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	<title>derfarbfleck &#187; Farbflecken</title>
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		<title>Mein Traumberuf: Nichts tun und berühmt werden</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2015 13:08:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Cosima Friedle In zwei Tagen ist es wieder so weit, dann werden tausende Schülerinnen und Schüler in Deutschland ihr Abitur ablegen. Doch der wirkliche Stress beginnt erst danach. Dann ist es nämlich an der Zeit, sich die Frage zu stellen, was nach dem erfolgreich absolvierten Schulabschluss folgen soll? Ein Studium beginnen, eine Ausbildung machen, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Cosima Friedle<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/03/man-534379_19201.jpg"><img class=" wp-image-6727 alignright" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/03/man-534379_19201-300x225.jpg" alt="man-534379_1920" width="417" height="313" /></a></em></p>
<p style="text-align: left;">In zwei Tagen ist es wieder so weit, dann werden tausende Schülerinnen und Schüler in Deutschland ihr Abitur ablegen. Doch der wirkliche Stress beginnt erst danach. Dann ist es nämlich an der Zeit, sich die Frage zu stellen, was nach dem erfolgreich absolvierten Schulabschluss folgen soll? Ein Studium beginnen, eine Ausbildung machen, oder doch erst mal für ein Jahr ins Ausland gehen &#8211; die Möglichkeiten sind vielfältig. Gerade moderne Berufe, sowie neue Studiengänge machen die Entscheidung nicht leichter.  Allen, die noch keine Idee haben, möchte ich hier einen sowohl modernen als auch äußerst verlockenden Beruf vorstellen. Du hast keine besonderen Talente, keinen überragenden oder gar keinen Schulabschluss? Du möchtest viel Geld verdienen, viel reisen, aber möglichst wenig Arbeit damit haben? Du willst von Beginn an selbständig und dein eigener Chef sein? Dir sollen deine Anhänger zu Füßen liegen und du willst mit Fanpost überhäuft werden? Dann ist dieser Job genau der richtige für dich. Alles, was du dafür tun musst, ist dein Leben zu filmen. Du nimmst die Kamera einfach überall hin mit und hältst alle wichtigen, unwichtigen, peinlichen und völlig privaten Momente fest. Damit das Ganze nicht zu lang wird, schneidest du anschließend noch ein paar Szenen raus, überarbeitest alles und filmst noch ein kleines Intro. Das Video lädst du dann noch auf einer Plattform hoch, und fertig ist ein Tageswerk. Hin und wieder solltest du auch mal ein etwas aufwändigeres Video drehen, zum Beispiel einen Haul, in welchem du deine Shoppingtour-Ausbeute vorstellst. Wichtig hierbei ist zu erwähnen, dass du zwar von den ganzen Firmen Geld dafür bekommst, dass du ihre Produkte zeigst, aber die Zuschauer profitieren natürlich auch davon. Logisch, oder? Auch privatere Videos kommen immer sehr gut an, wie beispielsweise TAGs, in welchen du einfach Fragen beantwortest. Besonders gut wäre es hierfür, wenn du eine dunkle Vergangenheit hast. Hierfür eignen sich besonders gut Mobbing in der Schule, häusliche Gewalt, lieblose Eltern oder Suizidversuche. Das sollte dann auch vor der Kamera möglichst ausführlich behandelt werden. Über zu private Dinge wie Beziehungen oder deine Wohnung solltest du jedoch nicht berichten, da dies dann wirklich zu sehr in deine Privatsphäre eingreifen würde.Und, falls du mal von Freunden gefragt wirst, was du denn eigentlich von Beruf bist: Du bist Youtuber.</p>
<p>Selbstverständlich ist die Darstellung von sogenannten „Vloggern“  hier überspitzt und pointiert. Zweifelsohne müssen auch diese hart arbeiten und etwas für ihr Geld tun. Dennoch ist der Trend, welcher sich in den letzten Jahren entwickelt hat, dass diese eigentlich ganz normalen Menschen, die kein überragendes Talent haben, regelrecht wie Superstars gefeiert werden,  reichlich unverständlich. Schließlich sind die ganzen Themen, welche in den Videos regelmäßig behandelt werden, herrlich banal und offensichtlich. In „Abendroutinen“ wird erklärt, wie man sich Nudeln vom Vortag aufwärmt oder sich gründlich die Zähne putzt, in TMI ( too much information)-TAGs wird zu mehr Lebensfreude aufgerufen. Die Spitze des Eisbergs haben nun Sami, Dounya und Lamiya Slimani, ein Geschwistertrio aus Stuttgart erreicht. Mit ihrem neu erschienenen Buch „Das Slimani-Prinzip“ geben sie Tipps zu einem glücklicheren Leben und einer positiven Grundeinstellung. Aber wer sind sie denn, dass sie sich anmaßen, mit einem Selbsthilfebuch ganz Fan-Deutschland bekehren zu wollen? So unverständlich der Hype um die Helden unser Generation auch ist, muss man einräumen, dass die Fangemeinden der Youtube-Stars riesig sind. Wer weiß, möglicherweise wird es in der Zukunft sogar Studiengänge für Youtube-Vlogger geben? Obwohl, wie man Nudeln aufwärmt, sollten selbst die Schülerinnen und Schüler des heutigen Schulsystems noch wissen.</p>
<p><em>Bild: CCO Public Domain</em></p>
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		<title>Ohrenschmalz – Gott erhalt&#8217;s !</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2015 19:26:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Kommentar von Lea Frauenknecht Atemlos fand ich mich am Morgen über die Stuttgarter Zeitung gebeugt, als mir das Müsli fast im Halse stecken blieb:„Das ist Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle&#8230;?“ murmelte ich, nachdem ich eine grausame Randnotiz lesen musste, sie trug den wunderbaren Titel: „Junge Union fordert Schlagerquote“. Der Chef der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Kommentar</strong></p>
<p><em>von Lea Frauenknecht<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/grammofon.jpg"><img class="alignright wp-image-6667 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/grammofon-300x225.jpg" alt="grammofon" width="379" height="284" /></a></em></p>
<p><em>Atemlos</em> fand ich mich am Morgen über die <em>Stuttgarter Zeitung</em> gebeugt, als mir das Müsli fast im Halse stecken blieb:<em>„Das ist Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle&#8230;?“</em> murmelte ich, nachdem ich eine grausame Randnotiz lesen musste, sie trug den wunderbaren Titel: „Junge Union fordert Schlagerquote“. Der Chef der Jungen Union in Mecklenburg-Vorpommern, Franz-Robert Liskow, hat doch tatsächlich eine Schlagerquote gefordert, weil, so zitierte ihn die <em>Stuttgarter Zeitung,</em> der Schlager durch Helene Fischer „ein frisches Image“ bekommen hätte! Der hat doch ein <em>Knall(rotes Gummiboot)</em>! Natürlich waren die <em>Farbenspiel</em>-Konzerte ausverkauft und natürlich trafen dort alle Generationen aufeinander, bei denen innerlich <em>Marmor, Stein und Eisen bricht</em>, wenn das Schlagersternchen vor Kitsch triefende Texte mit <em>tausendmal berührt(en) </em>Dreiklängen mischt. Aber wer meint, es sei wirklich im allgemeinen Interesse der Jugend, mehr Schlager zu hören, ignoriert, ganz <em>Jenseits von Eden</em>, zwei knallharte Fakten.</p>
<p>Erstens: Wer, außer vielleicht der S<em>chöne fremde Mann</em> namens Franz-Robert Liskow, hört bitte noch regelmäßig Radio, in Zeiten von Spotify, YouTube und Itunes? Richtig – das Radio von Heute ist, zumindest für unsere Generation, gewissermaßen ein <em>Zug ins Nirgendwo</em>. Zweitens: Wer den Schlager als neuen Hit unter Jugendlichen anpreist, verleugnet die unsere Gesellschaft immer weiter prägende Individualisierung. Wer heute in ein Altersheim geht, kann sich darauf verlassen, eine Generation vorzufinden, in der selbst schwer demente Rentner noch <em>Ein ehrenwertes Haus </em>und <em>Ein Bett im Kornfeld</em> auswendig mitträllern können. Wenn wir, denn, <em>Du kannst nicht immer siebzehn sein</em>, einmal im Altersheim sitzen werden, wird niemand mehr gemeinsam Schlager singen.</p>
<p>Und ich sage: Zum Glück! Müsste man sich dann permanent mit <em>Griechischem Wein </em>betrinken, um den Schlagerersatz, egal ob Dubstep, Black Metal, Psychedelic Rock oder Indie-Pop, zu ertragen? Die Vielfalt der verschiedenen Musikstile, die mittlerweile unüberschaubar geworden ist, steht gleichzeitig auch für eine Gesellschaft, in der jeder für sich immer mehr seine eigenen Wege findet und seinen eigenen Geschmack ständig selbst fortentwickelt, ohne dabei dem musikalischen Massendiktat unterworfen zu sein. Der Preis, den wir dafür zahlen? Es ist für jeden was dabei, aber nichts für alle. So ist es schlicht und ergreifend einfach unmöglich geworden, Musik zu finden, mit der sich nicht nur <em>Über den Wolken</em> alle anfreunden können Andererseits: Es muss mich ja auch nicht interessieren, was <em>Im Wagen vor mir </em>für Musik gespielt wird, solange ich sie mir nicht anhören muss.</p>
