 
 
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>derfarbfleck &#187; Geschichte</title>
	<atom:link href="http://www.derfarbfleck.de/old/tag/geschichte/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.derfarbfleck.de/old</link>
	<description>mehr als nur schwarz auf weiß</description>
	<lastBuildDate>Wed, 11 Nov 2015 18:19:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>en-US</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=4.2.38</generator>
	<item>
		<title>And the Oscar goes to…</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2015/02/24/and-the-oscar-goes-to/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2015/02/24/and-the-oscar-goes-to/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Feb 2015 22:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgestrahlt und Abgedruckt]]></category>
		<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Stars]]></category>
		<category><![CDATA[Verleihung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=6630</guid>
		<description><![CDATA[von Michelle Braun Diesen Satz hat doch jeder von uns schon einmal gehört. Auch, wenn der vermutlich größte und wichtigste Filmpreis der Welt nicht überall in Deutschland zu den Topthemen zu Jahresbeginn gehört, so können vor allem die US-Amerikaner, insbesondere die Hollywood-Stars den Tag der zeremoniellen Verleihung kaum abwarten. Wenn sich RTL, Pro7 und Co. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/oscar.jpg"><img class="size-medium wp-image-6673 alignright" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/oscar-300x200.jpg" alt="oscar" width="300" height="200" /></a>von Michelle Braun </em></p>
<p>Diesen Satz hat doch jeder von uns schon einmal gehört. Auch, wenn der vermutlich größte und wichtigste Filmpreis der Welt nicht überall in Deutschland zu den Topthemen zu Jahresbeginn gehört, so können vor allem die US-Amerikaner, insbesondere die Hollywood-Stars den Tag der zeremoniellen Verleihung kaum abwarten.</p>
<p>Wenn sich RTL, Pro7 und Co. den Kopf darüber zerbrechen, wer wohl den atemberaubendsten oder den skandalösesten Auftritt des Abends hingelegt hat, stellt sich keiner die Frage, von wo und wann die berühmt berüchtigte Oscar-Verleihung überhaupt stammt.</p>
<p>Seinen Ursprung hat das Event Ende der 1920er beziehungsweise Anfang der 1930er Jahre, als die US-Filmindustrie in der Krise steckte. Vor allem durch die Erfindung des Radios, und der Lohnerhöhung für Mitarbeiter verlief die Arbeit in diversen Studios schleppend. Daraufhin traf sich der Präsident Louis B. Mayer der MGM-Studios (Metro-Goldwyn-Mayer-Studios)  am 11. Januar 1927 mit über 33 Filmgrößen, um über eine Lösung dieses Problems zu diskutieren. Man wollte eine Akademie erschaffen, die die große Kunst des Filmemachens verkörpert und einen zentralen Bündelpunkt aller Interessen der Filmschaffenden darstellt und organisiert. Das war die Geburtsstunde der <em>Academy of Motion Picture Arts and Sciences</em>, deren Gründung, unter anderem von Größen wie den Warner Brothers, noch am selben Tag amtlich gemacht wurde.</p>
<p>Schon zwei Jahre später, ca. acht Jahre nach der Vergabe des weltweit ersten Filmpreises, des <em>Photoplay Awards</em>, kam es zu der ersten Oscar-Verleihung, damals noch unter Namen <em>Academy Award</em>. Bei dieser am 16. Mai 1929 stattfindenden Veranstaltung durfte der Schauspieler Emil Jannings als bisher einziger Deutscher den Preis für den besten Hauptdarsteller im Hollywood Roosevelt Hotel von Präsident Mayer entgegennehmen. Dieses zu Beginn noch sehr kleine und eher unbedeutende Event, zog erst im Laufe der Jahre immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. So kam es 1953 zur ersten TV-Übertragung, welche heutzutage von rund 800 Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgt wird und damit zu einem der meist gesehensten Ausstrahlungsformate überhaupt gehört. Auch sonst hat sich die Akademie erheblich vergrößert. Aus den ursprünglich wenigen, aber wichtigsten Nominierungskategorien wie Bester Film, Bester Hauptdarsteller/in und Beste Regie entstanden bis heute über 30 unterschiedliche Kategorien. Über die jeweiligen Gewinner entscheiden die über 5500 Mitglieder der Akademie in zwei streng geregelten Wahlgängen. Der nur 34,29cm große und mit dünnem 24-karätigem Gold überzogene Ritter mit Schwert trägt seinen Spitznamen<em> Oscar</em> offiziell seit 1931, da die damalige Vorstandssekretärin der Akademie, Margaret Herrick, beim Anblick der Statue: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“ gesagt haben soll. Der Preis gilt als die wichtigste und höchstangesehenste Auszeichnung, die ein Schauspieler im Laufe seiner Karriere erhalten kann. Seit 1950 ist sogar rechtlich vorgeschrieben, dass die Statue weder vom Gewinner selbst, noch von seinen Erben jemals verkauft oder versteigert werden darf. Der Film „Vom Winde verweht“ von 1939 war jahrelang mit zehn Oscars der Anführer der Oscartopliste, wurde jedoch im Jahre 1960 vom Film „Ben Hur“ mit elf Oscars abgelöst. Auch „Titanic“ (1998) und „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2004) gehören mit ebenfalls elf Oscars zu den besten Filmen aller Zeiten. Als einzelne Persönlichkeit wurde Walt Disney am häufigsten mit insgesamt 26 Oscars, davon 4 Ehrenoscars und 37 weiteren Nominierungen ausgezeichnet.</p>
<p>Die diesjährigen Oscarverleihungen des 22. Februar boten überraschend wenig Überraschungen. Bis auf einen Auftritt des Moderators in Unterwäsche  und Socken gab es kaum nenneswerte Skandale oder Fehltritte der Promis und dieser war wohl weniger ein modisches Statement,  als eine Anspielung auf den großen Abräumer des Abends, <em>Birdman</em>. Der Film, das satirische Portrait eines Ex-Superhelden-Darstellers, von Regisseur Alejandro G. Inárritu wurde mit gleich vier Oscars ausgezeichnet, darunter die Kategorien bester Film, beste Regie und beste Kamera. Eher für seine visuellen Aspekte wurde Wes Andersons Film <em>Grand Budapest Hotel</em> ausgezeichnet, der die Oscars für das beste Make-Up, Kostümdesign, Szenenbild und den besten Soundtrack erhielt. Die Oscars für die/den beste/n Hauptdarsteller/in  gingen an Julianne Moore (<em>Still Alice</em>) und Eddie Redmayne (<em>Die Entdeckung der Unendlichkeit</em>). Doch selbst die Nominierten, die ihren Kamin jetzt nicht mit einem der schicken Goldonkels schmücken dürfen, gingen nicht leer aus, sondern erhielten Geschenktüten im Wert von 125.000 Dollar.</p>
<p>Da die Skandale dieses Jahr ausblieben, wird der Wirbel um das kleine goldene Männchen wohl eher schnell verfliegen, während der  Klatschpresse nichts übrig bleibt, als zur Abwechslung mal über den gelungensten Auftritt des Abends zu fachsimpeln, bis es dann im nächsten Jahr wieder heißt: &#8220;And the Oscar goes to…&#8221;</p>
<p><em>Bildquelle:  Prayitno, www.flickr.com,  Oscar statuettes, Hollywood, California, 17.04.2010 </em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2015/02/24/and-the-oscar-goes-to/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die abenteuerliche Reise unserer Leckereien</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2015/01/29/die-abenteuerliche-reise-unserer-leckereien/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2015/01/29/die-abenteuerliche-reise-unserer-leckereien/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2015 11:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[Bonbons]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Herstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>
		<category><![CDATA[Süßigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Vanille]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=6634</guid>
		<description><![CDATA[von Sarah Alber Für viele von uns sind sie fast schon Grundnahrungsmittel &#8211; Süßigkeiten und anderes Naschwerk. Doch woher kommen Bonbons, Vanille und Schokolade? Wie stellt man sie her? Das Bonbon Bonbons gibt es in fast allen erdenklichen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Manche Bonbons haben eine süße, saure oder flüssige Füllung. Man unterscheidet zwei Arten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Sarah Alber<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/pralines.jpg"><img class="alignright wp-image-6636 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/pralines-1024x682.jpg" alt="pralines" width="396" height="264" /></a></em></p>
<p>Für viele von uns sind sie fast schon Grundnahrungsmittel &#8211; Süßigkeiten und anderes Naschwerk. Doch woher kommen Bonbons, Vanille und Schokolade? Wie stellt man sie her?</p>
<p><strong>Das Bonbon</strong></p>
<p>Bonbons gibt es in fast allen erdenklichen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Manche Bonbons haben eine süße, saure oder flüssige Füllung. Man unterscheidet zwei Arten von Bonbons. Hartbonbons, welche eine glasartige Beschaffenheit haben, und Weichbonbons (Toffee) die zäh und Kaugummi-artig sind. Diese Weichbonbons werden auch Kaubonbons genannt, da sie gekaut und nicht, wie bei anderen Bonbons üblich, gelutscht werden.</p>
