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	<title>derfarbfleck &#187; Amerika</title>
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		<title>The city upon a hill</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Feb 2014 12:34:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Rebecca Kruse The city upon a hill Was ist der erste Gedanke, der einem bei „Amerika“ in den Sinn kommt? Fastfood, Museen in New York, ein Roadtrip entlang der Route 66, berühmte Universitäten? Die ehemalige Neue Welt hat heute viele Gesichter. Und genauso wie vor über 200 Jahren gibt es immer noch viel zu [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Rebecca Kruse</em></p>
<p>The city upon a hill</p>
<p>Was ist der erste Gedanke, der einem bei „Amerika“ in den Sinn kommt? Fastfood, Museen in New York, ein Roadtrip entlang der Route 66, berühmte Universitäten? Die ehemalige Neue Welt hat heute viele Gesichter. Und genauso wie vor über 200 Jahren gibt es immer noch viel zu entdecken. Der Ort, an dem die europäischen Siedler sich zunächst niederließen, zeigt noch viele Spuren der Menschen, die sich damals aufmachten, um eine neue Heimat zu finden. Selbstverständlich wollten sie fern von Großbritannien nicht auf alle vorherigen Standards verzichten und gründeten schon früh Colleges, die heute Weltrang besitzen. Studenten von Harvard (gegründet 1636) haben es sich heute zum Ziel gesetzt, Schülern die Möglichkeit zu bieten, internationale Organisationen und deren Funktionsweise selbst zu erleben und veranstalten jedes Jahr die Harvard Model United Nations-Konferenz (HMUN). Diese Gelegenheit lässt sich das LGH natürlich nicht entgegen und entsendet als eine der wenigen Schulen Europas eine Delegation. Doch was tun, wenn man neben den Comittee Sessions noch Zeit über hat? Hier zehn Tipps, wie man die Staaten auf der anderen Seite des großen Teichs und insbesondere Boston abseits des ausführlichen Fernsehkonsum im Originalton auch noch entdecken kann:</p>
<p>1. Freedom Trail</p>
<p>Dieser von der Stadt Boston angelegte Weg durch die Stadt führt nicht einfach an den klassischen Sehenswürdigkeiten einer Stadt, wie der schönsten Kirche (hier: Trinity Church) und dem ältesten Wolkenkratzer (Custom House)vorbei,  sondern an den historischen Orten aus der Zeit des Unabhängigkeitskriegs, wie dem Old State House, von dessen Balkon die Declaration of Independence verlesen wurde (s. Foto), und Friedhöfen, auf denen Nationalhelden begraben liegen. Desweiteren kann man das Massachusetts State House, den Sitz des Gouverneurs, und die USS Constitution, ein Kriegsschiff im Hafen, kennenlernen. Gekennzeichnet durch eine rote Backsteinlinie auf dem Boden, entdeckt man vor allem viele kleine Backsteinhäuser, um die sich riesige Hochhäuser ranken.</p>
<p>2. Eislaufen im Park</p>
<p>Der Frog Pond ist ein künstlicher Teich im ältesten, öffentlichen Park der USA, dem Boston Common. Dieser ist übrigens auch ein Teil des Freedom Trails. Während im Sommer kleine Kinder in dem flachen Wasser planschen, kann man sich im Winter Schlittschuhe ausleihen, übers Eis kurven und sich anschließend in einer Hütte am Ufer wieder aufwärmen.</p>
<p>3. Schaufensterbummel an der Newbury Street</p>
<p>Natürlich macht Shoppen Spaß, doch einen großen Teil der davon ausgehenden Faszination besteht aus Träumen von Dingen, die man in Schaufenstern findet und der persönlichen Inspiration durch den dort dargestellten Stil. Neue Trends, alte Klassiker neu kombiniert, et cetera pp. Viel davon findet man in der Newbury Street, nur wenige Querstraßen von dem Tagungsort der Konferenz im Sheraton Hotel entfernt. Hier findet man alles, was das Herz nur begehren kann und was käuflich erwerbbar ist: Kleidung (Chanel ebenso wie Ugg), Essen (Ben &amp; Jerry‘s haben einen eigenen Laden), Bücher (zum Beispiel bei Trident Booksellers &amp; Café) hinter schönen Backsteinfassaden.</p>