<p>Die ARD reagierte auf die Bitte nach einer Schlagerquote übrigens mit Unverständnis und sieht „kein[en] Handlungsbedarf“ in Sachen Junge-Union-goes-Schlager. <em>Sag&#8217; beim Abschied leise Servus </em>ist wohl das Einzige, was man dieser jungunionistischen Lachplatte noch schadenfroh hinterher tirilieren kann&#8230;</p>
<p><em>Bildquelle: Holger Ellgaard über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>And the Oscar goes to…</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Feb 2015 22:08:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Michelle Braun Diesen Satz hat doch jeder von uns schon einmal gehört. Auch, wenn der vermutlich größte und wichtigste Filmpreis der Welt nicht überall in Deutschland zu den Topthemen zu Jahresbeginn gehört, so können vor allem die US-Amerikaner, insbesondere die Hollywood-Stars den Tag der zeremoniellen Verleihung kaum abwarten. Wenn sich RTL, Pro7 und Co. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/oscar.jpg"><img class="size-medium wp-image-6673 alignright" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/02/oscar-300x200.jpg" alt="oscar" width="300" height="200" /></a>von Michelle Braun </em></p>
<p>Diesen Satz hat doch jeder von uns schon einmal gehört. Auch, wenn der vermutlich größte und wichtigste Filmpreis der Welt nicht überall in Deutschland zu den Topthemen zu Jahresbeginn gehört, so können vor allem die US-Amerikaner, insbesondere die Hollywood-Stars den Tag der zeremoniellen Verleihung kaum abwarten.</p>
<p>Wenn sich RTL, Pro7 und Co. den Kopf darüber zerbrechen, wer wohl den atemberaubendsten oder den skandalösesten Auftritt des Abends hingelegt hat, stellt sich keiner die Frage, von wo und wann die berühmt berüchtigte Oscar-Verleihung überhaupt stammt.</p>
<p>Seinen Ursprung hat das Event Ende der 1920er beziehungsweise Anfang der 1930er Jahre, als die US-Filmindustrie in der Krise steckte. Vor allem durch die Erfindung des Radios, und der Lohnerhöhung für Mitarbeiter verlief die Arbeit in diversen Studios schleppend. Daraufhin traf sich der Präsident Louis B. Mayer der MGM-Studios (Metro-Goldwyn-Mayer-Studios)  am 11. Januar 1927 mit über 33 Filmgrößen, um über eine Lösung dieses Problems zu diskutieren. Man wollte eine Akademie erschaffen, die die große Kunst des Filmemachens verkörpert und einen zentralen Bündelpunkt aller Interessen der Filmschaffenden darstellt und organisiert. Das war die Geburtsstunde der <em>Academy of Motion Picture Arts and Sciences</em>, deren Gründung, unter anderem von Größen wie den Warner Brothers, noch am selben Tag amtlich gemacht wurde.</p>
<p>Schon zwei Jahre später, ca. acht Jahre nach der Vergabe des weltweit ersten Filmpreises, des <em>Photoplay Awards</em>, kam es zu der ersten Oscar-Verleihung, damals noch unter Namen <em>Academy Award</em>. Bei dieser am 16. Mai 1929 stattfindenden Veranstaltung durfte der Schauspieler Emil Jannings als bisher einziger Deutscher den Preis für den besten Hauptdarsteller im Hollywood Roosevelt Hotel von Präsident Mayer entgegennehmen. Dieses zu Beginn noch sehr kleine und eher unbedeutende Event, zog erst im Laufe der Jahre immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. So kam es 1953 zur ersten TV-Übertragung, welche heutzutage von rund 800 Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgt wird und damit zu einem der meist gesehensten Ausstrahlungsformate überhaupt gehört. Auch sonst hat sich die Akademie erheblich vergrößert. Aus den ursprünglich wenigen, aber wichtigsten Nominierungskategorien wie Bester Film, Bester Hauptdarsteller/in und Beste Regie entstanden bis heute über 30 unterschiedliche Kategorien. Über die jeweiligen Gewinner entscheiden die über 5500 Mitglieder der Akademie in zwei streng geregelten Wahlgängen. Der nur 34,29cm große und mit dünnem 24-karätigem Gold überzogene Ritter mit Schwert trägt seinen Spitznamen<em> Oscar</em> offiziell seit 1931, da die damalige Vorstandssekretärin der Akademie, Margaret Herrick, beim Anblick der Statue: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“ gesagt haben soll. Der Preis gilt als die wichtigste und höchstangesehenste Auszeichnung, die ein Schauspieler im Laufe seiner Karriere erhalten kann. Seit 1950 ist sogar rechtlich vorgeschrieben, dass die Statue weder vom Gewinner selbst, noch von seinen Erben jemals verkauft oder versteigert werden darf. Der Film „Vom Winde verweht“ von 1939 war jahrelang mit zehn Oscars der Anführer der Oscartopliste, wurde jedoch im Jahre 1960 vom Film „Ben Hur“ mit elf Oscars abgelöst. Auch „Titanic“ (1998) und „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2004) gehören mit ebenfalls elf Oscars zu den besten Filmen aller Zeiten. Als einzelne Persönlichkeit wurde Walt Disney am häufigsten mit insgesamt 26 Oscars, davon 4 Ehrenoscars und 37 weiteren Nominierungen ausgezeichnet.</p>
<p>Die diesjährigen Oscarverleihungen des 22. Februar boten überraschend wenig Überraschungen. Bis auf einen Auftritt des Moderators in Unterwäsche  und Socken gab es kaum nenneswerte Skandale oder Fehltritte der Promis und dieser war wohl weniger ein modisches Statement,  als eine Anspielung auf den großen Abräumer des Abends, <em>Birdman</em>. Der Film, das satirische Portrait eines Ex-Superhelden-Darstellers, von Regisseur Alejandro G. Inárritu wurde mit gleich vier Oscars ausgezeichnet, darunter die Kategorien bester Film, beste Regie und beste Kamera. Eher für seine visuellen Aspekte wurde Wes Andersons Film <em>Grand Budapest Hotel</em> ausgezeichnet, der die Oscars für das beste Make-Up, Kostümdesign, Szenenbild und den besten Soundtrack erhielt. Die Oscars für die/den beste/n Hauptdarsteller/in  gingen an Julianne Moore (<em>Still Alice</em>) und Eddie Redmayne (<em>Die Entdeckung der Unendlichkeit</em>). Doch selbst die Nominierten, die ihren Kamin jetzt nicht mit einem der schicken Goldonkels schmücken dürfen, gingen nicht leer aus, sondern erhielten Geschenktüten im Wert von 125.000 Dollar.</p>
<p>Da die Skandale dieses Jahr ausblieben, wird der Wirbel um das kleine goldene Männchen wohl eher schnell verfliegen, während der  Klatschpresse nichts übrig bleibt, als zur Abwechslung mal über den gelungensten Auftritt des Abends zu fachsimpeln, bis es dann im nächsten Jahr wieder heißt: &#8220;And the Oscar goes to…&#8221;</p>
<p><em>Bildquelle:  Prayitno, www.flickr.com,  Oscar statuettes, Hollywood, California, 17.04.2010 </em></p>
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		<title>Die abenteuerliche Reise unserer Leckereien</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2015 11:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Sarah Alber Für viele von uns sind sie fast schon Grundnahrungsmittel &#8211; Süßigkeiten und anderes Naschwerk. Doch woher kommen Bonbons, Vanille und Schokolade? Wie stellt man sie her? Das Bonbon Bonbons gibt es in fast allen erdenklichen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Manche Bonbons haben eine süße, saure oder flüssige Füllung. Man unterscheidet zwei Arten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Sarah Alber<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/pralines.jpg"><img class="alignright wp-image-6636 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2015/01/pralines-1024x682.jpg" alt="pralines" width="396" height="264" /></a></em></p>
<p>Für viele von uns sind sie fast schon Grundnahrungsmittel &#8211; Süßigkeiten und anderes Naschwerk. Doch woher kommen Bonbons, Vanille und Schokolade? Wie stellt man sie her?</p>
<p><strong>Das Bonbon</strong></p>
<p>Bonbons gibt es in fast allen erdenklichen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Manche Bonbons haben eine süße, saure oder flüssige Füllung. Man unterscheidet zwei Arten von Bonbons. Hartbonbons, welche eine glasartige Beschaffenheit haben, und Weichbonbons (Toffee) die zäh und Kaugummi-artig sind. Diese Weichbonbons werden auch Kaubonbons genannt, da sie gekaut und nicht, wie bei anderen Bonbons üblich, gelutscht werden.</p>
<p>Die Geschichte</p>
<p>Die Geschichte des Bonbons beginnt vor über tausenden von Jahren. Zu dieser Zeit gab es im antiken China, Griechenland, im römischen Reich und anderen Regionen aus Honig gefertigte Süßwaren. Nachdem man um 600 in Persien entdeckte, wie man aus Zuckerrohrsaft Zucker herstellen konnte, wurde um 700 in Arabien mit „Fanid Chsai“ gehandelt. Dies ist eine Art Bonbonmasse, die aus Zucker und Fruchtsaft hergestellt wird.</p>