<p>Die Geschichte</p>
<p>Die Geschichte des Bonbons beginnt vor über tausenden von Jahren. Zu dieser Zeit gab es im antiken China, Griechenland, im römischen Reich und anderen Regionen aus Honig gefertigte Süßwaren. Nachdem man um 600 in Persien entdeckte, wie man aus Zuckerrohrsaft Zucker herstellen konnte, wurde um 700 in Arabien mit „Fanid Chsai“ gehandelt. Dies ist eine Art Bonbonmasse, die aus Zucker und Fruchtsaft hergestellt wird.</p>
<p>Zucker war zu dieser Zeit sehr teuer und es waren deshalb zumeist nur Fürsten und Könige, die sich den Luxus von Süßigkeiten leisten konnten. Eine Geschichte besagt, dass König Henri IV. zu seiner prunkvollen Hochzeit Süßigkeiten anbieten ließ. Die Kinder sollen daraufhin fröhlich „Bon!“ oder „Bon! Bon!“ gerufen haben, wodurch die Bezeichnung Bonbon entstanden sein soll.</p>
<p>Die industrielle Bonbonproduktion geht in Deutschland auf Franz Stollwerck zurück, der 1839 in Köln eine Mürbebäckerei gründete. Schnell wurde ihm klar, dass „Brustbonbons“ wegen der damals häufigen Hals- und Lungenerkrankungen sehr gefragt waren. Da er während seiner Ausbildung in Paris das Karamellisieren, also das Kochen von Zucker, und das Mischen mit allerlei Kräutern und Früchten gelernt hatte, vergrößerte er seine Konditorei um eine Bonbonfabrik. In Köln und Umgebung nannte man ihn deshalb den „Kamellen-Napoleon“.</p>
<p>Herstellung</p>
<p>Es gibt zwei verschiedene Arten der Herstellung: einerseits die industrielle und andererseits die handgemachte. Die Zutaten für die Bonbonmasse sind vor allem Zucker und Wasser. Diese werden zusammen gemengt und anschließend in einem großen Kessel gekocht. Da die Masse noch zu flüssig ist, wird ihr durch ein Vakuum die Flüssigkeit entzogen. Um die Masse aufzupeppen, werden nun Aroma- und Farbstoffe hinzugefügt. Damit sie formbar bleibt, wird sie warm gehalten sowie immer wieder geknetet, gefaltet und gezogen. Der größte Unterschied zwischen industriellen und handgemachten Bonbons ist die Herstellung der verschiedenen Formen. In der Fabrik werden sie ausgestanzt und durch eine komplizierte Maschine verpackt, während sie in der Zuckerbäckerei mühevoll von Hand geformt und verpackt werden.</p>
<p><strong>Die Vanille</strong></p>
<p>Eines der sehr beliebten Gewürze &#8211; nicht nur von Bonbons &#8211; ist die Vanille. Es gibt etwa 110 Arten dieser Pflanze, von denen 15 als Vanilleschoten bezeichnet werden. Die bekannteste Art ist die Gewürzvanille. Die Gewürzvanille stammt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika, wird jedoch heute auf verschiedenen Inseln des Indischen Ozeanes angebaut wie zum Beispiel auf Madagaskar und La Réunion. Gewürzvanille wird unter den Bezeichnungen Bourbon-Vanille und mexikanische Vanille verkauft.</p>
<p>Als cacixanatl (aztekisch „tiefgründige Blume“) wurde Vanille in Mexiko schon lange als Gewürz benutzt. In einer Chronik des Aztekenherrschers Itzcóatl wird berichtet, dass die Totonaken Vanille als Teil ihres Tributes an Götter und Ahnen abliefern mussten. Die Totonaken waren für lange Zeit das einzige Volk, das den Vanilleanbau beherrschte. Eine Legende über die Herkunft der Vanille geht ebenfalls sie zurück: dem zufolge entspross die Vanille aus einer getöteten Prinzessin. Die Region Veracruz gilt deshalb als die Wiege der Vanille.</p>
<p>Vanille wurde häufig als Gewürz in Kakao verwendet, da es dessen etwas bitteren Geschmack überdeckt. Über fünfzig Tassen dieses Kakao-Vanille-Cocktails soll Montezuma II. täglich zu sich genommen.</p>
<p>Die Vanilleschoten werden kurz vor der Reife geerntet. Da die frischen Schoten noch nicht den Geschmack einer fertigen Schote haben, müssen sie erst der sogenannten Schwarzbräunung unterzogen werden. Dafür werden die Schoten mit Wasserdampf behandelt. Anschließend folgt die zeitaufwendige Fermentation. Dieser Vorgang kann bis zu einem Monat dauern. Durch diesen  Prozess schrumpfen die Schoten zu den bekannten, schwarz-braunen Vanillestangen, dem letztendlichen Gewürz. Für den Transport werden die Vanillestangen gebündelt und vorsichtig in Behälter aus Zinn gelegt.</p>
<p>Der zeitaufwändige Bearbeitungsprozess sowie die künstliche Bestäubung sind die Gründe des hohen Preises der Gewürzvanille. Als Vanilleschoten kommen auch nur die in den Handel, die keine Mangel besitzen. Gespaltene, abgebrochene oder krumme Schoten werden entweder zu Vanillezucker, zu Vanillepulver oder zu Vanilleextrakt verarbeitet.</p>
<p><strong>Die Schokolade</strong></p>
<p>Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die uns glücklich machen, so wie der Anblick hunderter glitzernder Schneeflocken im Schein der Sonne oder das Gefühl eingemummelt in einer kuschligen Decke eine Tasse Heiße Schokolade zu genießen. Schon die Maya und Azteken kannten den Genuss dieses leckeren Getränkes &#8211; doch mit einem etwas abgewandelten Rezept.</p>
<p>Von der Bohne zur Tafel</p>
<p>Tief im Dschungel des Süd- und Mittelamerikanischen Regenwaldes wächst er, der Götterbaum oder auch Kakaobaum genannt wird. Dieser trägt jährlich Kakaofrüchte in denen jeweils 25 bis 50 Kakaobohnen enthalten sind. Doch von der Kakaofrucht bis zur Schokoladentafel ist es ein weiter Weg. Als erstes müssen die Kakaobohnen aus der Kakaopulpe, eine Gelee artige weiße Masse, entfernt werden. Danach werden sie in abgedeckten Kisten in die Sonne gestellt, um zu fermentieren. Nach dem Fermentierungsprozess werden die Bohnen ausgebreitet und in der Sonne weiter getrocknet. Schließlich werden die Bohnen in Säcke gefüllt und dann per Schiff in andere Länder exportiert. In der Fabrik angekommen, geht es gleich weiter mit der Verarbeitung. Dort werden sie zunächst gewaschen und anschließend geröstet. Danach werden die Kakaobohnen in großen Kakaomühlen zu einem dickflüssigen Brei zermahlen. Aus dieser sogenannten Kakaomasse kann man Kakaobutter, eine Art Öl, und Presskuchen gewinnen. Der letzte Schritt folgt nun: das „Conchieren“. Beim „Conchieren“ wird die Schokoladenmasse so lange bei niedrigen Temperaturen verrührt, bis sie geschmeidig und süß wird. Die „conchierte“ Schokoladenmasse muss jetzt nur noch in die jeweiligen Formen gefüllt werden. Und nach einiger Zeit im Kühlschrank ist die Schokoladentafel fertig!</p>
<p><em>Bildquelle: Soorelis über pixabay.com</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2015/01/29/die-abenteuerliche-reise-unserer-leckereien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das jüdische Mädchen und das chinesische Hochzeitskleid</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2014/12/12/das-judisches-madchen-und-das-chinesische-hochzeitskleid/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2014/12/12/das-judisches-madchen-und-das-chinesische-hochzeitskleid/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2014 18:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Exil]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Nazionalsozialismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=6567</guid>
		<description><![CDATA[von Juliette Scheuing 1961, Ostberlin. Endlich hat Sonja den perfekten Stoff gefunden: der wundervolle türkisfarbene Brokat aus China. Darauf verziert sind feine, orangefarbene Tempel mit olivgrünen Bäumen. Sonja hat ein chinesisches Kleid gezeichnet, aus den Erinnerungen von Shanghai. Das Kleid muss perfekt sein, nicht nur weil es für ihre Hochzeit ist. Dennoch ist ihr ein [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/China2.jpg"><img class="alignright wp-image-6584 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/China2-300x237.jpg" alt="China2" width="327" height="258" /></a>von Juliette Scheuing</em></p>
<p><em>1961, Ostberlin. Endlich hat Sonja den perfekten Stoff gefunden: der wundervolle türkisfarbene Brokat aus China. Darauf verziert sind feine, orangefarbene Tempel mit olivgrünen Bäumen. Sonja hat ein chinesisches Kleid gezeichnet, aus den Erinnerungen von Shanghai. Das Kleid muss perfekt sein, nicht nur weil es für ihre Hochzeit ist. Dennoch ist ihr ein Fehler passiert, das Kleid ist seitenverkehrt. Aber Sonja kann nichts dafür. Sie war noch ein kleines Kind, als sie solche Kleidungsstücke gesehen hat.</em></p>
<p><em>Die Knöpfe sollen an der rechten Seite sein. Das Kleid ist ursprünglich ein Mantel, der eine Öffnung hatte, diese kann man zuknöpfen. Früher, in der Mandschurei (Nordchina), als Frauen noch ritten und mit Säbeln kämpften, hatten sie so etwas an. Da die meisten Rechtshänder waren, war auch die Öffnung rechts, damit man so schnell wie möglich den Säbel herausziehen konnte. Doch Sonja wurde viel später geboren, diese Geschichte kannte sie nicht.</em></p>
<p><strong>Reise ins Unbekannte</strong></p>