<p>4. Boston Museum of Fine Arts</p>
<p>Hier werden Kunstliebhaber fündig. In dem wunderschönen Gebäude, das alleine auch schon sehenswert ist, finden sich gigantische Sammlungen von Kunst aus allen Teilen des Globus, sowie Musikinstrumente und Mode. Wer von all den neuen Eindrücken Hunger bekommt, kriegt im Café etwas zu essen.</p>
<p>5. North End und Chinatown</p>
<p>Dies sind die Einwandererviertel Bostons. In Ersterem findet man viel Italienisches, insbesondere kulinarisch gesehen. Besonders empfehlenswert ist die Modern Pastry in der Hanover Street, wo man sich auch hinsetzen kann (falls man denn einen Platz bekommt, die Läden sind alle überfüllt). Doch das Warten in dieser niedlichen, winzigen und schmalen Pasticeria lohnt sich definitiv, wenn man schließlich kunstvoll verpackte, echt italienische Cannoli in den Händen hält. Weiter südlich kommt Chinatown, und wie der Name schon verrät findet man hier eher asiatisch geprägte Straßenzüge – bis hin zu McDonnells’ mit chinesischen Schriftzeichen.</p>
<p>6. Essen ausprobieren</p>
<p>Wo wir schon beim Essen sind: einfach ausprobieren. In Amerika gibt es so viel, was man bei uns nicht findet, von Mac’n’Cheese über mexikanisches Takeoff bis hin zu Triple-Oreos Gold und Cola mit Limetten-Geschmack. Einfach ausprobieren. Ich bin mit meiner Regel, alles nur einmal zu essen, um möglichst viel probieren zu können, ziemlich weit gekommen. Lustig ist es auch, wenn man zu allem immer nur „ja“ sagt, ohne den (politisch korrekten) Menschen mit Migrationshintergrund hinter der Theke wirklich verstanden zu haben. Klassisch für Boston und Neuengland insgesamt sind übrigens Chowdas, gehaltvolle Fischsuppen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>7. Morgens bei The Esplanade spazieren gehen</p>
<p>Dank Jetlag wacht man in den ersten Tagen ziemlich früh auf. Eine gute Möglichkeit, sich dann zu beschäftigen, ist einfach raus an den Charles River zu gehen. Im Park The Esplanade, der nahe beim Hotel liegt, trifft man auch Jogger und Hundebesitzer und kann wunderbar die Unis auf der anderen Seite in Cambridge bewundern.</p>
<p>8. Shoppen in Malls</p>
<p>Was wäre die Wiege des Kapitalismus ohne ganze Tempel des Konsums? In diesen Ländern wo (Starbucks-)Kaffee und Dollar fließen, kann man sich wunderbar monatelang die Zeit vertreiben, und Menschen beim Geldausgeben beobachten (beziehungsweise es ihnen gleich tun). Da praktischerweise der Food Court gleich mitten drin liegt und manche Hotels (wie das Sheraton) einen direkten Zugang haben, braucht man sich im Prinzip gar nicht aus diesen Mini-Cities heraus zu bewegen. Und zum Glück für uns Europäer sind die Sachen dort durch den Dollarkurs auch noch günstiger als auf dieser Seite des Atlantiks.</p>
<p>9. Harvard</p>
<p>Wenn man dann doch mal einen Schritt in Richtung echten Sonnenlichts macht, lohnt sich ein Besuch in Harvard definitiv und da HMUN von Studenten organisiert wird, bekommt man gleich eine Führung mit im Programm. Die alten Backsteinbauten bergen unglaublich viel Geschichte in sich und sind auch so einfach toll anzuschauen. Für Träumer von Elite-Universitäten eindeutig zu empfehlen!</p>
<p>Doch Boston wäre nicht Boston, wenn es nicht auch noch unzählige andere Unis anzuhimmeln gäbe. Ganz vorne mit dabei wäre das MIT, doch von dem eigentlich spannenden Betrieb im Inneren bekommt man leider kaum etwas mit.</p>
<p>10. Neugierig sein und sich mit Leuten unterhalten</p>