<p>Zucker war zu dieser Zeit sehr teuer und es waren deshalb zumeist nur Fürsten und Könige, die sich den Luxus von Süßigkeiten leisten konnten. Eine Geschichte besagt, dass König Henri IV. zu seiner prunkvollen Hochzeit Süßigkeiten anbieten ließ. Die Kinder sollen daraufhin fröhlich „Bon!“ oder „Bon! Bon!“ gerufen haben, wodurch die Bezeichnung Bonbon entstanden sein soll.</p>
<p>Die industrielle Bonbonproduktion geht in Deutschland auf Franz Stollwerck zurück, der 1839 in Köln eine Mürbebäckerei gründete. Schnell wurde ihm klar, dass „Brustbonbons“ wegen der damals häufigen Hals- und Lungenerkrankungen sehr gefragt waren. Da er während seiner Ausbildung in Paris das Karamellisieren, also das Kochen von Zucker, und das Mischen mit allerlei Kräutern und Früchten gelernt hatte, vergrößerte er seine Konditorei um eine Bonbonfabrik. In Köln und Umgebung nannte man ihn deshalb den „Kamellen-Napoleon“.</p>
<p>Herstellung</p>
<p>Es gibt zwei verschiedene Arten der Herstellung: einerseits die industrielle und andererseits die handgemachte. Die Zutaten für die Bonbonmasse sind vor allem Zucker und Wasser. Diese werden zusammen gemengt und anschließend in einem großen Kessel gekocht. Da die Masse noch zu flüssig ist, wird ihr durch ein Vakuum die Flüssigkeit entzogen. Um die Masse aufzupeppen, werden nun Aroma- und Farbstoffe hinzugefügt. Damit sie formbar bleibt, wird sie warm gehalten sowie immer wieder geknetet, gefaltet und gezogen. Der größte Unterschied zwischen industriellen und handgemachten Bonbons ist die Herstellung der verschiedenen Formen. In der Fabrik werden sie ausgestanzt und durch eine komplizierte Maschine verpackt, während sie in der Zuckerbäckerei mühevoll von Hand geformt und verpackt werden.</p>
<p><strong>Die Vanille</strong></p>
<p>Eines der sehr beliebten Gewürze &#8211; nicht nur von Bonbons &#8211; ist die Vanille. Es gibt etwa 110 Arten dieser Pflanze, von denen 15 als Vanilleschoten bezeichnet werden. Die bekannteste Art ist die Gewürzvanille. Die Gewürzvanille stammt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika, wird jedoch heute auf verschiedenen Inseln des Indischen Ozeanes angebaut wie zum Beispiel auf Madagaskar und La Réunion. Gewürzvanille wird unter den Bezeichnungen Bourbon-Vanille und mexikanische Vanille verkauft.</p>
<p>Als cacixanatl (aztekisch „tiefgründige Blume“) wurde Vanille in Mexiko schon lange als Gewürz benutzt. In einer Chronik des Aztekenherrschers Itzcóatl wird berichtet, dass die Totonaken Vanille als Teil ihres Tributes an Götter und Ahnen abliefern mussten. Die Totonaken waren für lange Zeit das einzige Volk, das den Vanilleanbau beherrschte. Eine Legende über die Herkunft der Vanille geht ebenfalls sie zurück: dem zufolge entspross die Vanille aus einer getöteten Prinzessin. Die Region Veracruz gilt deshalb als die Wiege der Vanille.</p>
<p>Vanille wurde häufig als Gewürz in Kakao verwendet, da es dessen etwas bitteren Geschmack überdeckt. Über fünfzig Tassen dieses Kakao-Vanille-Cocktails soll Montezuma II. täglich zu sich genommen.</p>
<p>Die Vanilleschoten werden kurz vor der Reife geerntet. Da die frischen Schoten noch nicht den Geschmack einer fertigen Schote haben, müssen sie erst der sogenannten Schwarzbräunung unterzogen werden. Dafür werden die Schoten mit Wasserdampf behandelt. Anschließend folgt die zeitaufwendige Fermentation. Dieser Vorgang kann bis zu einem Monat dauern. Durch diesen  Prozess schrumpfen die Schoten zu den bekannten, schwarz-braunen Vanillestangen, dem letztendlichen Gewürz. Für den Transport werden die Vanillestangen gebündelt und vorsichtig in Behälter aus Zinn gelegt.</p>
<p>Der zeitaufwändige Bearbeitungsprozess sowie die künstliche Bestäubung sind die Gründe des hohen Preises der Gewürzvanille. Als Vanilleschoten kommen auch nur die in den Handel, die keine Mangel besitzen. Gespaltene, abgebrochene oder krumme Schoten werden entweder zu Vanillezucker, zu Vanillepulver oder zu Vanilleextrakt verarbeitet.</p>
<p><strong>Die Schokolade</strong></p>
<p>Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die uns glücklich machen, so wie der Anblick hunderter glitzernder Schneeflocken im Schein der Sonne oder das Gefühl eingemummelt in einer kuschligen Decke eine Tasse Heiße Schokolade zu genießen. Schon die Maya und Azteken kannten den Genuss dieses leckeren Getränkes &#8211; doch mit einem etwas abgewandelten Rezept.</p>
<p>Von der Bohne zur Tafel</p>
<p>Tief im Dschungel des Süd- und Mittelamerikanischen Regenwaldes wächst er, der Götterbaum oder auch Kakaobaum genannt wird. Dieser trägt jährlich Kakaofrüchte in denen jeweils 25 bis 50 Kakaobohnen enthalten sind. Doch von der Kakaofrucht bis zur Schokoladentafel ist es ein weiter Weg. Als erstes müssen die Kakaobohnen aus der Kakaopulpe, eine Gelee artige weiße Masse, entfernt werden. Danach werden sie in abgedeckten Kisten in die Sonne gestellt, um zu fermentieren. Nach dem Fermentierungsprozess werden die Bohnen ausgebreitet und in der Sonne weiter getrocknet. Schließlich werden die Bohnen in Säcke gefüllt und dann per Schiff in andere Länder exportiert. In der Fabrik angekommen, geht es gleich weiter mit der Verarbeitung. Dort werden sie zunächst gewaschen und anschließend geröstet. Danach werden die Kakaobohnen in großen Kakaomühlen zu einem dickflüssigen Brei zermahlen. Aus dieser sogenannten Kakaomasse kann man Kakaobutter, eine Art Öl, und Presskuchen gewinnen. Der letzte Schritt folgt nun: das „Conchieren“. Beim „Conchieren“ wird die Schokoladenmasse so lange bei niedrigen Temperaturen verrührt, bis sie geschmeidig und süß wird. Die „conchierte“ Schokoladenmasse muss jetzt nur noch in die jeweiligen Formen gefüllt werden. Und nach einiger Zeit im Kühlschrank ist die Schokoladentafel fertig!</p>
<p><em>Bildquelle: Soorelis über pixabay.com</em></p>
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		<title>Das jüdische Mädchen und das chinesische Hochzeitskleid</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2014 18:42:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Juliette Scheuing 1961, Ostberlin. Endlich hat Sonja den perfekten Stoff gefunden: der wundervolle türkisfarbene Brokat aus China. Darauf verziert sind feine, orangefarbene Tempel mit olivgrünen Bäumen. Sonja hat ein chinesisches Kleid gezeichnet, aus den Erinnerungen von Shanghai. Das Kleid muss perfekt sein, nicht nur weil es für ihre Hochzeit ist. Dennoch ist ihr ein [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/China2.jpg"><img class="alignright wp-image-6584 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/China2-300x237.jpg" alt="China2" width="327" height="258" /></a>von Juliette Scheuing</em></p>
<p><em>1961, Ostberlin. Endlich hat Sonja den perfekten Stoff gefunden: der wundervolle türkisfarbene Brokat aus China. Darauf verziert sind feine, orangefarbene Tempel mit olivgrünen Bäumen. Sonja hat ein chinesisches Kleid gezeichnet, aus den Erinnerungen von Shanghai. Das Kleid muss perfekt sein, nicht nur weil es für ihre Hochzeit ist. Dennoch ist ihr ein Fehler passiert, das Kleid ist seitenverkehrt. Aber Sonja kann nichts dafür. Sie war noch ein kleines Kind, als sie solche Kleidungsstücke gesehen hat.</em></p>
<p><em>Die Knöpfe sollen an der rechten Seite sein. Das Kleid ist ursprünglich ein Mantel, der eine Öffnung hatte, diese kann man zuknöpfen. Früher, in der Mandschurei (Nordchina), als Frauen noch ritten und mit Säbeln kämpften, hatten sie so etwas an. Da die meisten Rechtshänder waren, war auch die Öffnung rechts, damit man so schnell wie möglich den Säbel herausziehen konnte. Doch Sonja wurde viel später geboren, diese Geschichte kannte sie nicht.</em></p>
<p><strong>Reise ins Unbekannte</strong></p>
<p>Sonja Mühlberger, geborene Krips, ist 1939 in Shanghai zur Welt gekommen. Als Juden sind ihre Eltern aus Deutschland in das fremde Shanghai geflohen.</p>
<p>1938, im Standesamt Steinheim ist viel los, denn Hermann und Ilse Krips heiraten. Die Familie von Ilse ist einflussreich. Sogar der Bürgermeister gratuliert ihnen. Er ist Nationalsozialist.</p>