<p>Sonja Mühlberger, geborene Krips, ist 1939 in Shanghai zur Welt gekommen. Als Juden sind ihre Eltern aus Deutschland in das fremde Shanghai geflohen.</p>
<p>1938, im Standesamt Steinheim ist viel los, denn Hermann und Ilse Krips heiraten. Die Familie von Ilse ist einflussreich. Sogar der Bürgermeister gratuliert ihnen. Er ist Nationalsozialist.</p>
<p>Wenig später ist Hermann schon verhaftet und ins Konzentrationslager (KZ) nach Dachau gebracht worden, eingesperrt als sogenannter „Schutzhäftling“, wie nach dem Novemberpogrom 1938 in Deutschland Zehntausend andere jüdische Männer. Nur wer beweisen kann, dass er ausreist, hat eine Chance, freigelassen zu werden. Das junge Paar hatte schon einmal versucht, Hilfe aus dem Ausland zu bekommen, und ein Foto von sich nach London an Sir Richard Stafford Cripps geschickt. Krips und Cripps, sind wir vielleicht verwandt? Kann er uns helfen und nach England einladen? Wir sind anständige Menschen und brauchen Hilfe. Doch das Foto kam zurück mit der Antwort: ¨Sorry we can´t help¨.</p>
<p>Die anstrengende Suche nach einer Lösung lohnt sich. In der jüdischen Gemeinde erfährt Ilse Krips von anderen Frauen, dass die Stadt Shanghai noch jüdische Flüchtlinge aufnimmt. Über einen Cousin, der in Amsterdam wohnt, besorgt Ilse Papiere vom dortigen chinesischen Konsulat für China. Hermann kommt somit aus dem KZ frei. Sie müssen aber fast ihren ganzen Besitz zurücklassen. Hermann Krips ist Kaufmann und betreibt ein kleines Geschäft. Doch nach Shanghai dürfen sie zusammen nur 20 Reichsmark und 2 Koffer mitnehmen, mehr nicht. Ilse hat jetzt einen weiten Mantel an &#8211; ja, sie ist schwanger.</p>
<p>Die Reise ist anstrengend. Von Frankfurt am Main mit dem Zug nach Italien, dann mit dem Schiff nach Shanghai. Voller Hoffnung am Hafen aussteigen, doch&#8230;</p>
<p>Die Straßen sind voll und eng, überall Straßenbahnen, Rikschas, Passanten, Schaulustige und Bettler. Es ist sehr laut, Reifen quietschen, Militärfahrzeuge hupen, japanische Soldaten marschieren und die Leute brüllen und kreischen. In China ist der Krieg ausgebrochen, Japan greift China an. Shanghai ist schon unter japanischer Besatzung, aber manche Stadtteile sind internationale Kolonien. So stürmen Flüchtlinge aus ganz China hier her. Es riecht muffig, ein Mix aus feuchter Meeresluft, Müllhaufen und Leichen, die auf der Straße liegen. Außerdem sieht man ganz genau verschiedene Arten von Ungeziefer herum flitzen, auf der Haut von Bettlern. Hermann weiß, was es bedeutet: ¨Tja, hier sehen die Marienkäfer eben anders aus¨, beruhigt er seine junge Frau.</p>
<p>3 Tage nach der Ankunft wollen Hermann und Ilse weiterreisen. Vielleicht Birobidshan, die künstlich geschaffene Siedlung von Stalin? Sie würden es noch schaffen, bevor das Kind zur Welt kommt. Doch dann ist der Krieg ausgebrochen. Sie müssen also für längere Zeit in Shanghai bleiben. Großes Glück für Familie Krips, denn die meisten Juden in Birobidshan werden später ermordet.</p>
<p><strong>Eine ganz normale Kindheit</strong></p>
<p>Erstmal gibt es noch ein anderes Problem. Das Kind wird bald geboren sein. Oktober 1939. auf ins Deutsche Generalkonsulat und das Kind anmelden! Es ist ein mächtiges Gebäude, davor Wachen in Uniform mit Hakenkreuz. Ein Mitarbeiter dort gibt Hermann eine Liste jüdischer Vornamen. Wählen Sie einen aus! Memelchen? Liebe? Ninchen? Blümchen? Hermann geht trotzig wieder raus. Sonja soll unser Kind heißen, so sportlich und tapfer wie Sonja Henney, die norwegische Eiskunstläuferin. In der Geburtsurkunde steht noch für 3 Monate der offizielle Name „Baby“, später erst „Sonja“, von der Shanghaier Behörde geändert und mit einem chinesischen Stempel versehen. Sonja ist stolz auf ihren Namen.</p>
<p><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/China1.jpg"><img class="alignleft wp-image-6585 size-medium" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/China1-300x194.jpg" alt="China1" width="300" height="194" /></a>Sonja wächst in Shanghai auf, für sie ist es nicht ganz so schwer wie für ihre Eltern. Sie ist ein schlechter Esser, verspürt somit nicht den Hunger, den die Eltern oft erleiden müssen. Sonja geht auf die Shanghai Jewish Youth Association School, hat dort beste Noten. Doch schon immer wünscht sie sich ein Geschwisterchen.</p>
<p>Jeden Morgen steht Sonja auf dem Balkon, ihrem Lieblingsplatz, und schaut herunter. Jeden Morgen liegen Bündel an der Straßenecke. Ein Kuli, also ein einfacher Arbeiter, kommt. Er piekst mit seinem langen Stock auf so ein Bündel und wirft es hinter sich in einen Wagen. Plumps! Krawumms!</p>
<p>Was ist das, Mama?</p>
<p>Es sind Kinder, die niemand haben will, deren Eltern sie nicht ernähren können. Meistens Mädchen.</p>
<p>Kann ich eins davon mit nach Hause nehmen und als Schwester behalten?</p>
<p>Die Mutter sagt nie ja. Sie hat Angst, dass die Babys ansteckende Krankheiten haben. Es tut ihr sehr leid.</p>
<p>Jede Flüchtlingsfamilie, die kleine Kinder hat, hat auch eine Katze. Nicht nur als Haustier, sondern um Ratten zu fangen, damit sie nicht das Kind beißen. Familie Krips´ große weiße Katze macht ihren Job gut. Doch eines Morgens, als Sonja vom Balkon herunter schaut, sieht sie viele Chinesen. Sie zeigen nach oben und rufen etwas. Sonja versteht kein Chinesisch, sie geht auf eine englische Schule. Nach einer Weile merkt sie, dass die Menge unten die Katze meint. Diese liegt auf dem Balkon und ist tot, von Ratten tot gebissen. Sonja ist traurig. Aber immerhin haben wir die Katze begraben, ihr geht’s sicher besser als den armen chinesischen Babys auf der Straße, denkt sie.</p>
<p>Hier, für dich.</p>
<p>Nach ein paar Tagen gibt Ilse Sonja ein Korallenarmband zum Trost. Es ist ein wichtiges Andenken aus Deutschland. Familie Krips wohnt in einem winzigen Zimmer ohne Wasseranschluss und Sonja muss auf zwei Koffern schlafen mit einer Matratze oben drauf. Die Koffer sind die aus Deutschland. Neben ihnen wohnt ein grimmiger Mann, der Vermieter Herr Lidsky. Zwischen den beiden kleinen Räumen ist nur eine dünne zwei Meter hohe Holzwand als Trennung. Mangels Spielzeuge ist das Korallenarmband ein gutes Mittel gegen Langeweile. Hoch werfen, fangen, hoch werfen, fangen, hoch werfen, ups! Zack, über die Holztrennwand und weg war es im Raum von Herr Lidsky. Er behauptet, er hätte es nie gesehen, doch bestimmt hat er es verkauft.</p>
<p><em>Hier, für dich. Du kannst den Stoff als Futter für dein Hochzeitskleid benutzen.</em></p>
<p><em>Wie? Dein Hochzeitskleid? </em></p>
<p><em>Das Hochzeitskleid der Mutter ist wichtig für die Familie Krips, sie haben es mit in den Koffern nach Shanghai genommen und wieder zurückgebracht. Es ist eine Erinnerung an Deutschland, an die Eltern von Ilse, die Eltern von Hermann, die Bekannten&#8230; Nun hat Sonja in ihrem Hochzeitskleid auch das der Mutter.</em></p>
<p><em>Aber das ist doch so wertvoll, aus Seide&#8230;</em></p>
<p><em>Die Kinder sind unsere wertvollsten Schätze. Hermann lächelt.</em></p>
<p><strong>Der Kaufmann, der Eier verkauft</strong></p>
<p>Hinten auf dem Gepäckträger des Fahrrads beobachtet Sonja, wie ihr Vater mühelos steile, wackelige Wege hinauf fährt. Hermann verkauft Eier und muss diese hier beim chinesischen Großhändler abholen und prüfen. Er hatte es als deutscher und englischer Stenograph und Korrespondent versucht. Er hat Sunnybread gebacken, darauf eine Banderole mit dem Foto von Sonja. All das klappte nicht wirklich. Jetzt verkauft er Eier und hat somit den Shanghaier Dialekt gelernt und ebenso das Rechnen mit dem Abakus.</p>
<p>Angekommen, aussteigen, reingehen. Für Sonja ist es ein riesiger Raum, Hermann und der Chef reden, alle höflich und freundlich. Dann folgt Sonja ihrem Vater in einen fensterlosen Raum, wo nur eine einzige Glühbirne von der Decke herunter baumelt. Hermann steckt jeweils ein Ei zwischen zwei Finger und durchleuchtet sie gegen das schwache Licht zur Kontrolle. Vier Eier in eine Hand klemmen und kein einziges fällt runter, das kann nur Papa! Danach sortiert er Eier, die schlechten in einen Extrakorb. Hermann verkauft nur die besten Eier an seine Kunden. Den Dienstboteneingang und die Treppe auf und wieder ab, Korb leer, alle Eier verkauft. Sonja wird auch von ihm jeden Tag zur Schule gebracht und wieder abgeholt. Einmal kam ihr Vater zu spät&#8230;</p>
<p>Ich krieg‘ es hin, allein nach Hause zu laufen. Papa bringt mich so oft her, ich weiß es schon auswendig. Tapfer geht Sonja drauflos. Doch nach der ersten Kreuzung ist alles durcheinander. Wo lang soll ich jetzt gehen? Verzweifelt fängt sie an zu weinen. Eine Gruppe Chinesen hat sie sofort umzingelt. Manche sehen besorgt aus, andere lachen, doch Sonja versteht kein Chinesisch. Auf einmal tauchen Bettler auf. Lass dich nicht von Bettlern anfassen, hat sie von der Mutter gelernt, sie haben so viele Krankheiten! Doch die Bettler sehen, dass Sonja Haare auf den Armen hat, und zupfen neugierig daran.</p>
<p>Der indische Verkehrpolizist, ein Sikh mit einem Turban auf dem Kopf, ist ihre Rettung, er versteht Englisch.</p>