<p style="text-align: left;">Last but not least kommt es beim Reisen in fremde Länder auch immer darauf an, andere Kulturen kennen zu lernen. Bei den Konferenzen selbst trifft man schon unzählige nette Menschen aus aller Welt. Doch auch die Menschen in Boston selbst sind sehr offen und viel kontaktfreudiger als wir Europäer. An der Supermarktkasse gefragt zu werden, wie es einem geht, ist gang und gebe. Insofern: Etwas über die Geschichte von anderen zu erfahren, ist extrem spannend. Und gute Gelegenheiten bieten sich schon in der U-Bahn oder im Fahrstuhl, oder auch einfach beim Fragen nach einem Fotografen.</p>
<p><em>Bilder: Rebecca Kruse</em></p>
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		<title>Der Staat des Mülls</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jun 2013 07:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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		<description><![CDATA[von Valerie Winkler Vor etwa zwei Monaten wurden die zusammenwachsenden Müllinseln der Ozeane von der UNESCO zum Staat ernannt. Den Namen „Garbage Patch“ tragen die fünf Hauptgebiete in Atlantik, Pazifik und indischem Ozean, wo der Müll eine durchgängige Oberfläche bildet. Der Grund für die Gründung dieses doch eher unkonventionellen Staates war der, dass man ein [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Garbage Patch" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/76/Plastikos-Planet-MAX.jpg" alt="" width="376" height="381" /><em>von Valerie Winkler</em></p>
<p style="text-align: justify;">Vor etwa zwei Monaten wurden die zusammenwachsenden Müllinseln der Ozeane von der UNESCO zum Staat ernannt. Den Namen „Garbage Patch“ tragen die fünf Hauptgebiete in Atlantik, Pazifik und indischem Ozean, wo der Müll eine durchgängige Oberfläche bildet. Der Grund für die Gründung dieses doch eher unkonventionellen Staates war der, dass man ein Zeichen setzen wollte, um weiteren Zuwachs an Müll in Gewässern zu verhindern.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Müllinseln entstehen dadurch, dass Abfall und toxische Chemikalien von Fabriken achtlos ins Meer geleitet werden und die Meeresströmungen die einzelnen Teile dann zusammenführen. Besonders hoch ist die Mülldichte im sogenannten Great Pacific Garbage Patch, welcher am Nordpazifikwirbel zwischen China und den USA liegt. Der Great Pacific Garbage Patch wird in etwa auf die Größe von Texas geschätzt. Es gibt vier weitere flächendeckende Müllansammlungen dieser Größenordnung in den Ozeanen: im Nordatlantik, Südatlantik, im Indischen Ozean und im Südpazifik.<br />
Diese großen Mengen an Müll haben logischerweise verheerende Folgen auf die Lebewesen in ihrer Umgebung, da die Meerestiere den Müll konsumieren. Besonders gefährlich ist das für große Meerestiere, deren Mägen durch den Müll regelrecht aufgeschlitzt werden können und natürlich ist der Müll für die Tiere hochgiftig. Selbst Plankton nehmen die durch Reibung pulverisierten Müllteilchen sowie die vom UV-Licht freigesetzten Weichmacher in sich auf. Über die Nahrungsketten passiert es, dass auch Menschen giftige und teilweise krebserregende Stoffe zu sich nehmen.<br />
Im Vergleich dazu ist der Versuch der UNESCO zwar ein netter Ansatz, aber ich wage zu bezweifeln, dass man dort ehrlich glaubt, dass so eine Staatsausrufung irgendetwas ändern würde. Den Staat gibt es nun seit zwei Monaten und die Wenigsten haben bisher davon gehört.<br />
Nun stellt sich die Frage, warum die UNESCO Zeit und Geld mit solch fragwürdigen Versuchen zum erweiterten Umweltbewusstsein verbraucht. Anstatt ein ordentliches Abkommen über Müllentsorgung zu schaffen, hält es die UNESCO für angemessener, einen neuen Staat auszurufen.Viel wichtiger wäre es doch, die einzelnen Staaten selbst dazu zu bringen, mehr gegen die Situation zu tun (zugegeben: das ist schwer).Ein weiterer Lösungsansatz wären gegebenenfalls auch Organisationen, die sich bereits um das Abschaffen dieser Inseln kümmern, zu unterstützen.<br />