<p>Wenig später ist Hermann schon verhaftet und ins Konzentrationslager (KZ) nach Dachau gebracht worden, eingesperrt als sogenannter „Schutzhäftling“, wie nach dem Novemberpogrom 1938 in Deutschland Zehntausend andere jüdische Männer. Nur wer beweisen kann, dass er ausreist, hat eine Chance, freigelassen zu werden. Das junge Paar hatte schon einmal versucht, Hilfe aus dem Ausland zu bekommen, und ein Foto von sich nach London an Sir Richard Stafford Cripps geschickt. Krips und Cripps, sind wir vielleicht verwandt? Kann er uns helfen und nach England einladen? Wir sind anständige Menschen und brauchen Hilfe. Doch das Foto kam zurück mit der Antwort: ¨Sorry we can´t help¨.</p>
<p>Die anstrengende Suche nach einer Lösung lohnt sich. In der jüdischen Gemeinde erfährt Ilse Krips von anderen Frauen, dass die Stadt Shanghai noch jüdische Flüchtlinge aufnimmt. Über einen Cousin, der in Amsterdam wohnt, besorgt Ilse Papiere vom dortigen chinesischen Konsulat für China. Hermann kommt somit aus dem KZ frei. Sie müssen aber fast ihren ganzen Besitz zurücklassen. Hermann Krips ist Kaufmann und betreibt ein kleines Geschäft. Doch nach Shanghai dürfen sie zusammen nur 20 Reichsmark und 2 Koffer mitnehmen, mehr nicht. Ilse hat jetzt einen weiten Mantel an &#8211; ja, sie ist schwanger.</p>
<p>Die Reise ist anstrengend. Von Frankfurt am Main mit dem Zug nach Italien, dann mit dem Schiff nach Shanghai. Voller Hoffnung am Hafen aussteigen, doch&#8230;</p>
<p>Die Straßen sind voll und eng, überall Straßenbahnen, Rikschas, Passanten, Schaulustige und Bettler. Es ist sehr laut, Reifen quietschen, Militärfahrzeuge hupen, japanische Soldaten marschieren und die Leute brüllen und kreischen. In China ist der Krieg ausgebrochen, Japan greift China an. Shanghai ist schon unter japanischer Besatzung, aber manche Stadtteile sind internationale Kolonien. So stürmen Flüchtlinge aus ganz China hier her. Es riecht muffig, ein Mix aus feuchter Meeresluft, Müllhaufen und Leichen, die auf der Straße liegen. Außerdem sieht man ganz genau verschiedene Arten von Ungeziefer herum flitzen, auf der Haut von Bettlern. Hermann weiß, was es bedeutet: ¨Tja, hier sehen die Marienkäfer eben anders aus¨, beruhigt er seine junge Frau.</p>
<p>3 Tage nach der Ankunft wollen Hermann und Ilse weiterreisen. Vielleicht Birobidshan, die künstlich geschaffene Siedlung von Stalin? Sie würden es noch schaffen, bevor das Kind zur Welt kommt. Doch dann ist der Krieg ausgebrochen. Sie müssen also für längere Zeit in Shanghai bleiben. Großes Glück für Familie Krips, denn die meisten Juden in Birobidshan werden später ermordet.</p>
<p><strong>Eine ganz normale Kindheit</strong></p>
<p>Erstmal gibt es noch ein anderes Problem. Das Kind wird bald geboren sein. Oktober 1939. auf ins Deutsche Generalkonsulat und das Kind anmelden! Es ist ein mächtiges Gebäude, davor Wachen in Uniform mit Hakenkreuz. Ein Mitarbeiter dort gibt Hermann eine Liste jüdischer Vornamen. Wählen Sie einen aus! Memelchen? Liebe? Ninchen? Blümchen? Hermann geht trotzig wieder raus. Sonja soll unser Kind heißen, so sportlich und tapfer wie Sonja Henney, die norwegische Eiskunstläuferin. In der Geburtsurkunde steht noch für 3 Monate der offizielle Name „Baby“, später erst „Sonja“, von der Shanghaier Behörde geändert und mit einem chinesischen Stempel versehen. Sonja ist stolz auf ihren Namen.</p>
<p><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/China1.jpg"><img class="alignleft wp-image-6585 size-medium" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/12/China1-300x194.jpg" alt="China1" width="300" height="194" /></a>Sonja wächst in Shanghai auf, für sie ist es nicht ganz so schwer wie für ihre Eltern. Sie ist ein schlechter Esser, verspürt somit nicht den Hunger, den die Eltern oft erleiden müssen. Sonja geht auf die Shanghai Jewish Youth Association School, hat dort beste Noten. Doch schon immer wünscht sie sich ein Geschwisterchen.</p>
<p>Jeden Morgen steht Sonja auf dem Balkon, ihrem Lieblingsplatz, und schaut herunter. Jeden Morgen liegen Bündel an der Straßenecke. Ein Kuli, also ein einfacher Arbeiter, kommt. Er piekst mit seinem langen Stock auf so ein Bündel und wirft es hinter sich in einen Wagen. Plumps! Krawumms!</p>
<p>Was ist das, Mama?</p>
<p>Es sind Kinder, die niemand haben will, deren Eltern sie nicht ernähren können. Meistens Mädchen.</p>
<p>Kann ich eins davon mit nach Hause nehmen und als Schwester behalten?</p>
<p>Die Mutter sagt nie ja. Sie hat Angst, dass die Babys ansteckende Krankheiten haben. Es tut ihr sehr leid.</p>
<p>Jede Flüchtlingsfamilie, die kleine Kinder hat, hat auch eine Katze. Nicht nur als Haustier, sondern um Ratten zu fangen, damit sie nicht das Kind beißen. Familie Krips´ große weiße Katze macht ihren Job gut. Doch eines Morgens, als Sonja vom Balkon herunter schaut, sieht sie viele Chinesen. Sie zeigen nach oben und rufen etwas. Sonja versteht kein Chinesisch, sie geht auf eine englische Schule. Nach einer Weile merkt sie, dass die Menge unten die Katze meint. Diese liegt auf dem Balkon und ist tot, von Ratten tot gebissen. Sonja ist traurig. Aber immerhin haben wir die Katze begraben, ihr geht’s sicher besser als den armen chinesischen Babys auf der Straße, denkt sie.</p>
<p>Hier, für dich.</p>
<p>Nach ein paar Tagen gibt Ilse Sonja ein Korallenarmband zum Trost. Es ist ein wichtiges Andenken aus Deutschland. Familie Krips wohnt in einem winzigen Zimmer ohne Wasseranschluss und Sonja muss auf zwei Koffern schlafen mit einer Matratze oben drauf. Die Koffer sind die aus Deutschland. Neben ihnen wohnt ein grimmiger Mann, der Vermieter Herr Lidsky. Zwischen den beiden kleinen Räumen ist nur eine dünne zwei Meter hohe Holzwand als Trennung. Mangels Spielzeuge ist das Korallenarmband ein gutes Mittel gegen Langeweile. Hoch werfen, fangen, hoch werfen, fangen, hoch werfen, ups! Zack, über die Holztrennwand und weg war es im Raum von Herr Lidsky. Er behauptet, er hätte es nie gesehen, doch bestimmt hat er es verkauft.</p>
<p><em>Hier, für dich. Du kannst den Stoff als Futter für dein Hochzeitskleid benutzen.</em></p>
<p><em>Wie? Dein Hochzeitskleid? </em></p>
<p><em>Das Hochzeitskleid der Mutter ist wichtig für die Familie Krips, sie haben es mit in den Koffern nach Shanghai genommen und wieder zurückgebracht. Es ist eine Erinnerung an Deutschland, an die Eltern von Ilse, die Eltern von Hermann, die Bekannten&#8230; Nun hat Sonja in ihrem Hochzeitskleid auch das der Mutter.</em></p>
<p><em>Aber das ist doch so wertvoll, aus Seide&#8230;</em></p>
<p><em>Die Kinder sind unsere wertvollsten Schätze. Hermann lächelt.</em></p>
<p><strong>Der Kaufmann, der Eier verkauft</strong></p>
<p>Hinten auf dem Gepäckträger des Fahrrads beobachtet Sonja, wie ihr Vater mühelos steile, wackelige Wege hinauf fährt. Hermann verkauft Eier und muss diese hier beim chinesischen Großhändler abholen und prüfen. Er hatte es als deutscher und englischer Stenograph und Korrespondent versucht. Er hat Sunnybread gebacken, darauf eine Banderole mit dem Foto von Sonja. All das klappte nicht wirklich. Jetzt verkauft er Eier und hat somit den Shanghaier Dialekt gelernt und ebenso das Rechnen mit dem Abakus.</p>
<p>Angekommen, aussteigen, reingehen. Für Sonja ist es ein riesiger Raum, Hermann und der Chef reden, alle höflich und freundlich. Dann folgt Sonja ihrem Vater in einen fensterlosen Raum, wo nur eine einzige Glühbirne von der Decke herunter baumelt. Hermann steckt jeweils ein Ei zwischen zwei Finger und durchleuchtet sie gegen das schwache Licht zur Kontrolle. Vier Eier in eine Hand klemmen und kein einziges fällt runter, das kann nur Papa! Danach sortiert er Eier, die schlechten in einen Extrakorb. Hermann verkauft nur die besten Eier an seine Kunden. Den Dienstboteneingang und die Treppe auf und wieder ab, Korb leer, alle Eier verkauft. Sonja wird auch von ihm jeden Tag zur Schule gebracht und wieder abgeholt. Einmal kam ihr Vater zu spät&#8230;</p>
<p>Ich krieg‘ es hin, allein nach Hause zu laufen. Papa bringt mich so oft her, ich weiß es schon auswendig. Tapfer geht Sonja drauflos. Doch nach der ersten Kreuzung ist alles durcheinander. Wo lang soll ich jetzt gehen? Verzweifelt fängt sie an zu weinen. Eine Gruppe Chinesen hat sie sofort umzingelt. Manche sehen besorgt aus, andere lachen, doch Sonja versteht kein Chinesisch. Auf einmal tauchen Bettler auf. Lass dich nicht von Bettlern anfassen, hat sie von der Mutter gelernt, sie haben so viele Krankheiten! Doch die Bettler sehen, dass Sonja Haare auf den Armen hat, und zupfen neugierig daran.</p>
<p>Der indische Verkehrpolizist, ein Sikh mit einem Turban auf dem Kopf, ist ihre Rettung, er versteht Englisch.</p>
<p>What´s the matter, girl?</p>
<p>I´m lost, I don´t know how to get home.</p>