<p>What´s the matter, girl?</p>
<p>I´m lost, I don´t know how to get home.</p>
<p>Where do you live?</p>
<p>I´m not sure,I think in Hongkou, Washing Road / corner of Ward Road.</p>
<p>Take this tram.</p>
<p>In der Straßenbahn sieht Sonja, wie unbekannte Straßen vorbeiziehen. Überall Bettler, manchmal sieht sie auch Leichen, einfach so auf der Straße. Die Menschen gehen dran vorbei, ohne sie anzuschauen, so etwas ist ja nicht selten.</p>
<p>Da! Der Knopf! Die schöne Frau, die auch in der Straßenbahn sitzt, trägt ein rotes, chinesisches Kleid. Darauf sind wundervolle Knöpfe, wie kleine Knospen. So welche will ich unbedingt haben!</p>
<p><em>Das ist aber kompliziert! Keine Ahnung, wie ich die hinkriegen soll! Die Schneiderin seufzt. </em></p>
<p><em>Aber ohne die Knöpfe, ist es kein chinesisches Kleid! </em></p>
<p><em>Hmm&#8230; Vielleicht&#8230;vielleicht haben die in Westberlin andere Modehefte. Da muss ich allerdings über die Grenze fahren.</em></p>
<p><em>Ja, bitte! Das ist mir wichtig, da es doch mein Hochzeitkleid ist. Sonja bedankt sich. Sie ist heute froh, dass es damals noch keine Mauer gab. Sie sagt immer, sie hätte doch so ein Glück im Leben!</em></p>
<p><em>Die Schneiderin hat es geschafft, übte sogar über Nacht diese speziellen Knöpfe anzufertigen. Jeder einzelne Knopf wurde aus dünnen Stoffstreifen zu einer Kugel zusammengenäht. Das ist die traditionelle Methode aus China. Wunderschön!</em></p>
<p><strong>Zurück in die noch unbekannte Heimat</strong></p>
<p>1947, der Krieg ist seit August 1945 endlich vorbei. Die jüdischen Flüchtlinge versuchen, China zu verlassen, die meisten wollen nach Amerika oder Australien.</p>
<p>Wir gehen zurück in unsere Heimat, Sonja.</p>
<p>Nach Deutschland? Schön!</p>
<p>Mutter hat ihr schon viel von Deutschland erzählt. Sie hat auch ein Märchenbuch, woraus sie immer vorliest. Für Sonja ist Deutschland ein Märchenland.</p>
<p>Mama, was ist denn ein Wald?</p>
<p>Stell dir vor, du findest einen Baum. Und dann noch einen Baum, und noch einen, noch einen. Ganz, ganz viele Bäume zusammen, das ist ein Wald.</p>
<p>Wow!</p>
<p>Wir fahren nach Deutschland, hört ihr, wir gehen zurück in unsere Heimat!</p>
<p>Sonja erzählt es allen, die sie kennt. Die meisten jüdischen Flüchtlinge reagieren aber verärgert. Einige spucken Sonja an. Sie hassen Deutschland so sehr, dass sie ein Kind dafür bestrafen.</p>
<p>Trotzdem war Sonja auf dem Rückweg fröhlich.</p>
<p>Da! Eine grüne Wiese, und zwei Kinder rennen frei darüber! Mama schau mal!</p>
<p>O guck, ein Apfel der frei auf dem Baum wächst!</p>
<p>Man kann auch Wasser aus der Leitung trinken?</p>
<p>All diese Bilder bleiben für Sonja immer im Kopf hängen.</p>
<p><strong>Mit Hoffnung überlebt man überall</strong></p>
<p>Endlich in Deutschland angekommen, keiner von den Verwandten holt sie ab, fast alle Juden, die in Deutschland geblieben sind, sind ermordet worden. Doch Familie Krips ist froh, dass sie überlebt haben und nach Deutschland zurückkehren können. Einige Juden haben in Shanghai Selbstmord begangen. Wegen der vielen Krankheiten und schrecklichen hygienischen Zuständen hatten Ilse und Hermann Krips mehrfach Malaria und Sonja war auch einmal sterbenskrank. Mit Hoffnung überlebt man überall. Die Erlebnisse in Shanghai sind für immer ein Teil von Sonja, sogar noch wichtiger als das chinesische Hochzeitskleid.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text basiert auf einem Interview mit Sonja Mühlberger vom 29.05.2014</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>1. Bild: Familie Krips bei der Ankunft in Deutschland, 1947</em></p>
<p><em>2. Bild: Sonja und ihre Eltern in Shanghai, 1940</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em> Bildquelle: Sonja Mühlberger</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2014/12/12/das-judisches-madchen-und-das-chinesische-hochzeitskleid/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alle Schotten dicht?</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2014/10/02/alle-schotten-dicht/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2014/10/02/alle-schotten-dicht/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2014 11:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Welt da draußen]]></category>
		<category><![CDATA[LGH im Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[David Cameron]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Referendum]]></category>
		<category><![CDATA[Schottland]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=6445</guid>
		<description><![CDATA[von Merlin Krzemien Schottland feiert. Endlich darf es erwachen, das kleine, vom Schicksal gebeutelte Volk, und den Jahrhunderte währenden Albtraum vom englischen Imperialismus zusammen mit dem Schlafgeruch aus den Kissen schütteln. Sie haben sich für die Freiheit entschieden, bis 2016 wird Blauweiß aus dem Union Jack gestrichen werden müssen. So schön sah der fettgedruckte Einführungstext unter [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Merlin Krzemien<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Referendum-Titelbild.jpg"><img class="alignright wp-image-6446 size-medium" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Referendum-Titelbild-300x225.jpg" alt="Schotten Referendum Titelbild" width="300" height="225" /></a></em></p>
<p><em>Schottland feiert. Endlich darf es erwachen, das kleine, vom Schicksal gebeutelte Volk, und den Jahrhunderte währenden Albtraum vom englischen Imperialismus zusammen mit dem Schlafgeruch aus den Kissen schütteln. Sie haben sich für die Freiheit entschieden, bis 2016 wird Blauweiß aus dem Union Jack gestrichen werden müssen.</em></p>
<p>So schön sah der fettgedruckte Einführungstext unter der zugehörigen Schlagzeile meiner für den 19. September vorbereiteten Reportage zum „Yes“-Votum aus. „SCHEIDUNG NACH 300 JAHREN ZWECKEHE!“, schrien noch die kleinen Zeitungsjungen in meinem Kopf, als ich langsam entschlummerte. Dann am nächsten Morgen der Blick aufs Handy. Die Tür zur Freiheit und was machen die verdammten Dudelsäcke? Das waren drei verdammte Seiten! So viel Arbeit und alles umsonst? Normalerweise ist doch immer und überall Verlass auf den Nationalismus &#8211; wo hat er uns denn schon einmal im Stich gelassen, wenn er erst richtig ins Rollen gekommen war? Konsequenz für mich: Neuer Text, diesmal aber freier. So eine Langeweile tu ich mir nicht noch einmal an.</p>
<p>Am Donnerstag, dem 18. September 2014, entschied sich Schottland gegen die Unabhängigkeit und nicht wenigen viel der Löffel ins morgendliche Porridge. „Wird Schottland wirklich der erste Staat sein, der sich auf demokratischem Wege gegen die Demokratie entscheidet? Stellt euch vor, wie peinlich das wäre!“, twitterten Separatisten unter dem Hashtag #WingsScotland noch am Wahltag. Und es ist geschehen: Das Königreich bleibt vereint, der Kilt der Union fürs Erste erhalten.</p>
<p>Mit 55 Prozent „No“ ist die Entscheidung zwar keinesfalls haarscharf ausgegangen aber viel zu knapp, um groß zu feiern. Demokratie lässt immer Unzufriedene zurück und in diesem Fall mehr, als der Atmosphäre gut tut. Bei einem Mindestwahlalter von 16 Jahren waren mehr als vier Millionen in Schottland ansässige EU-Bürger wahlberechtigt und 84,6 Prozent der Registrierten tat den Gang zum Wahlbüro – ein Spitzenwert. Es war eine Diskussion, die ihre Gesellschaft spaltete, denn sind Meinungen auch grau, wurde hier schwarzweiß gewählt. Separatisten und Unionstreue bekämpften sich in einer monatelangen Debatte bis aufs Messer. Mit den immer gleichen Argumenten schlugen sie sich die Schädel ein.</p>
<p>Doch nun steht die Entscheidung und es stellen sich einige wichtige Fragen: Wie viel Alkohol war nötig, sie den Volkstraum vergessen zu lassen? Und was bedeutet das nun für diese sonderliche Nation, hauptsächlich bekannt für ihre prächtigen Beinkleider? Für ihren griesgrämigen Unionspartner? Für Cameron und seine Torie-Partei? Und zuletzt die Frage, die euch wirklich bewegt: Für uns? Lasst mich etwas weiter ausholen!</p>
<p><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Tories.jpg"><img class="alignnone  wp-image-6450" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Tories-300x225.jpg" alt="Schotten Tories" width="229" height="172" /></a><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Demo-3b.jpg"><img class="alignnone  wp-image-6449" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Demo-3b-300x225.jpg" alt="Schotten Demo 3b" width="229" height="171" /></a><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Yes-2.jpg"><img class="alignnone  wp-image-6448" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Schotten-Yes-2-300x225.jpg" alt="Schotten Yes 2" width="228" height="171" /></a></p>
<p><strong>Schottland und Großbritannien</strong></p>