Doch das Traurige ist doch eigentlich, dass es die Regierungen und die Menschen nicht mal selbst kümmert, wie sie ihre eigenen Lebensmittel verunreinigen. Das Bewusstsein, dass ein Zusammenspiel und eine Abhängigkeit zwischen Menschen und der Umwelt herrscht, ist bei vielen noch nicht etabliert.<br />
Und letztendlich wird es uns und die kommende Generationen am meisten betreffen, was wir in den nächsten Jahrzehnten mit unserem Planeten anstellen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Bildquelle</em>: By Simon MAX Bannister (own work), (CC-BY-SA-3.0(http://www.creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en)), via Wikimedia Commons.</p>
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		<title>Oh Captain! My Captain!</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 19:52:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Lea Frauenknecht „O Captain my Captain, our fearful trip is done, the ship has weather&#8217;d every rack, the prize we sought is won“ (Zu Deutsch: „Oh Käpt&#8217;n, mein Käpt&#8217;n, unsere Reise ist vollbracht, wir haben jedes Riff umschifft, der Preis ist uns gegönnt“). Diese vier Zeilen entstammen einem Gedicht des amerikanischen Dichters Walt Whitman, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE"><img class="alignleft" title="Lincoln memorial" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8b/Lincoln_with_Inscription.jpg" alt="" width="432" height="648" /></p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">von Lea Frauenknecht</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">„<em>O Captain my Captain, our fearful trip is done, the ship has weather&#8217;d every rack, the prize we sought is won</em>“ (Zu Deutsch: „Oh Käpt&#8217;n, mein Käpt&#8217;n, unsere Reise ist vollbracht, wir haben jedes Riff umschifft, der Preis ist uns gegönnt“).</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Diese vier Zeilen entstammen einem Gedicht des amerikanischen Dichters Walt Whitman, das der ein oder andere Leser wohl schemenhaft aus dem Film „Der Club der toten Dichter“ kennen mag. Whitman schrieb das fünfstrophige Gedicht kurz nachdem er vom Tod Abraham Lincolns erfuhr, auch das wird im „Club der toten Dichter“ erwähnt. Wie die Poesie Whitmans allerdings in diesem Gedicht mit den geschichtlichen Ereignissen seiner Zeit und vor allem mit der Person Lincolns zusammenhängt, konnte erst wirklich herausfinden, wer zuletzt den Spielberg-Film „Lincoln“ sah.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Gleich am Anfang befindet sich eine echte Schlüsselszene für Whitmans Gedicht, in der der jüngst für seine Rolle Oscar-prämierte Daniel Day-Lewis als Lincoln seiner Frau von einem seiner Träume erzählt, deren Deutung sie häufig übernimmt. Er sieht sich darin selbst als Kapitän eines Schiffes, auf dem er als einziger an Deck steht, Ausschau hält und irgendwann sogar glaubt, ein Ufer zu erkennen. Auf diesem Traum baut die gesamte Symbolik in Whitmans Gedicht auf, und das Ufer wird im Film wie auch im Gedicht als Lincolns größtes Ziel dargestellt: Die Sklaverei in den Südstaaten seines Landes zu beenden, die auch der Grund sind, weshalb in jener Zeit der Sezessionskrieg in Amerika wütete, der unglaublich vielen „Yankees“ aus den Nordstaaten und noch viel mehr Kämpfern aus den Südstaaten das Leben kostete, da Letztere den Nordstaatlern zahlen- und waffenmäßig entscheidend unterlegen waren. Der Krieg brach aus, nachdem sich einige Südstaaten, die später die sogenannte „Southern Confederacy“ bilden sollten, sich geweigert hatten, die Sklaverei abzuschaffen, da dies für sie automatisch weniger Ertrag auf ihren Baumwollplantagen und einen Wirtschaftseinbruch bedeutet hätte.