<p>Where do you live?</p>
<p>I´m not sure,I think in Hongkou, Washing Road / corner of Ward Road.</p>
<p>Take this tram.</p>
<p>In der Straßenbahn sieht Sonja, wie unbekannte Straßen vorbeiziehen. Überall Bettler, manchmal sieht sie auch Leichen, einfach so auf der Straße. Die Menschen gehen dran vorbei, ohne sie anzuschauen, so etwas ist ja nicht selten.</p>
<p>Da! Der Knopf! Die schöne Frau, die auch in der Straßenbahn sitzt, trägt ein rotes, chinesisches Kleid. Darauf sind wundervolle Knöpfe, wie kleine Knospen. So welche will ich unbedingt haben!</p>
<p><em>Das ist aber kompliziert! Keine Ahnung, wie ich die hinkriegen soll! Die Schneiderin seufzt. </em></p>
<p><em>Aber ohne die Knöpfe, ist es kein chinesisches Kleid! </em></p>
<p><em>Hmm&#8230; Vielleicht&#8230;vielleicht haben die in Westberlin andere Modehefte. Da muss ich allerdings über die Grenze fahren.</em></p>
<p><em>Ja, bitte! Das ist mir wichtig, da es doch mein Hochzeitkleid ist. Sonja bedankt sich. Sie ist heute froh, dass es damals noch keine Mauer gab. Sie sagt immer, sie hätte doch so ein Glück im Leben!</em></p>
<p><em>Die Schneiderin hat es geschafft, übte sogar über Nacht diese speziellen Knöpfe anzufertigen. Jeder einzelne Knopf wurde aus dünnen Stoffstreifen zu einer Kugel zusammengenäht. Das ist die traditionelle Methode aus China. Wunderschön!</em></p>
<p><strong>Zurück in die noch unbekannte Heimat</strong></p>
<p>1947, der Krieg ist seit August 1945 endlich vorbei. Die jüdischen Flüchtlinge versuchen, China zu verlassen, die meisten wollen nach Amerika oder Australien.</p>
<p>Wir gehen zurück in unsere Heimat, Sonja.</p>
<p>Nach Deutschland? Schön!</p>
<p>Mutter hat ihr schon viel von Deutschland erzählt. Sie hat auch ein Märchenbuch, woraus sie immer vorliest. Für Sonja ist Deutschland ein Märchenland.</p>
<p>Mama, was ist denn ein Wald?</p>
<p>Stell dir vor, du findest einen Baum. Und dann noch einen Baum, und noch einen, noch einen. Ganz, ganz viele Bäume zusammen, das ist ein Wald.</p>
<p>Wow!</p>
<p>Wir fahren nach Deutschland, hört ihr, wir gehen zurück in unsere Heimat!</p>
<p>Sonja erzählt es allen, die sie kennt. Die meisten jüdischen Flüchtlinge reagieren aber verärgert. Einige spucken Sonja an. Sie hassen Deutschland so sehr, dass sie ein Kind dafür bestrafen.</p>
<p>Trotzdem war Sonja auf dem Rückweg fröhlich.</p>
<p>Da! Eine grüne Wiese, und zwei Kinder rennen frei darüber! Mama schau mal!</p>
<p>O guck, ein Apfel der frei auf dem Baum wächst!</p>
<p>Man kann auch Wasser aus der Leitung trinken?</p>
<p>All diese Bilder bleiben für Sonja immer im Kopf hängen.</p>
<p><strong>Mit Hoffnung überlebt man überall</strong></p>
<p>Endlich in Deutschland angekommen, keiner von den Verwandten holt sie ab, fast alle Juden, die in Deutschland geblieben sind, sind ermordet worden. Doch Familie Krips ist froh, dass sie überlebt haben und nach Deutschland zurückkehren können. Einige Juden haben in Shanghai Selbstmord begangen. Wegen der vielen Krankheiten und schrecklichen hygienischen Zuständen hatten Ilse und Hermann Krips mehrfach Malaria und Sonja war auch einmal sterbenskrank. Mit Hoffnung überlebt man überall. Die Erlebnisse in Shanghai sind für immer ein Teil von Sonja, sogar noch wichtiger als das chinesische Hochzeitskleid.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text basiert auf einem Interview mit Sonja Mühlberger vom 29.05.2014</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>1. Bild: Familie Krips bei der Ankunft in Deutschland, 1947</em></p>
<p><em>2. Bild: Sonja und ihre Eltern in Shanghai, 1940</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em> Bildquelle: Sonja Mühlberger</em></p>
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		<title>Identität aus Lumpen der Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2014 13:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Freigeist]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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		<category><![CDATA[Rolle]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[von Benjamin Škulec Ich blicke in den Spiegel und eine unglaubliche Monstrosität blickt zurück. So wäre es zumindest, wenn ich sehen könnte, was ich vorgebe zu sein. Versatzstücke aus der Leiche von Kurt Cobain und Sid Vicious, nett verpackt in einer kleidsamen Zwangsjacke, denn so stelle ich mir Zwangsjacken vor. Bevor Sie jedoch, werter Leser, weiter [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Benjamin <span style="color: #000000;">Škulec<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/Nimm-dich-selbst-bei-der-Nase.jpg"><img class="alignright wp-image-6543 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/11/Nimm-dich-selbst-bei-der-Nase-213x300.jpg" alt="Nimm dich selbst bei der Nase" width="277" height="391" /></a></span></em></p>
<p>Ich blicke in den Spiegel und eine unglaubliche Monstrosität blickt zurück. So wäre es zumindest, wenn ich sehen könnte, was ich vorgebe zu sein. Versatzstücke aus der Leiche von Kurt Cobain und Sid Vicious, nett verpackt in einer kleidsamen Zwangsjacke, denn so stelle ich mir Zwangsjacken vor.</p>
<p>Bevor Sie jedoch, werter Leser, weiter in dieses unsägliche Machwerk vordringen, seien Sie gewarnt: ich werde auf den folgenden Seiten ausschließlich darüber lamentieren, wie scheiße es doch ist, heutzutage als man selbst geboren zu sein, so wie jeder andere junge Mensch seit über vierzig Jahren, in deren Umgebung jemand so unvorsichtig gewesen ist, Stift und Papier herumliegen zu lassen. Außerdem werde ich das Thema „Identität in Zeiten der Selfies“ vage von der Seite anschneiden.</p>
<p>Behaupten Sie also nicht, niemand hätte Sie gewarnt und versuchen Sie vor allem nicht irgendeinen Haftungsanspruch geltend zu machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachdem ich also jetzt erfolgreich jegliche Korrektoren vergrault habe, wird es Zeit denjenigen zu begrüßen, den mein Gelaber wirklich interessiert: Niemanden!</p>
<p>Hallo auch! All jene, die dies lesen müssen, weil sie dafür bezahlt werden, fragen sich vermutlich mittlerweile was der ganze Scheiß hier eigentlich soll. Und auf diese Frage antworte ich unverfroren: Sorry Alter, das is&#8217; halt was ich im Selbstverständnis von mir als Individuum als voll wesentlich und so erachte. „Ah!“ werden Sie nun rufen, „Endlich verstehe ich!“. Oder eben auch nicht.</p>
<p>Ein schlauer Herr namens George Herbert Mead hat mal gesagt, dass Identität, die ja doch eher ein abstraktes Ding ist, bei der Geburt noch gar nicht da ist, allerdings „innerhalb des gesellschaftlichen Erfahrungs- und Tätigkeitsprozesses, das heißt im jeweiligen Individuum als Ergebnis seiner Beziehungen zu diesem Prozess als Ganzem und zu anderen Individuen innerhalb dieses Prozesses“ entsteht. Ich meine, was zum Henker erwarten Sie eigentlich von meiner Generation?</p>
<p>Die meiste Zeit starren viele der anderen Individuen in unserem Proceß auf ihr kleines Fenster zum Internet und wenn man, aus Mangel an besseren Alternativen, beim Warten auf irgendwas, was man eh längst vergessen hat, selbst mitmacht, zwitschern einem Vögelchen aus der ganzen Welt sekündlich von neuen Anschlägen, Mordserien, Vergewaltigungen. Und was uns zu tun übrigbleibt, ist die Nachricht zu verbreiten und „OMG, so grausam #<em>holyshit </em>“ zu pfosten. Man fühlt sich wie ein omniscentes, aber volle Kanne impotentes Wesen, welches auf den Stuhl vor den Bildschirmen gefesselt ist, mit diesen ekligen Teilen, die einem die Augen aufhalten. Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich nachts immer geweint.</p>
<p>Sie sagen, wir jungen Leute verblöden, weil wir nichts mit unserem Leben anstellen, die modernen Zeiten hätten uns stumpf gemacht. Ich behaupte, wir sind nicht dumm, nicht dumpf. Nur stumm.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir wachsen in einer Welt auf, die sich schon viel zu lange um sich selbst dreht &#8211; es gibt nichts für uns zu denken, zu schreiben, zu sagen oder zu singen, das nicht schon gedacht, geschrieben, gesagt oder geschrien wurde. Es wäre doch anmaßend anzunehmen, dass irgendjemand sich drum reißt alles nochmal aus unseren pickligen Mündern zu hören. Soviel zu unserem „Erfahrungs- und Tätigkeitsprozess“.</p>