<p>Die ersten Bestrebungen, Schottland in sein Reich einzugliedern, zeigte Edward I. von England Ende des 13. Jahrhunderts, als der kleine Nachbar sich in einer ernsthaften Erbfolgekrise befand. Die darauffolgende kriegerische Episode wird die Schottischen Unabhängigkeitskriege genannt, schnitt noch tief ins nächste Jahrhundert ein und störte die schottisch-englische Beziehung dauerhaft. William Wallace, der schottische Nationalheld, und Robert the Bruce, bald der neue König seines Landes, sollten vielen ein Begriff sein. (Ich verweise an dieser Stelle auf den historisch äußerst inakkuraten Hollywood-Blockbuster „Braveheart“ von Mel Gibson. Ich sage nur: „FREEDOM!!!“)</p>
<p>Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kamen in England die schottischen Stuarts auf den Thron und von da an wurden beide Länder in Personalunion regiert. 1707 stimmte der schottische Adel, der sein Land in den finanziellen Ruin getrieben hatte, gezwungenermaßen (und wer nicht musste, wurde bestochen) dem Act of Union zu und die beiden Staaten verschmolzen zum Königreich Großbritannien – gegen den Protest des schottischen Volkes.</p>
<p>In den kommenden 250 Jahre führten beide Völker eine mehr oder weniger glückliche Ehe (Krisen sprich Aufstände sollen ja überall vorkommen), die trotz ihres arrangierten Charakters erst Mitte des 20. Jahrhunderts, als das britische Weltreich endgültig zerfiel, begonnen wurde, angezweifelt zu werden. Die Nationalisten wurden stärker, in den Siebzigern wurde ein erstes Unabhängigkeitsreferendum abgehalten, das wegen zu geringer Wahlbeteiligung für ungültig erklärt wurde, und schließlich bekam Schottland 1999 nach fast 300 Jahren wieder ein eigenes Parlament.</p>
<p>Wer kein Bild davon hat, wie die schottisch-englische Beziehung heute aussieht, der soll sich bitte die entsprechende Folge „Last Week Tonight with John Oliver“ ansehen. Kleiner Spoiler: Sie hassen sich.</p>
<p><strong>Schottische Politik</strong></p>
<p>In Schottland herrscht die Scottish National Party (SNP). Die Vertreter dieser Partei galten zwar niemals als echte Dudelsackfanatiker, handelt es sich doch nicht, wie man vielleicht glauben mag, um einen Front National in Schottenkaros sondern um eine sozialdemokratische Partei mit starkem linken Flügel, aber dennoch spielten sie sowohl in der britischen als auch später in der schottischen Politik lange Zeit keine allzu große Rolle. Das änderte sich, als Alex Salmond auftrat und die Zügel in die Hand nahm. Er ist das Gesicht eines modernen, positiven Nationalismus – etwas dicklich vielleicht, aber endlich weg von der Vorstellung, alle Schotten seien Baumstammwerfer. 2007 bildete er in einer Koalition mit den Grünen eine Minderheitsregierung im schottischen Parlament, im zweiten Anlauf 2011 holte er die absolute Mehrheit.</p>
<p>Eines von Salmonds Wahlversprechen war die Abhaltung eines Referendums über die Unabhängigkeit Schottlands und 2012 wurden entsprechend benötigte Verträge mit dem britischen Premier Cameron ausgehandelt und unterzeichnet. Am Donnerstag, dem Achtzehnten, wurde es abgehalten, am Freitag verkündete Salmond seinen geplanten Rücktritt.</p>
<p><strong>Krieg der Kampagnen</strong></p>
<p>Seit Monaten herrschte in Schottland Krieg. Auf der einen Seite stand die „Yes Scotland“-Kampagne mit offensichtlich separatistischen Zielen, auf der anderen „Better Together“, die sich mit einem trockenen Slogan „No, thanks.“ gegen die Unabhängigkeit aussprachen.</p>
<p>Mit Alex Salmond hatte „Yes Scotland“ den Regierungschef und im Moment populärsten Politiker des Landes an seiner Spitze. Trotz viel schlechterer Ausgangswerte in den Umfragen gelang es seiner Seite im vergangenen Monat, gewaltig aufzuholen und tatsächlich ein volles Mal in einer seriösen Umfrage gegen die „Better Together“-Kampagne zu triumphieren. Ihr Programm: Schottlands Zukunft in Schottlands Händen. Klingt grundlegend wie Käse, ist aber nicht ganz so platt, wie es sich anhört. Überwältigend war die Präsenz der Unabhängigkeitsbefürworter. Überall sah man das weiße „YES“ auf blauem Grund, stolz platzierte ein jeder das Schild vor seinem Haus. Für die Abspaltung einzutreten war sehr populär.</p>
<p>„Better together“, geführt von Labour-Politiker Alistair Darling (unwichtig weil hier unpopulär), hatte zu Beginn einen bequemen Vorsprung und ließ es sich entsprechend gut gehen. Doch im letzten Monat schmolz die Sicherheit wie Butter, zuletzt war das Ergebnis des Referendums kaum noch vorherzusehen. Die Begeisterung dieser Seite hielt sich eindeutig in Grenzen. Es wurden auch „No“-Schilder an Fenster geklebt, aber nicht allzu oft. Wer trägt schon gerne einen „Nein, danke“-Button? Klingt doch furchtbar. Auch die Strategie, dem Volk zu erzählen, was alles Schlimmes passieren würde (Pfund, EU, Pfund), anstatt Gründe zum Bleiben zu nennen, kam nicht allzu gut an.</p>
<p>Eine gute Auflistung der Streitpunkte und jeweils zugehöriger Argumente findet ihr auf Wikipedia. (Das spar ich mir hier, denn ich bin jetzt schon bei über 1.000 Wörtern.)</p>
<p><strong>Der Morgen danach</strong></p>
<p>55 Prozent sind zu wenig, um für gute Laune zu sorgen. Die Stimmung am 19. September ist schwer zu beschreiben. Die Enttäuschung der Separatisten war deutlich zu spüren, doch nur selten kam es zu wirklichen Ausbrüchen. Von einer Ausnahme weiß ich zu berichten, denn ein anderer Schüler erzählte mir von seinem Mathelehrer: Die Klasse lauschte 20 Minuten lang still einer Tirade, in der er seine Mutter verfluchte, weil sie Nein gewählt hatte und schwor, nie wieder mit ihr zu sprechen. Am Vortag hatte er aus demselben Grund schon über seine Schwester gesagt: „I could slap that silly bitch.“ Das Beispiel ist nicht repräsentativ, aber ich fördere damit eine Minderheit und außerdem ist es lustig.</p>
<p>Für die anderen Enttäuschten wähle ich das Wort „bedröppelt“, denn ernsthaft verzweifelt war kaum einer. Man weiß, es wird sich trotzdem vieles ändern, aber das Endziel wurde verfehlt. Besonders für ältere Befürworter der Unabhängigkeit ist das ein herber Schlag, denn wenn auch die Debatte nicht beendet, der Traum vom Staate Schottland ist für sie wohl gestorben.</p>
<p><strong>England und seine Torie-Regierung</strong></p>
<p>David Cameron wird Luftsprünge gemacht haben, denn ein unabhängiges Schottland hätte das Ende seiner politischen Karriere bedeutet. Es wurde schon die Frage laut, wie man denn ein Referendum überhaupt habe zulassen können und wer noch gleich die Verträge unterschrieben habe. „Verdammt, so knapp“, werden sich viele denken, „beinahe wären wir ihn losgeworden!“ Für die britische Labour Party wäre der Wegfall der schottischen Wählerstimmen jedoch fatal gewesen, denn Schottland wählt traditionell links und ohne sie, wären sie auf ewig in der Opposition gefangen. Jetzt ist die Krise fürs Erste überwunden, im Mai wird vermutlich Labour gewählt, Cameron behält seinen Kopf und überall ist Friede, Freude, Eierkuchen: Für die nächsten dreißig Jahre ist Westminster die Unabhängigkeitsfrage los.</p>
<p>Als kurz vor der Wahl die erste Umfrage veröffentlicht wurde, die den Sieg der Separatisten prognostizierte, war Panik in London. Die drei großen britischen Parteien sprangen im Quadrat, der kalte Angstschweiß brach ihnen aus. In ungewohnter Eintracht entschieden sie sich für die Opfergeschenke.</p>
<p><strong>Schottlands Autonomiestatus</strong></p>
<p>Dem Regionalparlament sollen in Zukunft weitreichendere Kompetenzen gewährt werden, geplant ist eine Stärkung der Entscheidungskraft in ausschließlich Schottland betreffenden Angelegenheiten und größere Freiheit über die Steuergelder.„Yes Scotland“ ist es gelungen, London nervös zu machen und zu Versprechen zu zwingen, aus denen es  sich nicht allzu leicht befreien kann, schließlich fehlen bei 45 Prozent nicht viel zur Mehrheit. „England wird viel tun müssen, um die Schotten zu halten.“ &#8211; ein oft gesagter Satz in den letzten Tagen.</p>
<p>Doch England wäre nicht der imperialistische Schweinestaat, der schon viel größere Länder als die Karo-Nation geknechtet hat, wenn die drei großen Parteien nicht jetzt schon ihre Aussagen relativieren und sich einfach nicht einig werden wollen über das, was sie vorher so einhellig versprochen haben. Wie, wann, wo und unter welchen Umständen? Schwächen wir dafür die Schotten im britischen Unterhaus? Oder wollen wir nicht vielleicht doch wieder ihre Felder verbrennen und einfach einen neuen Statthalter einsetzen? Die Nationalisten fühlen sich betrogen, zu ehrlich betroffen hatte sich Cameron in seinem Bettelvideo gegeben. Meine Schlussfolgerung: Traut niemals einem Konservativen, meine Kinder, was der alles im Keller hat, wollt ihr gar nicht sehen.</p>
<p><strong>Für uns&#8230;</strong></p>