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Um den Krieg zu beenden und gleichzeitig die Sklaverei zu verbieten, bleibt Lincoln nur eine Möglichkeit: Das dreizehnte „amendment“, einen Verfassungszusatz, der die Sklaverei offiziell abschaffen würde, im Repräsentantenhaus zur Abstimmung zu bringen und durchzusetzen. Dieser Antrag war allerdings schon ein Mal an der benötigten zwei Drittel-Mehrheit gescheitert, hauptsächlich an den fast durchgängig mit Nein stimmenden Demokraten, die sich zwar ein Ende des Krieges wünschten, vor einer Gleichberechtigung der „Neger“ allerdings zurückschreckten. Vor der zweiten Abstimmung greift Lincoln nun also zu etwas unlauteren Mitteln, da er sonst keinen Ausweg aus der Ungerechtigkeit und der Spaltung der amerikanischen Staaten sieht: Er lässt demokratische Abgeordnete bestechen, indem er sie mit Beförderungen lockte, sollten sie den Verfassungszusatz gegen die Sklaverei befürworten. Auch familiär geht Lincoln in dieser Zeit durch ein Jammertal – sein studierender Sohn widersetzt sich seinen Anweisungen und tritt aus Ehrgefühl der Armee bei, seine psychisch labile Frau trauert immer noch um den vor Jahren verstorbenen Sohn und belädt sich in dieser Hinsicht mit Schuldgefühlen. Am Tag der Abstimmung geschieht schließlich das scheinbar Unmögliche, das Verbot der Sklaverei erreicht eine knappe zwei Drittel-Mehrheit.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">„<em>Our fearful trip is done, the ship has weather&#8217;d every rack, the prize we sought is won</em>“ &#8211; Whitman blickt in diesem Moment auf den beschwerlichen Weg Lincolns zum dreizehnten „amendment“ zurück, während „Captain“ Lincoln nun das sichere Ufer, die Gleichberechtigung, das Kriegsende und die Wiedereingliederung der Südstaaten ansteuern kann. <em>„The port is near, the bells I hear, the people all exulting“</em> (Zu Deutsch: „Der Hafen nah, die Glocken läuten, die jubelnde Menge“) beschreibt die Beliebtheit, die Lincoln im Volk hat, im Film wird er gar als „Halbgott“ beschrieben. Seine Politik ist mehr als bürgernah, im Film kümmert er sich um die kleinen Probleme einfacher Bürger, die zu ihm kommen und fährt zu den Kriegsschauplätzen, um die Soldaten in ihrem Kämpfen gegen die Sklaverei zu bestärken. Und nach der Durchsetzung des dreizehnten Verfassungszusatzes sieht man im Film Paraden von Bürgern durch die Straßen Washingtons ziehen, die inbrünstig den „battle cry of freedom“, den Lincoln einst als Wahlkampfschlager benutzte, singen.</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Doch nur wenige Tage später wird das erst errungene Glück entscheidend getrübt: <em>„But o heart! Heart! Heart! O the bleeding drops of red, where on the deck my Captain lies, fallen cold and dead.“</em> (Zu Deutsch: „O Herz! Herz! Herz! O blutig rote Tropfen, wo an Deck mein Käpt&#8217;n liegt, gefallen, kalt und tot.“) Bei einem Opernbesuch fällt Lincoln einer Verschwörung zu Opfer – ein radikaler Südstaatler schießt auf ihn, der Präsident stirbt. Allein über diese Verschwörung von Südstaatlern wurde 2010 ein ganzer Film gedreht, „Die Lincoln Verschwörung“. Lincolns Tod jedoch tut der Begeisterung für die Freiheit und den Frieden und vor allem der Anbetung Lincolns als Helden keineswegs Abbruch, nein, er befördert sie sogar und so beschreibt es auch Whitman: <em>„Rise up – for you the flag is flung- for you the bugle trills, for you bouquets and ribbon&#8217;d wreaths, for you the shores a-crowding, for you they call, the swaying mass, their eager faces turning.“</em> (Zu Deutsch: „Steh auf – für dich gehisste Flaggen – für dich das Horn geblasen, für dich die Blumen und die bunten Kränze, für dich die Menschen an den Küsten, dich rufen sie, die wiegenden Massen, die Gesichter eifrig drehend“).