		<title>Ein Preis für den Tod</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2013 10:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Welt da draußen]]></category>
		<category><![CDATA[Darwin]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[von Lea Müller „Die beiden betrunkenen Studenten entdeckten ein Loch in der Wand, sie waren der Meinung, es sei der Wäscheschacht, daher rutschten sie aus Spaß hinunter – zu ihrem Pech war es nicht der Wäschetunnel, den sie gerade entlangrutschten, sondern die Müllpresse, die die beiden ohne Pardon zerquetschte. Der Wäscheschacht befand sich an der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8b/Hw-darwin.jpg" alt="" width="276" height="385" />von Lea Müller</p>
<p style="text-align: justify;" align="center"><em>„Die beiden betrunkenen Studenten entdeckten ein Loch in der Wand, sie waren der Meinung, es sei der Wäscheschacht, daher rutschten sie aus Spaß hinunter – zu ihrem Pech war es nicht der Wäschetunnel, den sie gerade entlangrutschten, sondern die Müllpresse, die die beiden ohne Pardon zerquetschte. Der Wäscheschacht befand sich an der gegenüberliegenden Wand“.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Diese und andere Menschen wurden und werden mit dem sogenannten Darwin Award ausgezeichnet, einem Preis, den man für eine wirklich ungewöhnliche Leistung erhält: Auf eine unglückliche, skurrile, gar hirnrissige Weise zu sterben. Für den Verstorbenen selbst ist der Preis natürlich nicht mehr von Bedeutung, was die Frage aufkommen lässt, wozu er dann dient.</p>
<p style="text-align: justify;">Zurückgeführt auf den Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin, möchte man mit der Verleihung des Darwin Awards das Ausscheiden einer in der Evolution des Menschen zurückgebliebenen Person aus dem Genpool  feiern. Es geht also nicht direkt darum, dass der Tod eines Menschen zur Unterhaltung dienen soll, sondern darum, dass es eine „schlaue Entscheidung“ dieses Menschen war, seine minderwertigen Gene nicht weiter zu vererben und damit das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern.</p>
<p style="text-align: justify;">Angehörige wie Außenstehende allerdings sind nicht sonderlich begeistert von dieser Auszeichnung, die man wohl nur verstehen kann, wenn man einen tiefschwarzen Humor hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Ist es gerechtfertigt, den Tod eines Menschen zu bejubeln, sogar auszuzeichnen und Angehörige jederzeit an den Verlust eines Verwandten oder Freundes zu erinnern? Ist es moralisch vertretbar, einen Tod als Nutzen für das Überleben der menschlichen Rasse zu bezeichnen?</p>
<p style="text-align: justify;">Sicherlich berichten die Medien täglich von Unfallopfern und anderen Todesfällen, doch werden solche Meldungen für gewöhnlich mit Trauer und Demut verbunden und nicht etwa ins Lächerliche gezogen, wie es bei den Geschichten um das Ableben der Preisträger des Darwin Awards der Fall ist.</p>
<p style="text-align: justify;" align="center"><em>„Um den Kaugummi-Weitspuck-Wettbewerb zu gewinnen wollte er das Kaugummi vom Dach eines Hochhauses aus spucken. Er nahm Anlauf und fiel, da er noch zu viel Schwung hatte, über die Dachkante des Gebäudes, 42 Stockwerke in die Tiefe“.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Noch verrückter ist es, dass inzwischen ein Spiel existiert, das die lustigsten Geschichten in der „Funny Death Edition“ der Spielserie „Black Stories“ zusammenfasst.</p>
<p style="text-align: justify;">Ob das moralisch vertretbar ist bleibt fraglich, jedoch scheint es die große Masse der Gesellschaft eher zu amüsieren und zu unterhalten, wenn man von absurden Todesfällen berichtet. Der schwarze Humor der Menschen scheint noch weit genug zu reichen um auszublenden, dass diese Geschichten von betrunkenen Studenten und kurzsichtigen LKW-Fahrern, die Mutproben veranstalten oder in Klärgruben fahren, wahr sind. Ob es von der persönlichen Unbetroffenheit oder der einfachen Schadenfreude kommt, dass sich nahezu jeder von den Preisträgern des Darwin Awards unterhalten fühlt, ist unbedeutend.</p>
<p style="text-align: justify;">Sicher, Darwins Theorie zum Überleben der Stärkeren durch die natürliche Auslese der Schwächeren wird durch diesen Award unterstützt und bekommt ein Gesicht, man erhält eine moderne Vorstellung von Darwins Idee, auch wenn der logische Bogen zwischen den beiden Dingen nur schwer nachzuvollziehen ist. Vor allem auch die Art und Weise, durch die die Theorie untermalt wird, ist im Laufe der Zeit zu einem makabren Geschäft geworden und jeder, der kann, versucht Profit aus der Auszeichnung zu schlagen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn der Darwin Award also irgendeinen Sinn hat, ob Unterhaltung oder Aufklärung, dann sollte er zu diesem zurückkehren und weniger den materiellen Wert des Profits im Auge haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Bildquelle: Courtesy of the University of Texas Libraries, The University of Texas at Austin, via Wikimedia Commons</em></p>
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