<p>&#8230; gibt es keine allzu großen Veränderungen, ich gebe zu, das war ein Lockvogel. Kurzzeitig fühlte sich die Bayernpartei in seinen Unabhängigkeitsbestrebungen bestätigt, doch die sind harmlos, über die lacht ja sogar der durchschnittliche CSU-Wähler. Nicht einmal über einen neuen EU-Beitritt dürfen wir als Staat abstimmen und die Spanier sind beruhigt, denn Baskenland und Katalonien wollen sie auch noch ein wenig behalten. Der Zerfall der BRD in viele kleine lustige Herzogtümer, Grafschaften, Königreiche und so weiter steht auch nicht bevor und der 18. September geht nicht in die Geschichte ein.</p>
<p><strong>Vertane Chance?</strong></p>
<p>Es hätte der Tag werden können, der eine, an den sich auch noch der letzte Schotte auf dem Mond erinnert hätte. Aber nun wird es wohl ein anderes Datum sein, denn zu diesem Zeitpunkt sind sie wohl noch nicht bereit. Und die Vorteile, in einer sicheren, wirtschaftlich wachsenden Union zu verbleiben, dürfen auch nicht unterschätzt werden – es war wohl eine Entscheidung des Kopfes und nicht des Herzen und an diesem Tag blieben auch die traditionellsten Kiltträger ausnahmsweise nüchtern. (Um wenigstens irgendwie zur aufmerksamkeitsheischenden Schlagzeile zurückzukommen.)</p>
<p>In dreißig Jahren wird es das nächste Referendum geben, davon sind die meisten Schotten überzeugt. Die Diskussion ist nicht beendet, nur das Thema Unabhängigkeit ist besonders für die Alten gegessen. Es wird sich vieles tun und einige Freiheiten muss Westminster gewähren, denn heutzutage reicht es nicht mehr, einen Nationalhelden aufzuknüpfen(, auszuweiden und zu vierteilen), wenn man eine Revolte beenden will.</p>
<p>Das Ziel, die Unabhängigkeit, ist zwar noch nicht erreicht, doch endlich wurde das neue Schottland gehört. Die vergangenen Monate haben politisiert und selbst die Jugend begeistert und wenn auch keine Scheidung so ist zumindest eine Emanzipation erfolgt. Kleines Schottland einmal groß.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein langes Abenteuer und ich gratuliere jedem, der bis hierhin durchgehalten hat! Dieser Artikel ist eine Kooperation zwischen <em>der farbfleck – mehr als nur schwarz auf weiß</em> und <a href="http://www.schottenkaros.de/"><em>Schottenkaros</em></a>, meinem Austauschblog. Schaut mal drauf vorbei!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beste Grüße aus Schottland!</p>
<p>Merlin Krzemien</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bildquelle: Merlin Krzemien</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2014/10/02/alle-schotten-dicht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Chokokola’j &#8211; die Geschichte der Schokolade</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2013/12/15/chokokolaj-die-geschichte-der-schokolade/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2013/12/15/chokokolaj-die-geschichte-der-schokolade/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2013 19:31:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kakao]]></category>
		<category><![CDATA[Maya]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=5904</guid>
		<description><![CDATA[von Rebecca Kruse London, 1657. Auf Geheiß von König Charles, dem Zweiten, wird in Bishopsgate, London, die erste Chocolaterie der Welt eröffnet, nachdem Christoph Kolumbus die Pflanze von seinen Amerika-Expeditionen auch nach England gebracht hatte, wie Samuel Pepys in seinen Tagebüchern berichtet. Zu dieser Zeit kostet das Pfund Schokolade noch 15 Shilling, sodass zunächst nur [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Rebecca Kruse</em><img class="alignright" alt="File:MEMBER OF THE DONALD DANNHEIM FAMILY WHO OPERATE A DAIRY AND ICE CREAM STORE. BOTTLING MILK IS THE MAJOR PART OF THE... - NARA - 558350.tif" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a6/MEMBER_OF_THE_DONALD_DANNHEIM_FAMILY_WHO_OPERATE_A_DAIRY_AND_ICE_CREAM_STORE._BOTTLING_MILK_IS_THE_MAJOR_PART_OF_THE..._-_NARA_-_558350.tif/lossy-page1-402px-MEMBER_OF_THE_DONALD_DANNHEIM_FAMILY_WHO_OPERATE_A_DAIRY_AND_ICE_CREAM_STORE._BOTTLING_MILK_IS_THE_MAJOR_PART_OF_THE..._-_NARA_-_558350.tif.jpg" width="309" height="463" /></p>
<p>London, 1657. Auf Geheiß von König Charles, dem Zweiten, wird in Bishopsgate, London, die erste Chocolaterie der Welt eröffnet, nachdem Christoph Kolumbus die Pflanze von seinen Amerika-Expeditionen auch nach England gebracht hatte, wie Samuel Pepys in seinen Tagebüchern berichtet. Zu dieser Zeit kostet das Pfund Schokolade noch 15 Shilling, sodass zunächst nur die Reichen Zugang zu der Leckerei haben. Auch die bald darauf folgenden Eröffnungen von Schokoladen-Cafés und -Geschäften in ganz Europa richten sich noch an eine wohlbetuchte Kundschaft. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts werden die Steuern auf Kakao gesenkt und die heiße Schokolade damit gleichzeitig mit Kaffee und Tee in der breiten Masse der Bevölkerung populär. Ebenfalls beginnt nun die industrielle Herstellung von Schokolade als Süßigkeit.</p>
<p>Doch woher kommt dieses Genussmittel überhaupt? Was sind die Ursprünge der süßen Nascherei, wie wir sie heute kennen und lieben, als Trost, als Belohnung oder einfach mal zwischendurch, gerade jetzt in der Adventszeit?</p>
<p>Die Herkunft der Schokolade ist natürlich genau da, wo der Kakao wächst – in Mittelamerika. Hier brauten die Mayas und Azteken ihre Tränke aus den Bohnen, gewürzt mit etwas Chilipulver. Der Ursprung des Wortes „Schokolade“ ist nicht genau geklärt und in Mexiko und Guatemala haben die verschiedenen Stämme viele unterschiedliche Dialekte gepflegt. Von der Sprache der Maya ist zum Beispiel „chocol haa“ überliefert, was in etwa so viel wie sauer oder bitter und Wasser bedeutet. Aus dem Aztekischen kommt parallel dazu „xocolatl“, was dasselbe meint. Darüber hinaus benutzen die Maya das Verb „chokokola’j“ – frei übersetzt „zusammen Schokolade trinken“ und „chicolatl“, „geschlagenes Getränk“. Durch die Schwierigkeiten der spanischen Eroberer, sich die Aussprache der Einheimischen anzueignen, wurde daraus auf umschlungenen Wegen das „chocolate“, das wir noch heute im Englischen, Französischen oder Spanischen finden können.</p>
<p>Für die Maya und Azteken war ihr Getränk heilig, kam es doch von den Göttern und war Zeichen der Fruchtbarkeit. Der Legende nach wurde der Kopf des Helden Hun Hunapher an einen toten Baum gehängt, der daraufhin auf mysteriöse Weise die Hülsen mit den Kakaobohnen ausbildete. Der Kopf kleckste in die Hand eines jungen Mädchen, das gerade vorbei kam, was magische Befruchtung symbolisierte. Aus diesem Grund wurde Schokolade bei den Verhandlungen und Vorbereitungen für Hochzeiten gerne serviert. Darüber hinaus trank man es bei (religiösen) Festen als Zeichen der Verehrung der Götter, insbesondere diente es dabei als Mittel der Reinigung für Kinder bei Zeremonien und als Grabbeigabe. Und so kam es, dass auch Hernan Cortéz bei seinem Eroberungszug durch die neue Welt auf das Getränk stieß und es seinem König mitbrachte, der es an seinem Hof in Spanien einführte.</p>
<p>Durch Händler aus dem Baskenland gelangte die Schokolade nach Frankreich und Deutschland und es kam 1585 zur ersten rein kommerziellen Expedition nach Mittelamerika. Bremen wurde unterdessen wichtigster Einfuhrhafen für das Gut aus den Tropen und Firmen entdeckten die Herstellung der Süßigkeit für sich, in Deutschland insbesondere Rausch und Hachez, aber auch kleinere Fabrikanten wie Sprengel. Ganz bedeutend wurde die europäische Schokoladen-Industrie aber durch die Schweiz geprägt, deren Ergebnisse legendär sind und rund um die Welt großen Absatz finden. Eine nicht kleine Rolle spielte dabei das von Lindt entwickelte Conchierverfahren, bei dem zum ersten Mal der Kakao ganz für sich wirken konnte, ohne mit viel Zucker, Honig, Milch, Haselnüssen oder anderen Zutaten versetzt zu werden.</p>
<p>In diesem Sinne einen frohen Schokoladen-Genuss ohne viele Gedanken an die körperlichen Auswirkungen – in der Anfangszeit wurde das Kakao-Produkt noch von Ärzten verschrieben und war in Apotheken erhältlich. Außerdem hat die moderne Forschung die blutdrucksteigernde Wirkungen von dunkler Schokolade bestätigt.</p>
<p><em>Foto: Flip Schulke, Wikimedia Commons</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2013/12/15/chokokolaj-die-geschichte-der-schokolade/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Oh Captain! My Captain!</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2013/03/03/oh-captain-my-captain/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2013/03/03/oh-captain-my-captain/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 19:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgestrahlt und Abgedruckt]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Lincoln]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=5192</guid>