</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE">Doch auch, wenn Lincoln all das erreicht hat, was er wollte, und der Sklaverei zuerst in Amerika Abbruch tat und damit auch ein deutliches Zeichen für den Rest der Welt gab, wie Whitman in <em>„The ship is anchor&#8217;d safe and sound, its voyage closed and done“</em> (Zu Deutsch: „Das Schiff, verankert sicher, heil, die Fahrt ist aus, vorbei“) beschreibt, so klingt in seinem Gedicht am Ende doch noch etwas anderes durch: Anstatt nur den Jubel der Bevölkerung beschreibt Whitman auch den Verlust einer großen Persönlichkeit und lässt seinen poetischen Nachruf eher mit Klage enden als mit Freudengeschrei: <em>„But I, with mournful tread, walk the deck my Captain lies, fallen cold and dead“</em> (Zu Deutsch: „Doch ich, im Trauerschritt, lauf ab das Deck auf dem mein Käpt&#8217;n liegt, gefallen, kalt und tot“).</p>
<p style="text-align: justify;" lang="de-DE"><em>Bildquelle: By David Bjorgen (Own work), (CC-BY-2.5(http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en)), via Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Four more years!</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Nov 2012 20:26:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Matthias Böttger Nun ist er es also doch wieder geworden: Barack Obama, seines Zeichens 44. US-Präsident in der bald 57. Amtsperiode, hat es geschafft. Zwar ohne die ganze Ausstrahlung und den einfachen Glamour, den er 2008 an den Tag gelegt hat, ohne „change&#8221; und „hope&#8221;, ohne die Unverbrauchtheit eines Immigrantenkindes mit für die USA [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>von Matthias Böttger</p>
<p><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/11/65389143.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-4665" title="65389143" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/11/65389143-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Nun ist er es also doch wieder geworden: Barack Obama, seines Zeichens 44. US-Präsident in der bald 57. Amtsperiode, hat es geschafft. Zwar ohne die ganze Ausstrahlung und den einfachen Glamour, den er 2008 an den Tag gelegt hat, ohne „change&#8221; und „hope&#8221;, ohne die Unverbrauchtheit eines Immigrantenkindes mit für die USA regelrecht revolutionären Ansätzen, die Politik umzugestalten. Aus Obama ist ein Realist geworden, er hat die Vorzeichen erkannt, unter denen die Weltpolitik in einer Zeit<br />
des Aufstiegs Chinas und des Arabischen Frühlings steht. Seinen Idealismus aber, gerade in der Innenpolitik, hat er keinesfalls über Bord geworfen: jetzt muss er keine Rücksicht mehr nehmen, um seine eigene Wiederwahl zu sichern. Er kann frei entscheiden, was er für richtig hält – solange das Repräsentantenhaus, weiter in republikanischer Hand, es gutzuheißen vermag.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch für manchen klingen Obamas Vorschläge wie eine Wunschliste, deren Bezug zu den Interessen der Welt, denen der anderen Staaten und insbesondere der strategischen Partner vergeblich gesucht wird. Mehr denn je zuvor steht gerade das Wohl des eigenen Landes im Mittelpunkt. Nachdem er 2008 im Wahlkampf Berlin besucht hat, wurde Europa fast vollständig ignoriert. Engere Kooperation, „Bündnisse reparieren“, was er nach der aggressiven Bush-Politik tun wollte, das hat er nicht geschafft. Ob Romney diese Politik allerdings geändert hätte, bleibt fraglich. Obamas Fokus jedenfalls liegt auf Asien – doch auch dort ist das nationale Interesse mehr und mehr in den Vordergrund gerückt. Handelsvorteile werden proklamiert und so China auf einem Gebiet diskreditiert, auf dem es eigentlich gar nicht entgegen westlicher Moralvorstellungen handelt. Vielmehr rein ökonomisch, auf einen – seinen Aufstieg zur Weltmacht hin. Warum ist es den Amerikanern nicht möglich, die Erfüllung des Amerikanischen Traumes auch anderen zu gönnen?