<p>Ich sage Ihnen, es ist nicht verwunderlich, dass meine Generation sich in minderjährigem Sex und Alkoholexzessen ergeht, ich selbst neige zu selbstzerstörerischem Verhalten. Ich suche keinen Schuldigen. Niemand kann etwas für den Wahn in dem sich unsere schrumpfende Welt immer schneller auflöst, den wir aufsogen, um ihn auf dem Schild unserer Identität zu tragen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Into this world we&#8217;re thrown / like a dog without a bone“ sang Jim Morrison, Mitglied des Club 27.</p>
<p>Heutzutage ist Nicht-Denken angenehmer.</p>
<p>Das war es vermutlich auch früher, ich denke jedoch, es ist zu einer Art schützender Schleimschicht mutiert. Lieber tötet man seine Gedanken mit Videospielen ab, als zu erkennen und traurig zu werden. Den Kopf auszuschalten und die Welt auszublenden, erscheint mir als die einzige erfolgversprechende Möglichkeit in dieser postmodernen Totenwelt zu leben, obwohl ich weiß, dass Adorno mir hierfür am liebsten den Kopf abreißen oder mir zumindest einen sehr hasserfüllten Brief schreiben würde, wenn er könnte.</p>
<p>Und Sie schreien jetzt wahrscheinlich dieses Blatt an, allein in Ihrer Kammer bei Mutti, Sie mürrischer Zweitkorrektor mit hochrotem Kopf:</p>
<p>„Stuss! STUSS! Fauler Ausreden für faulige Faulheit, faules Stück Mensch! Umsonst haben wir Altvorderen geschuftet, um euch diese schöne, einfache Welt in der ihr lebt zu schaffen. Undank&#8230;“</p>
<p>Naja, Sie wissen was ich von Ihnen halte.</p>
<p>Vielleicht bin ich undankbar.</p>
<p>Vielleicht sind Sie ignorant.</p>
<p>Wer kann heute noch irgendwas wissen, wo doch absolut alles im Internet steht?</p>
<p>Glauben Sie mir, wenn ich sage, dass wir jüngsten Sprösslinge dieses ehemals blauen Planeten, die wir wider Willen in diese seit &#8217;45 post-apokalyptische Vorhölle von einer Welt geworfen wurden, diejenigen sind, die still und unbewusst am Verdrossensten sind von diesen post-modernen Zeiten?</p>
<p>Glauben sie mir, dass wir lieber umkehren würden, aber unaufhörlich an unseren Füßen in diese Zukunft aus Stahl und Gallium gezerrt werden?</p>
<p>Uns bleibt nichts anderes übrig, mir bleibt nichts übrig, als entweder mit Lichtgeschwindigkeit ins All zu fliegen, bis die Zeit still steht, um dort an den Klippen zu zerschellen, oder direkt Suizid zu begehen oder eben unsere, meine gestohlene Identität im Spiegel anzuschauen und mir einzureden, die Vergangenheit sei nicht vergangen.</p>
<p><em>Bildquelle: &#8220;Nimm dich selbst bei der Nase&#8221; aus dem Tiroler Volkskunstmuseum (spätes 17. Jahrhundert); Javier Carro über Wikimedia Commons </em></p>
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		<title>Kommt mit ins Zuckerwatte-Land!</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Oct 2014 06:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[derfarbfleck]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Farbflecken]]></category>
		<category><![CDATA[Breaking Bad]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Essay von Lea Frauenknecht Pünktlich betrete ich das Schulhaus. „Na, wie geht’s?“, begrüße ich meine beste Freundin. „Boah, ich kann es echt nicht ausstehen, wenn du mich so früh am Morgen immer schon so pseudofreundlich anquatschst!“, schnaubt sie hinter ihrem Matheordner hervor. Der Unterricht beginnt mit der üblichen Frage: „Wer hat seine Hausaufgaben NICHT [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Zuckerwatte.jpg"><img class="alignright wp-image-6481 " src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/10/Zuckerwatte-300x199.jpg" alt="Zuckerwatte" width="356" height="236" /></a>Ein Essay von <em>Lea Frauenknecht</em></b></p>
<p>Pünktlich betrete ich das Schulhaus. „Na, wie geht’s?“, begrüße ich meine beste Freundin. „Boah, ich kann es echt nicht ausstehen, wenn du mich so früh am Morgen immer schon so pseudofreundlich anquatschst!“, schnaubt sie hinter ihrem Matheordner hervor. Der Unterricht beginnt mit der üblichen Frage: „Wer hat seine Hausaufgaben NICHT gemacht?“. Verblüfft muss ich mit ansehen, wie alle Arme synchron in Richtung Zimmerdecke schießen. In der Pause gehen mir irgendwann die Gesprächsthemen aus und ich frage meinen Freund aus purer Small-Talk-Manier heraus, was er von meinem neuen Kapuzenpulli hält. „Er macht dich nicht dick. Er zeigt, wie dick du wirklich bist!“, wird mir zwischen zwei Schlucken Zitronentee vollkommen unverblümt mitgeteilt. Beim Mittagessen kommt es zu einem verbalen Stellungskrieg zwischen meinen Eltern, als mein Vater den Nudelauflauf als „verpilzten Atomkraftglibber“ bezeichnet und meine Mutter entgegnet, er solle sich doch ein neues Dienstmädchen suchen, vielleicht würde er ja im Rotlichtviertel fündig werden. Schweißgebadet erwache ich von dem melodischen Gesäusel meines Handyweckers.</p>
<p>Ich habe einen Albtraum&#8230; einen Albtraum von einer Gesellschaft, in der es keine Lügen gibt. Ich habe einen Albtraum von einer Gesellschaft, in der man immer ehrlich ist und stets aufrichtig die Wahrheit sagt. Ist diese Ansicht nicht etwa moralisch verwerflich und ruft zum schwindelerregenden Schwindel auf, fragen Sie sich? Das mag durchaus richtig sein, sie tut es aber aus gutem Grund. Denn Lügen haben nicht nur „kurze Beine“, sondern sind auch ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, wie der Zucker in der rosaroten Zuckerwatte: Ohne ihn wäre diese weder süß und erträglich, noch würde sie überhaupt existieren. Was ich damit sagen will: Lügen sind der rosarote Süßstoff, der die Welt im Innersten zusammenhält, in hohen Dosen aber gleichermaßen abscheulich und gesundheitsgefährdend ist.</p>
<p>Und genauso sind Lügen ein Teil der gesellschaftlichen Sozialisierung, wer noch an deren Anfang steht, über den werden Sachen gesagt wie etwa: „Kindermund tut Wahrheit kund“. Und dies dürfte ausnahmsweise mal keine Lüge sein. Das Lügen als Bestandteil der gesellschaftlichen Sozialisierung kommt nämlich erst mit der Fähigkeit, „sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen“. Dies bringt Tobias Beck in seinem Beitrag zum „Täuschen und Lügen“ der Serie „Quarks&amp;Co.“ damit in Verbindung. Das Lügen sei keine „angeborene Fähigkeit“, aber man würde sie erlernen. Lügen dienen also dazu, uns auf ein eigenständiges Leben in der Gesellschaft vorzubereiten, uns salonfähig zu machen für das Paradies der Schwindler, Trickser und dauerlächelnden Hochdruckreinigervertreter. Wer nicht lügt, der hat einen wichtigen Teil der Sozialisierung verpasst und kann die Sprache der unausgesprochenen Unannehmlichkeiten zwar verstehen, aber nicht sprechen. Das ist der Grund, warum wir den an Tourette-Syndrom leidenden jungen Erwachsenen ungern in unseren Schulen, Unis und Großraumbüros am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen wollen: Denn wer will in unserer scheinheiligen Lächel-Gesellschaft schon als „Arschloch“ oder „Spießer“ bezeichnet werden? Wir haben uns die Wahrheit wahrhaftig abgewöhnt&#8230;</p>
<p>Andererseits müsste man eine Gesellschaft ohne Lügen wohl beschreiben als eine Mischung aus mürrischen Wortgefechten, allgemeinem Unwohlsein und eingeschnapptem Einzelgängertum. Denn Lügen haben eine immense Macht über zwischenmenschliche Beziehungen: Durch eine kleine Höflichkeitslüge schließen wir möglicherweise neue Kontakte. Und sprechen wir eine  unangenehme Wahrheit aus, riskieren wir, beispielsweise eine Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Ein simples „das Kleid steht dir wirklich super“ kann zum Opener für eine langjährige Bekanntschaft werden, ein „in diesem Kleid siehst du wirklich fett aus“ diese Bekanntschaft aber ebenso schnell wieder beenden.</p>
<p>Doch eine „Lüge“ ist nicht mit einer „Lüge“ gleichzusetzen. Ich widerspreche mir selbst? Nicht, solange ich hinzufüge, dass in beiden Fällen zwar eine Unwahrheit ausgesprochen wird, jedoch mit unterschiedlicher Ursache, Folge oder in einem gänzlich anderen Kontext. Wir kennen unter anderem die Notlüge („Mein Hund hat die Hausaufgaben gefressen“), die öffentliche Lüge („Nach der nächsten Landtagswahl wird die AfD freundlich zu allen Ausländern sein“), die Höflichkeitslüge („Natürlich schmeckt mir dieser Nelken-Anis-Kuchen ganz vorzüglich“) sowie die private Lüge („Wo denkst du hin, selbstverständlich habe ich nie jemand anderen geliebt als dich!“). Die bereits angesprochene Höflichkeitslüge ist insofern in ihrem Gebrauch zu rechtfertigen, als dass sie, zumindest bis zu einem gewissen Grad hin, den Kitt unserer Gesellschaft und unserer sozialen Beziehungen bildet. Auch die Notlüge ist, solange sie nicht überhand nimmt, doch nur eine verständliche Reaktion unseres in Bedrängnis geratenen, abwägenden Ichs.</p>