		<description><![CDATA[von Lea Frauenknecht „O Captain my Captain, our fearful trip is done, the ship has weather&#8217;d every rack, the prize we sought is won“ (Zu Deutsch: „Oh Käpt&#8217;n, mein Käpt&#8217;n, unsere Reise ist vollbracht, wir haben jedes Riff umschifft, der Preis ist uns gegönnt“). Diese vier Zeilen entstammen einem Gedicht des amerikanischen Dichters Walt Whitman, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE"><img class="alignleft" title="Lincoln memorial" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8b/Lincoln_with_Inscription.jpg" alt="" width="432" height="648" /></p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">von Lea Frauenknecht</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">„<em>O Captain my Captain, our fearful trip is done, the ship has weather&#8217;d every rack, the prize we sought is won</em>“ (Zu Deutsch: „Oh Käpt&#8217;n, mein Käpt&#8217;n, unsere Reise ist vollbracht, wir haben jedes Riff umschifft, der Preis ist uns gegönnt“).</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Diese vier Zeilen entstammen einem Gedicht des amerikanischen Dichters Walt Whitman, das der ein oder andere Leser wohl schemenhaft aus dem Film „Der Club der toten Dichter“ kennen mag. Whitman schrieb das fünfstrophige Gedicht kurz nachdem er vom Tod Abraham Lincolns erfuhr, auch das wird im „Club der toten Dichter“ erwähnt. Wie die Poesie Whitmans allerdings in diesem Gedicht mit den geschichtlichen Ereignissen seiner Zeit und vor allem mit der Person Lincolns zusammenhängt, konnte erst wirklich herausfinden, wer zuletzt den Spielberg-Film „Lincoln“ sah.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Gleich am Anfang befindet sich eine echte Schlüsselszene für Whitmans Gedicht, in der der jüngst für seine Rolle Oscar-prämierte Daniel Day-Lewis als Lincoln seiner Frau von einem seiner Träume erzählt, deren Deutung sie häufig übernimmt. Er sieht sich darin selbst als Kapitän eines Schiffes, auf dem er als einziger an Deck steht, Ausschau hält und irgendwann sogar glaubt, ein Ufer zu erkennen. Auf diesem Traum baut die gesamte Symbolik in Whitmans Gedicht auf, und das Ufer wird im Film wie auch im Gedicht als Lincolns größtes Ziel dargestellt: Die Sklaverei in den Südstaaten seines Landes zu beenden, die auch der Grund sind, weshalb in jener Zeit der Sezessionskrieg in Amerika wütete, der unglaublich vielen „Yankees“ aus den Nordstaaten und noch viel mehr Kämpfern aus den Südstaaten das Leben kostete, da Letztere den Nordstaatlern zahlen- und waffenmäßig entscheidend unterlegen waren. Der Krieg brach aus, nachdem sich einige Südstaaten, die später die sogenannte „Southern Confederacy“ bilden sollten, sich geweigert hatten, die Sklaverei abzuschaffen, da dies für sie automatisch weniger Ertrag auf ihren Baumwollplantagen und einen Wirtschaftseinbruch bedeutet hätte.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Um den Krieg zu beenden und gleichzeitig die Sklaverei zu verbieten, bleibt Lincoln nur eine Möglichkeit: Das dreizehnte „amendment“, einen Verfassungszusatz, der die Sklaverei offiziell abschaffen würde, im Repräsentantenhaus zur Abstimmung zu bringen und durchzusetzen. Dieser Antrag war allerdings schon ein Mal an der benötigten zwei Drittel-Mehrheit gescheitert, hauptsächlich an den fast durchgängig mit Nein stimmenden Demokraten, die sich zwar ein Ende des Krieges wünschten, vor einer Gleichberechtigung der „Neger“ allerdings zurückschreckten. Vor der zweiten Abstimmung greift Lincoln nun also zu etwas unlauteren Mitteln, da er sonst keinen Ausweg aus der Ungerechtigkeit und der Spaltung der amerikanischen Staaten sieht: Er lässt demokratische Abgeordnete bestechen, indem er sie mit Beförderungen lockte, sollten sie den Verfassungszusatz gegen die Sklaverei befürworten. Auch familiär geht Lincoln in dieser Zeit durch ein Jammertal – sein studierender Sohn widersetzt sich seinen Anweisungen und tritt aus Ehrgefühl der Armee bei, seine psychisch labile Frau trauert immer noch um den vor Jahren verstorbenen Sohn und belädt sich in dieser Hinsicht mit Schuldgefühlen. Am Tag der Abstimmung geschieht schließlich das scheinbar Unmögliche, das Verbot der Sklaverei erreicht eine knappe zwei Drittel-Mehrheit.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">„<em>Our fearful trip is done, the ship has weather&#8217;d every rack, the prize we sought is won</em>“ &#8211; Whitman blickt in diesem Moment auf den beschwerlichen Weg Lincolns zum dreizehnten „amendment“ zurück, während „Captain“ Lincoln nun das sichere Ufer, die Gleichberechtigung, das Kriegsende und die Wiedereingliederung der Südstaaten ansteuern kann. <em>„The port is near, the bells I hear, the people all exulting“</em> (Zu Deutsch: „Der Hafen nah, die Glocken läuten, die jubelnde Menge“) beschreibt die Beliebtheit, die Lincoln im Volk hat, im Film wird er gar als „Halbgott“ beschrieben. Seine Politik ist mehr als bürgernah, im Film kümmert er sich um die kleinen Probleme einfacher Bürger, die zu ihm kommen und fährt zu den Kriegsschauplätzen, um die Soldaten in ihrem Kämpfen gegen die Sklaverei zu bestärken. Und nach der Durchsetzung des dreizehnten Verfassungszusatzes sieht man im Film Paraden von Bürgern durch die Straßen Washingtons ziehen, die inbrünstig den „battle cry of freedom“, den Lincoln einst als Wahlkampfschlager benutzte, singen.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Doch nur wenige Tage später wird das erst errungene Glück entscheidend getrübt: <em>„But o heart! Heart! Heart! O the bleeding drops of red, where on the deck my Captain lies, fallen cold and dead.“</em> (Zu Deutsch: „O Herz! Herz! Herz! O blutig rote Tropfen, wo an Deck mein Käpt&#8217;n liegt, gefallen, kalt und tot.“) Bei einem Opernbesuch fällt Lincoln einer Verschwörung zu Opfer – ein radikaler Südstaatler schießt auf ihn, der Präsident stirbt. Allein über diese Verschwörung von Südstaatlern wurde 2010 ein ganzer Film gedreht, „Die Lincoln Verschwörung“. Lincolns Tod jedoch tut der Begeisterung für die Freiheit und den Frieden und vor allem der Anbetung Lincolns als Helden keineswegs Abbruch, nein, er befördert sie sogar und so beschreibt es auch Whitman: <em>„Rise up – for you the flag is flung- for you the bugle trills, for you bouquets and ribbon&#8217;d wreaths, for you the shores a-crowding, for you they call, the swaying mass, their eager faces turning.“</em> (Zu Deutsch: „Steh auf – für dich gehisste Flaggen – für dich das Horn geblasen, für dich die Blumen und die bunten Kränze, für dich die Menschen an den Küsten, dich rufen sie, die wiegenden Massen, die Gesichter eifrig drehend“).</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Doch auch, wenn Lincoln all das erreicht hat, was er wollte, und der Sklaverei zuerst in Amerika Abbruch tat und damit auch ein deutliches Zeichen für den Rest der Welt gab, wie Whitman in <em>„The ship is anchor&#8217;d safe and sound, its voyage closed and done“</em> (Zu Deutsch: „Das Schiff, verankert sicher, heil, die Fahrt ist aus, vorbei“) beschreibt, so klingt in seinem Gedicht am Ende doch noch etwas anderes durch: Anstatt nur den Jubel der Bevölkerung beschreibt Whitman auch den Verlust einer großen Persönlichkeit und lässt seinen poetischen Nachruf eher mit Klage enden als mit Freudengeschrei: <em>„But I, with mournful tread, walk the deck my Captain lies, fallen cold and dead“</em> (Zu Deutsch: „Doch ich, im Trauerschritt, lauf ab das Deck auf dem mein Käpt&#8217;n liegt, gefallen, kalt und tot“).</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE"><em>Bildquelle: By David Bjorgen (Own work), (CC-BY-2.5(http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en)), via Wikimedia Commons</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2013/03/03/oh-captain-my-captain/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Stück Weltgeschichte</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2012/10/23/ein-stuck-weltgeschichte/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2012/10/23/ein-stuck-weltgeschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Oct 2012 20:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir hier drinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kalter Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kasernengelände]]></category>
		<category><![CDATA[LGH]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Schwäbisch Gmünd]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=4588</guid>
		<description><![CDATA[von Viktoria Kamuf Das Landesgymnasium, unsere Schule, ist 8 Jahre alt, was eine vernichtend kurze Zeit für einen Historiker ist. Was war davor? Welche Menschen lebten auf dem Gelände? Was geschah hier? Vor zwei Jahren begann also ein Lehrer mit einer Gruppe von Schülern zu forschen, um Antworten zu finden und um neue Fragen zu [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>von Viktoria Kamuf</p>
<p>Das Landesgymnasium<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/10/87199338719847Titelcampusmuseum.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4589" title="87199338719847Titelcampusmuseum" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/10/87199338719847Titelcampusmuseum-300x161.jpg" alt="" width="300" height="161" /></a>, unsere Schule, ist 8 Jahre alt, was eine vernichtend kurze Zeit für einen Historiker ist. Was war davor? Welche Menschen lebten auf dem Gelände? Was geschah hier?</p>