</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht weil der Anspruch der Gründerväter, jedem Menschen die Chance auf ein Leben ohne Armut, mit individueller Freiheit und höchstem, persönlichem Glück zu bieten, nicht mehr realisiert werden kann. Vielleicht, weil Amerika schwach geworden ist. Vielleicht, weil falsche Anreize gesetzt wurden. Vielleicht aber auch einfach nur, weil Amerika faul geworden ist. Gern rühmt man sich, durch Leistung stark geworden, eine Führungsnation, ein liberales Imperium zu sein. Aber: bleibt diese Leistung aus, kann auch nicht mehr angenommen werden, dass die anderen Staaten der Welt diese Ansprüche zu akzeptieren bereit sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Ansatz Romneys an dieser Stelle war es, den Einfluss des Bundes und des Staates im Allgemeinen auf das Leben der Bevölkerung zurückzudrängen. Damit kam er an, fast 60 Prozent der Weißen stimmten für ihn, 50% mehr als für Obama. Aber der Präsident überzeugte viele, gerade die Menschen ohne Schulabschluss, die bildungsfernen Schichten, dass der Staat die Chancen für eine wahre Ausfüllung des Amerikanischen Traumes schaffen muss, indem Unterschiede ausgemerzt werden. So konnte er mehr mobilisieren. Was Immigranten angeht, lag die Wahlbeteiligung, gerade in wichtigen Staaten wie Ohio, wo der Anteil dieser an den Wählern von elf Prozent auf 15 Prozent hochschnellte deutlich höher als 2008.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch die Europäisierung, das heißt der massive Ausbau der sozialen Sicherungssysteme, beispielsweise durch die Gesundheitsreform, und die weitgehende Öffnung des Bildungssystems, wird vor allem von Konservativen gerügt. Sie könnte auch der Grund sein, warum Obama sich nie direkt mit Europa identifizieren wollte. Denn eigentlich sind Amerikas Probleme ähnlich derer hierzulande. Jetzt hat der Präsident um das Budget zu kämpfen. Ohne Einigung werden zum nächsten Jahr automatisch die Ausgaben zusammengestrichen und Steuern, wohl für viele Unternehmer schmerzlich, erhöht.<br />
Diesen neuen Herausforderungen muss sich Obama stellen; wenn er mit der eher mageren Bilanz der letzten Jahre in die Geschichte eingehen würde, dann sicherlich nur als erster farbiger Präsident.</p>
<p style="text-align: justify;">Freunde hat Obama trotz seiner scheinbaren persönlichen Abneigung allerdings viele in Europa: Bundeskanzlerin Merkel hat ihn eingeladen, damit er das Land endlich auch in seinem Amt kennenlernt. Auch viele andere, weniger bekannte Politiker aus Bund und Ländern, aber auch aus den anderen europäischen Staaten, haben gratuliert. François Hollande, der Präsident der französischen Republik, tat das aber etwas peinlich. Als ob es sich um eine Wiederversöhnung gehandelt hätte, schrieb er „friendly, François Hollande“ unter seinen Brief. Als Franzose konnte er ja gar nicht wissen, dass ein Wort wie „amicalement“ kaum wörtlich zu übersetzen sei!</p>
<p style="text-align: justify;">Angesichts dessen, was Obama in seiner weiteren Amtszeit „for four more years“ durchsetzen und erreichen kann, bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse und Allianzen die Welt und das US-amerikanische Volk zu erwarten haben. Sollte dazu auch der sozialistische Präsident Frankreichs<br />