<p>„Du sollst nicht lügen“, pflegte bereits der gute alte Gott zu sagen. Allerdings werden wir im Beichtstuhl wohl kaum in Tränen ausbrechen aufgrund des Märchens vom 20 Kilometer langen Stau auf dem Weg zum Büro, der in Wahrheit nur ein kleiner Schulbus war. Und auch, dass wir das neue T-Shirt unserer besten Freundin als „tollen Kauf“ gelobt haben, obwohl wir Leoparden-Prints eigentlich am liebsten verbieten würden, wird wohl kaum für einen Rosenkranz reichen. Doch wie verhält es sich mit den „größeren“ Lügen, die mit Höflichkeit ungefähr so viel zu tun haben wie Gott mit Pinocchio? Bevor ich zur Beantwortung dieser Frage überschreite, folgt hier noch eine kleine Belehrung, damit Sie später nicht sagen können, ich hätte Sie nicht gewarnt: <strong><em>Bei Angst vor Spoilern und intermedialen Elementen überspringen Sie den folgenden Absatz und konsultieren Sie ihren persönlichen Bibliothekar und Kinematographen</em></strong>.</p>
<p>In der erfolgreichen US-Serie „Breaking Bad“ fängt der krebskranke Chemielehrer und brillante naturwissenschaftliche Kopf Walter White an, in das Geschäft mit Methamphetaminen (umgangssprachlich auch „Crystal Meth“) einzusteigen, um seine an Geldsorgen leidende Familie nach seinem Tod vor der Armutsfalle zu bewahren. Im Verlauf der sechs Staffeln baut Walter vor den Augen seiner Familie ein immer höher werdendes Lügenkonstrukt auf, das sein Schwager von der <em>Drug Enforcement Administration </em>(zu Deutsch: „Drogenvollzugsbehörde“) gegen Ende der Serie schließlich zum Einsturz bringt. „Breaking Bad“ endet nach 62 Episoden voller Lügen mit dem Tod Walters Whites, dem Mord an dessen Schwager und einer traumatisierten, in Armut lebenden Familie. Zu einem ähnlich dramatischen Finale spitzt sich Gustave Flauberts Roman „Madame Bovary“ zu, in dem sich die gleichnamige Hauptperson vor ihrer unerfüllten Ehe in amouröse Affären und teure Einkäufe flüchtet. Als sie am Ende sowohl die Zuwendungen ihrer zwei Geliebten verliert als auch aufgrund der von ihr verursachten Schulden eine Verpfändung ihres Eigentums droht, bringt sie sich schließlich um und lässt einen gebrochenen Ehemann zurück.</p>
<p>Natürlich kann man anmerken, dass es sich bei den angeführten Beispielen um nicht viel mehr handele als um Fiktion in ihrer feinsten Ausführung. Nichtsdestotrotz wird „Madame Bovary“ zu den Vorzeigewerken des französischen Realismus gezählt. Und nichtsdestotrotz beruht „Breaking Bad“ auf einer wahren Geschichte, der eines Chemielehrers aus Alabama. Wenig überraschend: Er trägt denselben Namen wie sein durch Bryan Cranston verkörpertes Konterfei und seit neuestem auch noch einen weiteren Titel: „The real Walter White“. Doch sosehr wir auch Staffel für Staffel, Kapitel um Kapitel dieser wunderbaren Lügen-Reality verschlingen mögen, am Ende werden die Einzelteile des gesprengten Lügenpalastes nicht aus dem Fernseher und nicht zwischen den Zeilen heraus in unser Wohnzimmer brechen. Es bleibt vielleicht ein unangenehmes Gefühl, aber ansonsten wähnen wir uns bestens unterhalten.</p>
<p>Private Lügen, insofern sie nicht in unserem eigenen Umfeld stattfinden, sind also nicht mehr als ein kleines Stück Zuckerwatte, das uns für einen kurzen Moment im Hals stecken bleibt und ein temporäres Unwohlsein auslöst, bevor wir uns weiter an unserer Nascherei erfreuen. Für das private Umfeld jedoch kann ein noch so ausgefeiltes Lügengebilde als Abwandlung von Schneewittchens böser Stiefmutter auftreten, die statt vergifteten Äpfeln vergiftete Zuckerwatte anpreist. Ob man seine Liebsten, deren Vertrauen oder seine Beziehung zu ihnen wirklich einen so kafkaesken Tod sterben lassen will, oder zumindest das Risiko solcher Folgen eingehen will, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Im öffentlichen Leben allerdings kann die vergiftete Zuckerwatte in Form von falschen Wahlversprechen, vertuschter Steuerhinterziehung oder verheimlichten Finanzspekulationen einer gesamten Gesellschaft verkauft werden. Öffentliche Personen in Politik, Finanzen und Recht sollten sich daher ihrer Stellung als Jahrmarktsverkäufer der Nation und ihrer Macht bewusst sein, zwischen Zuckerwatte mit Arsen-Aroma, aufrichtig gebrannten Mandeln und ehrlich gemeinten Liebesperlen für ihre Auslage zu unterscheiden.</p>
<p>Schwierig wird es dann, wenn zwei Jahrmarktsverkäufer miteinander konkurrieren und es zu einem Wettbewerb um die schmackhafteste Wahrheit kommt. Kürzlich veröffentlichte Frankreichs Ex-Première Dame und Journalistin bei der französischen Boulevardzeitung <em>Paris Match</em> einen intimen Schmähroman über ihre Beziehung mit François Hollande. Unter anderem schrieb sie, der Präsident hätte die Armen der französischen Nation entgegen seiner sozialdemokratischen Attitüde als „sans-dents“, als „Zahnlose“, bezeichnet. Hollande streitet dies selbstverständlich vehement ab. Für die Gesellschaft wird es hier allerdings schwer, zu entscheiden, wer uns die vergiftete Zuckerwatte verkaufen will. Ist es Valérie Trierweiler, die eifersüchtige und nach Rache sinnende Exfreundin, die den Ruf des amtierenden Präsidenten zerstören will? Oder ist etwa doch Hollande, der verzweifelt versucht, sein reichlich verknittertes Image mit einer lauwarmen Teetasse und Zuckerwatte, dem neuen Opium fürs Volk, glattzubügeln?</p>
<p>Ich habe einen Albtraum&#8230;einen Albtraum von einer Gesellschaft, in der es keine Lügen gibt. Ich habe einen Albtraum von einer Gesellschaft, in der man immer ehrlich ist und stets aufrichtig die Wahrheit sagt. Und ich habe einen Albtraum von einer Gesellschaft, in der niemand die Tugend besitzt, die Arete, wie es Aristoteles in seiner Mesotes-Lehre sagt. Die Tugend, die Mitte zwischen frappierender Ehrlichkeit und absurder Schwindelei zu erkennen, sei es nun in Sachen Höflichkeit, Privatleben, Gesellschaft oder Not. Doch was genau diese Mitte ist und wie wir sie finden können, und diese Meinung vertritt auch Aristoteles, muss jeder selbst abwägen.</p>
<p><strong> </strong><em>Bildquelle: Roland Zumbühl, Arlesheim über Wikimedia Commons</em></p>
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		<title>Zeit</title>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2014 14:55:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Cheyenne Benz „Oh mein Gott! Ich habe viel zu wenig Zeit!“ – wer hat das nicht schon einmal gedacht oder gesagt? Von wem hat man noch nie etwas Derartiges gehört? Gerade an einer Schule, gibt es immer wieder Phasen, in denen viele Klausuren geschrieben werden. Bei vielen Schülern herrscht nun der Stress vor und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/time-92897_1280.jpg"><img class="alignleft wp-image-6219 size-thumbnail" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/time-92897_1280-150x150.jpg" alt="time-92897_1280" width="150" height="150" /></a>von Cheyenne Benz</em></p>
<p>„Oh mein Gott! Ich habe viel zu wenig Zeit!“ – wer hat das nicht schon einmal gedacht oder gesagt? Von wem hat man noch nie etwas Derartiges gehört? Gerade an einer Schule, gibt es immer wieder Phasen, in denen viele Klausuren geschrieben werden. Bei vielen Schülern herrscht nun der Stress vor und das Gefühl, dass alles zu viel wird. Man findet die Zeit für jegliche Aktivitäten zu kurz und langsam, jedoch stetig, wächst einem alles über den Kopf.</p>
<p>„Wo sind die Stunden nur schon wieder hin?“</p>
<p>Man meint, die Zeit würde nur so davonrasen und man könne nichts dagegen tun. Unser gesamter Alltag ist oft extrem hektisch: Wir rennen von einem Termin zum anderen, für Hobbys ist keine Zeit und auch Freundschaften bleiben auf der Strecke &#8211; denn wenn gerade kein Termin ansteht, muss man lernen. Das ist ein Zustand, der keinem sonderlich gut gefällt und bei dem man sich wohl kaum wünscht, er würde länger, als unbedingt nötig, anhalten.</p>
<p>Wie aber gelingt es, aus dieser „Zeitfalle“  herauszukommen? Im Grunde genommen  gibt es eine sehr simple Methode: Ganz einfach und effektiv ist es, die Zeit bewusster wahrzunehmen und auch die kleinen, unscheinbaren Momente zu würdigen. Dadurch wird man entspannter und hat nicht ständig das Gefühl, etwas zu verpassen oder nichts vom Tag zu haben. Man verhindert dadurch, dass die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt. Durch das bewusstere Wahrnehmen und Leben, hält man die Zeit für ein paar Augenblicke an.</p>