<p>Vor zwei Jahren begann also ein Lehrer mit einer Gruppe von Schülern zu forschen, um Antworten zu finden und um neue Fragen zu entdecken. Und man glaubt gar nicht, dass in diesem Gelände,  vielleicht 6 Fußballplätze groß, ein Stück Weltgeschichte stecken kann.</p>
<p>Es beginnt 1913, mit der Erbauung einer Militärkaserne, Bismarckkaserne genannt. Auch weiterhin sollte der heutige Campus stark vom Militär geprägt sein. Nach dem zweiten Weltkrieg ziehen die sogenannten „Displaced Persons“ ein, ein Konflikt mit den Einheimischen stellt sich dar. Dann kommen die Amerikaner. Ungefähr 40 Jahre ist die US Army in Schwäbisch Gmünd stationiert, zur Zeit des Kalten Krieges also. Mit ihnen kommen auch die Pershing-Raketen, die fortan durch die schwäbischen Wälder ziehen. So enstehen im Nachbarort Mutlangen Anfang der 80er Jahre die großen Friedensdemonstrationen: Junge, Alte, Mütter, Kinder, Einheimische und prominente Aktivisten protestieren gegen Krieg und Aufrüstung. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich in der amerikanischen Kaserne auch die Schaltzentrale und der berüchtigte rote Knopf, der vielleicht den Krieg hätte auslösen können.</p>
<p>Heute ist hier unser Landesgymnasium, aus dem Militärgelände ist ein Universitätspark geworden. Und aus den Recherchen der Schüler ist ein Museum entstanden, welches am 14. Januar diesen Jahres eröffnet wurde. Es berichtet über 100 Jahre Campus und über 100 Jahre Weltgeschichte.</p>
<p>Die Schülergruppe hat sich Anfang dieses Schuljahres neu formiert, auch der Lehrer hat gewechselt und Frau Schönfelder wird nun Herr Weihs Arbeit fortführen. Noch längst ist nicht alle Arbeit getan und hoffentlich wird auch nie die letzte Frage gestellt sein.</p>
<p>Geplant ist nun, dass Museum vor allem auch als Lernzentrum für andere Schülergruppen zu öffnen. 2013 wird es durch eine Sonderausstellung geschmückt werden und – Achtung, wichtiger Termin! – am 9. November findet die Einweihung des „Freilichtmuseums“, welches aus über den Campus verteilten Informationstafeln besteht, statt.</p>
<p>Es lohnt sich also, sie weiter zu verfolgen, die Entwicklung des Campusmuseums. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre Fortbestehen, auf neue Entdeckungen und Besucher!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2012/10/23/ein-stuck-weltgeschichte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von der Miniband zur Miniband</title>
		<link>http://www.derfarbfleck.de/old/2012/09/15/von-der-miniband-zur-miniband/</link>
		<comments>http://www.derfarbfleck.de/old/2012/09/15/von-der-miniband-zur-miniband/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Sep 2012 12:34:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir hier drinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Band]]></category>
		<category><![CDATA[GarageBand]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derfarbfleck.de/old/?p=4268</guid>
		<description><![CDATA[Zur Unterhaltung bei Weihnachtskonzerten, als Teilnehmer eines Gmünder Big Band Battles oder beim Musical: Es gibt viele Gelegenheiten, die GarageBand zu hören. Als sie das letzte Mal bei der Jahresabschlussveranstaltung einige Stücke zum Besten gab, bestand sie aus acht Leuten. Da sich der eine oder andere jetzt wundern wird, dass es bei 250 Schülern gerade [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/09/Photo-E3057A66-57A0-46C0-989D-9E57A9CE0DB1-20120424-191029-2048.jpg"><img class="size-medium wp-image-4269    alignleft" title="Raffael, Drummer der GarageBand 2012. Foto: Sebastian Hahn" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/09/Photo-E3057A66-57A0-46C0-989D-9E57A9CE0DB1-20120424-191029-2048-223x300.jpg" alt="Foto von Sebastian Hahn" width="223" height="300" /></a></p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Zur Unterhaltung bei Weihnachtskonzerten, als Teilnehmer eines Gmünder Big Band Battles oder beim Musical: Es gibt viele Gelegenheiten, die GarageBand zu hören. Als sie das letzte Mal bei der Jahresabschlussveranstaltung einige Stücke zum Besten gab, bestand sie aus acht Leuten. Da sich der eine oder andere jetzt wundern wird, dass es bei 250 Schülern gerade einmal acht Musikerinnen und Musiker in dieser für unsere Schule unerlässlichen Band gibt, möchte ich erklären, was es mit dieser Miniband auf sich hat und wie es dazu kam, dass sie nach acht Jahren immer noch so klein ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Als sich die Band 2005 nach gerade einmal einjährigem Bestehen unserer Schule gründete, bestand das LGH aus gerade einmal 88 Schülern. Acht davon fingen an, das LGH als eigene Band zu repräsentieren. Da sich nicht die gesamte LGH-Band aus Schülern zusammenstellen ließ, mussten damals sogar drei Lehrer ran – ich möchte hier unseren Internatsleiter Herrn Kilian als Gitarristen nennen, Herr Kaschl übernahm damals den Bass und Herr Menholz spielte nach Bedarf Trompete oder Flügelhorn. Die Untermalung von Schulveranstaltungen übernahm die Band schon damals mit Bravour und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil jedes Konzerts.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Mit der Zeit besuchten immer mehr Schüler das LGH und es fanden sich dementsprechend auch mehr Instrumentalisten. Als ich 2008 an die Schule wechselte, konnte man sich für das Additum „LGH-BigBand“ eintragen. Eine Band von nicht geringem Ausmaß, teils bestehend aus über 20 Schülern. Damals waren sogar mehrere Schlagzeuger, Flöten und Geigen Teil der Big Band, die sich der Aufgabe stellte, die gesamte musikalische Begleitung für das von Ulf Kaschl auf die Beine gestellte Musical „Die Leichenbraut“ zu übernehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich jedoch, dass damals nicht die beste Arbeitsmoral herrschte, „das fällt doch eh nicht auf, wenn ich einmal nicht da bin“ sagten sich viele.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Zu viele für Herrn Hahns Geschmack, der langjähriger Leiter des Additums war. Als die Band durch regelmäßige Nicht- oder Teilpräsenz an Probeterminen zu stark auseinanderfiel, zog er einen Schlussstrich und beendete die Karriere der Big Band abrupt. Das schwarze Brett zeigte eine stinkwütende Nachricht, welche ankündigte, dass es ab sofort nur noch eine „Miniband“ geben werde, das Maximum, was sich aus den zuverlässigen Schülern zusammenstellen ließe. Das war es auch erst einmal mit der Präsenz – eher zu hören waren nun Bläsergruppen oder das Bebop-Ensemble.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Die Aufregung um diesen Zusammenbruch brauchte trotzdem nicht allzu lang, um abzuebben. Viele der neueren Schüler wissen nicht einmal, dass es diesen Vorfall gab. Daher melden sich wieder immer mehr Instrumentalisten für das Additum an, was auf eine immer größer werdende Besetzung schließen ließe. Wenn es denn so wäre! Im vergangenen Schuljahr besuchten trotzdem nur zehn Schüler das Additum – eine bedenkliche Zahl. Ich hatte mich zum Schuljahresanfang als Gitarristin eingetragen und freute mich über meinen Platz in der Gruppe, musste jedoch nach kurzer Zeit auf den Bass umsteigen, da sich niemand für dieses Instrument gemeldet hatte. Auch Herr Hahn unterstützte mit der Trompete die „GarageBand“, wie wir uns nannten. So hangelten wir uns durch die Arrangements und präsentierten sie. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Ein großes Event für die GarageBand war das Gmünder Big Band Battle. Sechs Gmünder Schulbands fanden sich im Unipark zusammen, um ein Begegnungskonzert zu spielen, und die GarageBand machte trotz kleiner Besetzung (die anderen Bands kamen teilweise an schätzungsweise 30 Teilnehmer heran) eine gute Figur. Stolz wuchs in uns heran und ich hörte in den Pausen schon von einigen Begeisterten LGH-lern, dass sie zukünftig auch in der Band spielen wollen. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">Nun bricht das neue Schuljahr an. Aus den zehn zuverlässigen Leuten im letzten Jahr sind aus Abigründen acht geworden – zu wenig für meinen Geschmack. Auch die Leitung hat sich geändert – nachdem Herr Hahn lange mit uns geprobt hat, verließ er die Schule in den vergangenen Sommerferien. Sein Nachfolger ist nun Herr Heil, der mit voller Motivation der Arbeit mit der GarageBand entgegenblickt. Die Anmeldeliste ist zum Glück nicht leer geblieben, 18 Leute haben sich für das laufende Schuljahr angemeldet – ich bin gespannt!</span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, sans-serif;">(Marie Völkering)</span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.derfarbfleck.de/old/2012/09/15/von-der-miniband-zur-miniband/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