gehören, kann man nur mit „best regards“, also besten Aussichten hoffen, dass die Ergebnisse bessere sein werden als das, was die Obama-Administration bislang seit 2008 erreicht hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Obwohl auch vieles erreicht wurde und die Kommunikation in den USA aber auch nach außen hin weitgehend verbessert wurde, muss der Präsident nun auch noch die Inhalte der Politik ändern. Nur so kann der Amerikanische Traum mitsamt allem Führungsanspruch noch lange Bestand haben!</p>
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		<title>Ein Stück Weltgeschichte</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Oct 2012 20:20:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Viktoria Kamuf Das Landesgymnasium, unsere Schule, ist 8 Jahre alt, was eine vernichtend kurze Zeit für einen Historiker ist. Was war davor? Welche Menschen lebten auf dem Gelände? Was geschah hier? Vor zwei Jahren begann also ein Lehrer mit einer Gruppe von Schülern zu forschen, um Antworten zu finden und um neue Fragen zu [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>von Viktoria Kamuf</p>
<p>Das Landesgymnasium<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/10/87199338719847Titelcampusmuseum.jpg"><img class="alignleft  wp-image-4589" title="87199338719847Titelcampusmuseum" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2012/10/87199338719847Titelcampusmuseum-300x161.jpg" alt="" width="300" height="161" /></a>, unsere Schule, ist 8 Jahre alt, was eine vernichtend kurze Zeit für einen Historiker ist. Was war davor? Welche Menschen lebten auf dem Gelände? Was geschah hier?</p>
<p>Vor zwei Jahren begann also ein Lehrer mit einer Gruppe von Schülern zu forschen, um Antworten zu finden und um neue Fragen zu entdecken. Und man glaubt gar nicht, dass in diesem Gelände,  vielleicht 6 Fußballplätze groß, ein Stück Weltgeschichte stecken kann.</p>
<p>Es beginnt 1913, mit der Erbauung einer Militärkaserne, Bismarckkaserne genannt. Auch weiterhin sollte der heutige Campus stark vom Militär geprägt sein. Nach dem zweiten Weltkrieg ziehen die sogenannten „Displaced Persons“ ein, ein Konflikt mit den Einheimischen stellt sich dar. Dann kommen die Amerikaner. Ungefähr 40 Jahre ist die US Army in Schwäbisch Gmünd stationiert, zur Zeit des Kalten Krieges also. Mit ihnen kommen auch die Pershing-Raketen, die fortan durch die schwäbischen Wälder ziehen. So enstehen im Nachbarort Mutlangen Anfang der 80er Jahre die großen Friedensdemonstrationen: Junge, Alte, Mütter, Kinder, Einheimische und prominente Aktivisten protestieren gegen Krieg und Aufrüstung. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich in der amerikanischen Kaserne auch die Schaltzentrale und der berüchtigte rote Knopf, der vielleicht den Krieg hätte auslösen können.</p>
<p>Heute ist hier unser Landesgymnasium, aus dem Militärgelände ist ein Universitätspark geworden. Und aus den Recherchen der Schüler ist ein Museum entstanden, welches am 14. Januar diesen Jahres eröffnet wurde. Es berichtet über 100 Jahre Campus und über 100 Jahre Weltgeschichte.</p>
<p>Die Schülergruppe hat sich Anfang dieses Schuljahres neu formiert, auch der Lehrer hat gewechselt und Frau Schönfelder wird nun Herr Weihs Arbeit fortführen. Noch längst ist nicht alle Arbeit getan und hoffentlich wird auch nie die letzte Frage gestellt sein.</p>
<p>Geplant ist nun, dass Museum vor allem auch als Lernzentrum für andere Schülergruppen zu öffnen. 2013 wird es durch eine Sonderausstellung geschmückt werden und – Achtung, wichtiger Termin! – am 9. November findet die Einweihung des „Freilichtmuseums“, welches aus über den Campus verteilten Informationstafeln besteht, statt.</p>
<p>Es lohnt sich also, sie weiter zu verfolgen, die Entwicklung des Campusmuseums. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre Fortbestehen, auf neue Entdeckungen und Besucher!</p>
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