<p>Man sollte die Zeit nicht mehr strikt in Tage, Stunden, Minuten und Sekunden einteilen, sondern in eben diese Momente. Jeder von uns hat nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Was bringt es also, diese Ressource sinnlos zu vergeuden, in dem man sie sich selbst durch Stress zerstört? Ist es nicht besser, sie entspannt mit Leuten zu verbringen, mit denen man gerne zusammen ist? Die Zeit, die man hat, einfach zu genießen?</p>
<p>Wir haben bereits jetzt das Gefühl, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergeht. Dabei ist aber zu bedenken, dass wir, solange wir uns noch in der Schule oder im Studium befinden, bedeutend mehr Zeit haben. Wenn man erst einmal im Berufsleben ist, jeden Tag den gleichen Ablauf im Büro durchlebt und alles Routine wird, stumpft man immer mehr ab. Man achtet nicht mehr auf die Tage, Wochen und Monate – sie vergehen einfach. Irgendwann wundert man sich dann, was man eigentlich sein ganzes Leben über getan hat. In diesem Moment ist es allerdings meistens schon zu spät, irgendetwas zu verändern. Diese Änderung beziehungsweise diese Haltung empfiehlt sich, heutzutage schon einzunehmen. Wenn man sich regelmäßig Zeit nimmt, zu leben, die Zeit wahrzunehmen, wird man später auf sein Leben zurückblicken können und zufrieden sein.</p>
<p>Der Trick besteht einfach nur darin, die Augenblicke sinnvoll zu nutzen – nicht sinnvoll im praktischen, sondern sinnvoll im angenehmen Sinn.</p>
<p><em>Bild: geralt via pixabay.com</em></p>
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		<title>Deutsch-italienische Idylle &#8211; ein Reisetipp</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Apr 2014 15:48:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Richard Wohlbold Ob es Sommer oder Winter ist, ob ihr Sportsurlauber seid, oder einfach nur entspannen wollt, nach Südtirol kann man immer fahren. Die autonome Region Südtirol in Italien bietet eine tolle Natur, die zu Spaziergängen und Wandertouren einlädt, aber auch große Städte und tolle Museen. In Bozen, der Hauptstadt Südtirols, kann man den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/dolomiten-sella-612e2003-d86c-47b6-92f4-10b67177c31d.jpg"><img class="size-medium wp-image-6184 alignleft" alt="dolomiten-sella-612e2003-d86c-47b6-92f4-10b67177c31d" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/dolomiten-sella-612e2003-d86c-47b6-92f4-10b67177c31d-300x174.jpg" width="300" height="174" /></a><em>von Richard Wohlbold</em></p>
<p>Ob es Sommer oder Winter ist, ob ihr Sportsurlauber seid, oder einfach nur entspannen wollt, nach Südtirol kann man immer fahren. Die autonome Region Südtirol in Italien bietet eine tolle Natur, die zu Spaziergängen und Wandertouren einlädt, aber auch große Städte und tolle Museen.</p>
<p>In Bozen, der Hauptstadt Südtirols, kann man den Baustil der Häuser bewundern oder das archäologische Museum mit dem bekannten „Mann im Eis“, der wohl allen als Ötzi bekannt ist. Im &#8220;Tor zu den Dolomiten&#8221; vermischen sich auch die verschiedenen Kulturen und Klimaregionen, die Alpen treffen aufs Mediterrane und Deutsche auf Italiener. Das alles macht die Vielfalt der Stadt, aber auch Südtirols ganz allgemein aus.</p>
<p>Schöne Wanderungen bieten sich in Sand in Taufers, einer kleinen Gemeinde an. Kletterer könnten sich besonders an der imposanten Rosengartengruppe wohlfühlen, die viele Klettertouren, Klettersteige und Wanderungen zu bieten hat, beispielsweise auf der Seiser Alm, der größten Hochalm Europas.<a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/800px-Gornergratbahn_and_Matterhorn.jpg"><img class="size-medium wp-image-6185 alignright" alt="800px-Gornergratbahn_and_Matterhorn" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/800px-Gornergratbahn_and_Matterhorn-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Das idyllische Schnalstal überzeugt mit seiner Ländlichkeit, den vielen Bauernhöfen und entsprechend niedrigen Preisen für die Übernachtungen. Auch hier können im Sommer sogar Gletscher erwandert und auf diesem im Winter dann Ski gefahren werden.</p>
<p>Im bekannten Grödnertal erwarten euch tolle Freizeitmöglichkeiten und besondere Holzschnitzereien. Diese gehören inzwischen zum festen Bestandteil der einheimischen Kultur und die Schnitzerei ist zu einem wahren Kunsthandwerk geworden.  Vor allem religiöse Motive, wie die Krippe zu Weihnachten, werden dabei kunstvoll umgesetzt.</p>
<p>Und wenn ihr noch zweifelt, ob ihr euern Urlaub wirklich in Südtirol verbringen wollt, dann kann ich euch sagen, dass die Einheimischen dort sehr freundlich Touristen gegenüber sind und fast alle fließend Deutsch, Italienisch und Englisch sprechen.</p>
<p>Bilder: Kordi via fotocommunity.de, Jo in Riederalp via Wikimedia Commons</p>
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		<title>Kommunikation</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2014 11:46:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[von Cheyenne Benz Die Kommunikation unter Menschen erweist sich häufig als recht kompliziert. Schnell entstehen Missverständnisse und daraus erfolgende Unstimmigkeiten. Warum ist das aber so? Der Mensch teilt sich zwar durch Worte mit, diese stellen jedoch nur einen sehr geringen Teil der eigentlichen Informationsübertragung dar. Gesten, Mimik und Stimmlage übermitteln unserem Gegenüber, oft unbewusst und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/exchange-of-ideas-222787_1280.jpg"><img class="size-medium wp-image-6191 alignleft" alt="exchange-of-ideas-222787_1280" src="http://www.derfarbfleck.de/old/wp-content/uploads/2014/04/exchange-of-ideas-222787_1280-300x212.jpg" width="300" height="212" /></a></em><em>von Cheyenne Benz</em></p>
<p>Die Kommunikation unter Menschen erweist sich häufig als recht kompliziert. Schnell entstehen Missverständnisse und daraus erfolgende Unstimmigkeiten.</p>
<p>Warum ist das aber so?</p>
<p>Der Mensch teilt sich zwar durch Worte mit, diese stellen jedoch nur einen sehr geringen Teil der eigentlichen Informationsübertragung dar. Gesten, Mimik und Stimmlage übermitteln unserem Gegenüber, oft unbewusst und ungewollt, unsere wahre Stimmung und Meinung. So kann es passieren, dass unser Gesprächspartner etwas ganz anderes aufnimmt, als das, was wir tatsächlich sagen. Eine weitere Person nimmt wiederum etwas anderes auf. Denn jeder Mensch ist unterschiedlich und hat folglich eine andere Wahrnehmung. Außerdem ist jeder auf einem anderen Wahrnehmungskanal besonders sensibel: der auditive Typ, nimmt vor allem Gehörtes gut auf. Im Gegensatz dazu steht zum Beispiel der visuelle Typ, den vor allem Bilder und natürlich auch Gesten ansprechen.</p>
<p>Erschwerend hierzu können noch Unterschiede in den Dialekten kommen. Nehmen wir hier nur einmal das Beispiel der Uhrzeit: ein Schwabe meint, wenn er „dreiviertel Vier“ sagt, 15:45 Uhr. Eine Person, der dieser Dialekt nicht geläufig ist, versteht unter dieser Angabe womöglich 16:45 Uhr. Diese Verabredung käme wohl kaum zu Stande… zumindest nicht pünktlich.</p>
<p>Müssen solche, oftmals unnötige und auch nervige Missverständnisse wirklich sein, oder kann man ihnen entgegenwirken?</p>
<p>Zumindest die Lösung für das Uhrzeitproblem sollte jedem klar sein. Bei den anderen Punkten ist es aber nicht unbedingt so ersichtlich. Ein Anfang um besser verstanden zu werden, wäre es zunächst einmal, herauszufinden, mit was für einem „Aufnahmetyp“ man spricht.</p>
<p>Das findet man ganz einfach durch die Wortwahl des Gegenübers heraus. Der Auditive wird eher Sätze wie „Das <i>hört</i> sich aber gut an!“ benutzen. Vom Visuellen hingegen könnte eher eine Aussage wie „Ich <i>sehe</i> es schon kommen!“ stammen. Schließlich kann man selber besser auf diese Kanäle achten und die Informationen leichter übertragen.</p>
<p>Des Weiteren empfiehlt es sich auch, eine ähnliche Körperhaltung wie der Gesprächspartner einzunehmen. Auf diese Art und Weise wird dessen Unbewusstes angesprochen und dies führt zu einer besseren Aufnahmefähigkeit. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist es, dass man sich besser in den Anderen hineinversetzen kann &#8211; und ihn somit selbstverständlich auch besser versteht.</p>
<p>Gute, adressatengerechte Kommunikation ist nicht unbedingt etwas Einfaches, aber auch nichts Unmögliches. Es ist eine Sache, welche man, wenn man dies möchte, erlernen kann. Hier gilt, wie bei den meisten anderen Dingen auch: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ und: „Übung macht den Meister!“</p>
<p><em>Bild: Via pixabay.com</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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